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Nachrichten

Dienstag, 22. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Der panische Ausverkauf an den internationalen Börsen hält an. Nach einem Minus von mehr als sieben Prozent am Montag büßte der Deutsche Aktienindex DAX heute nach wenigen Handelsminuten fünf Prozent ein. Erhebliche Kursverluste gab es auch in London, Paris und Zürich. Zuvor hatte sich die dramatische Talfahrt aus Sorge vor einer weltweiten Rezession infolge der US-Immobilienkrise an den asiatischen Märkten fortgesetzt. Der Nikkei-Index in Tokio verlor 5,65 Prozent. Im indischen Bombay und im südkoreanischen Seoul wurde der Handel nach massiven Kursrutschen vorübergehend ausgesetzt. Neben Indien waren die Börsen in Hongkong mit einem Minus von fast neun Prozent und Australien mit gut sieben Prozent die großen Verlierer. Auch die Handelsplätze in Nahost gerieten in den Abwärtssog. Mit bangem Blick wird die Reaktion der New Yorker Wall Street erwartet, die am Montag wegen eines Feiertags geschlossen war.

BRÜSSEL: Die Finanzminister der Europäischen Union sind in Brüssel zusammengekommen, um die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten zu erörtern. Der spanische Ressortchef Pedro Solbes sagte vor Beginn der Konferenz, trotz aller Besorgnisse sei die wirtschaftliche Situation in Europa besser als in den rezessionsbedrohten USA. Ähnlich hatte sich zuvor schon der luxemburgische Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker geäußert. Ein Konjunkturprogramm, wie es die US-Regierung angesichts der Finanzkrise auflegen will, sei deshalb für die Eurozone nicht geplant.

BOCHUM: Aus Protest gegen die Schließung des Nokia-Werks hat die IG Metall für diesen Dienstag zu einer Großdemonstration in Bochum aufgerufen. Dazu erwartet die Gewerkschaft bis zu 20.000 Menschen. Neben den Mitarbeitern von Nokia und anderen Bochumer Betrieben wollen auch tausende Beschäftigte von Großunternehmen wie VW, Opel und Ford anreisen. Auf der Kundgebung wird unter anderen der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber sprechen.

BERLIN: Die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland unternehmen an diesem Dienstag einen neuen Anlauf, um ihr Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran abzustimmen. Zu diesem Zweck trifft Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin seine Kollegen aus China, Großbritannien, Frankreich, Russland und den USA wie auch den EU-Außenbeauftragten Javier Solana. Im Mittelpunkt stehen die Bemühungen der USA und der EU, den Iran zum Verzicht auf die Uran-Anreicherung zu bewegen. Nach Angaben eines französischen Diplomaten steht die Einigung auf einen neuen UN-Resolutionsentwurf unmittelbar bevor.

TEHERAN: Im Iran ist die fünfte russische Lieferung mit Atombrennstoff für den Bau des Kernkraftwerks Buschehr eingetroffen. Das wurde offiziell in Teheran mitgeteilt. Die restlichen 27 Tonnen Brennstoff sollen bis Ende Februar in den Iran gebracht werden. Nach den Worten von Außenminister Manuschehr Mottaki soll Buschehr im Sommer mit halber Kapazität ans Netz gehen, um Strom zu produzieren. Die Aufforderung aus Moskau und Washington, auf Grund der Brennstofflieferungen die eigene Uran-Anreicherung auf Eis zu legen, wies die Regierung in Teheran nochmals zurück.

NAIROBI: Die Afrikanische Union ist besorgt über die anhaltende Gewalt in Kenia nach der umstrittenen Präsidentenwahl Ende Dezember. In einer Erklärung fordert die AU, die Menschenrechtsverletzungen der vergangenen Wochen zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Wenige Stunden vor der Ankunft des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan ging die Polizei in der Hauptstadt Nairobi mit Tränengas gegen Anhänger des umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki vor. Sie hatten sich trotz eines Demonstrationsverbots versammelt. Annan will zwischen den Konfliktparteien um Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga vermitteln. Diplomaten hoffen, dass es ihm gelingen wird, beide Seiten auf eine vorübergehende Teilung der polititschen Macht und spätere Neuwahlen zu verpflichten.

GAZA-STADT: Israel hat nach massiven internationalen Protesten gegen die Blockade des palästinensischen Gazastreifens eine einmalige Energie-Lieferung genehmigt. Laut Augenzeugen passierten Lastwagen mit Gas und Dieseltreibstoff den Grenzübergang Nahal Os. Von Mittwoch an sollen auch wieder Medikamente und lebenswichtige Produkte eingeführt werden dürfen. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen sprach von einer alarmierenden Situation für die Bevölkerung. Mit der Blockade will Israel versuchen, ein Ende der Raketenangriffe militanter Palästinenser zu erzwingen. An diesem Dienstag wurden vom Gazastreifen aus weitere Raketen abgeschossen, die nahe der israelischen Stadt Sderot niedergingen. - Der palästinensische UN-Delegierte Riyad Mansour beklagte vor dem Weltsicherheitsrat, die Unterbrechung der Strom- und Kraftstoffversorgung laufe auf eine Kollektivstrafe für das palästinensische Volk hinaus. Für diesen Dienstag ist eine weitere Nahost-Dringlichkeitssitzung anberaumt.

ROM: Nach dem Verlust seiner Mehrheit im Senat will der italienische Ministerpräsident Romano Prodi am Mittwoch im Abgeordnetenhaus die Vertrauensfrage stellen. Das teilte ein Verbündeter Prodis in Rom mit. Am Montag hatte die christdemokratische Partei 'Udeur' des kürzlich wegen eines Korruptionsskandals zurückgetretenen Justizministers Clemente Mastella ihren Austritt aus der Mitte-Links-Koalition von Prodi angekündigt. Mastella selbst forderte Neuwahlen. Auch das oppositionelle Mitte-Rechts-Lager unter Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi forderte vorgezogene Wahlen.

MÜNCHEN: In Deutschland ist der Bau von 80 weiteren Müllverbrennungsanlagen geplant. Dies berichtet die 'Süddeutsche Zeitung' unter Berufung auf das Bundesumweltamt. Aufgrund freier Kapazitäten in den rund 70 schon bestehenden Anlagen wie auch sinkender Preise boome das Müll-Geschäft in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr seien insgesamt 18 Millionen Tonnen Abfall in die Bundesrepublik importiert worden. Derzeit würden täglich 1.500 Tonnen Hausmüll aus der Region Neapel in deutsche Verbrennungsanlagen transportiert, um den Abfallnotstand in Italiens drittgrößter Stadt zu beseitigen, heißt es in der 'SZ' weiter. Toxikologen warnten aber vor Gesundheitsgefahren. Bei der Müllverbrennung würden trotz des hohen technischen Standards deutscher Öfen gefährliche Stoffe entweichen, die Krebs auslösen und zu Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern führen könnten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten wechselnd bewölkt mit Aufheiterungen. Sonst weiterhin wolkig und zeitweise Regen. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen drei und neun Grad.

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