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Nachrichten

Dienstag, 22. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

ROM: Italiens Außenminister Massimo D'Alema hat Israel aufgefordert, sich an die Waffenruhe zu halten. Nur dann könne Italien Soldaten in den Libanon schicken. Regierungschef Romano Prodi hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan zuvor grundsätzlich zugesichert, sein Land könne die UN-Friedenstruppe für den Libanon anführen. Laut Prodi will Annan am Wochenende eine Entscheidung treffen. Auch sei eine weitere UN-Resolution notwendig, in der der genaue Auftrag der Friedenstruppe festgelegt werden solle. Vor allem die europäischen Staaten sind zurückhaltend bei der Truppenstellung, da das genaue Mandat noch nicht feststeht. Bislang sind von den notwendigen 15.000 Mann nur etwa 3.500 fest zugesagt.

GAZA-STADT: Die israelische Armee ist erneut in den Gazastreifen eingedrungen. Unterstützt von Kampfhubschraubern und Panzern durchsuchten die Soldaten mehrere Häuser. Dabei kam es zu Gefechten mit mutmaßlichen palästinensischen Extremisten. Fünf von ihnen wurden festgenommen. Die Häuser wurden laut dem israelischen Militär von der Hamas und dem Islamischen Dschihad zur Lagerung von Waffen genutzt.

KINSHASA: In der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo halten die gewaltsamen Ausschreitungen nach der Bekanntgabe einer notwendigen Stichwahl für das Präsidentenamt an. Augenzeugen berichten, in der Nähe des Geländes, von dem am Montag ausländische Diplomaten evakuiert worden waren, werde weiter geschossen. Die Diplomaten waren von Soldaten der EU-Truppe, die die Wahlen absichern sollte, aus dem Haus von Vize-Präsident Jean-Pierre Bemba herausgeholt worden. Das Haus war zuvor von Anhängern des amtierenden Präsidenten Joseph Kabila angegriffen worden. Bemba und Kabila müssen sich im Oktober einer Stichwahl stellen, da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten hat. Der Flughafen von Kinshasa wurde inzwischen von Regierungssoldaten besetzt.

KABUL: Am letzten Tag seines Afghanistanbesuchs ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Bundeswehr-Feldlager in Mazar-e-Scharif eingetroffen. Dort hat Deutschland Anfang Juni das Kommando für die im Norden des Landes stationierten Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF übernommen. Das Einsatzgebiet umfasst neun Provinzen. Der Norden Afghanistans galt lange Zeit als vergleichsweise ruhig. Auch dort häufen sich aber die Zusammenstöße mit Taliban-Kämpfern und Drogenbanden. Zur Zeit sind rund 2.800 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Ihr Engagement ist langfristig ausgelegt. Das hatte Steinmeier in Kabul Präsident Hamid Karsai nochmals versichert.

BERLIN: Die CDU berät an diesem Dienstag über ihr neues Grundsatzprogramm. Es steht unter dem Motto 'Neue Gerechtigkeit durch mehr Freiheit'. Das Programm ist das dritte in der Geschichte der CDU nach 1978 und 1994. Die einleitende Rede zum Kongress mit fast 1.000 Teilnehmern hält Bundeskanzlerin und Parteichefin Angela Merkel. Für Zündstoff in der Diskussion über die künftige Ausrichtung der Christdemokraten hatte zuletzt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gesorgt. Rüttgers hatte gesagt, seine Partei müsse sich von Lebenslügen verabschieden. Dazu gehöre auch der Glaube, durch weitere Entlastungen für Unternehmen gebe es mehr Arbeitsplätze.

BERLIN: Für Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bleiben die Sorgen wegen eines möglichen Terroranschlags in Deutschland auch nach der Festnahme eines Verdächtigen real. Der ARD sagte Schäuble, die Lage bleibe ernst. Die Ermittlungen zur Festnahme des zweiten Verdächtigen liefen auf Hochtouren, das Motiv der Ende Juli fehlgeschlagenen Bahn-Anschläge sei aber noch unklar. Einer der beiden Verdächtigen war aufgrund von Videoaufnahmen festgenommen worden. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sprach sich dennoch gegen eine flächendeckende Videoüberwachung in Deutschland aus. Eine offene Gesellschaft vertrage sich nicht mit einer totalen Videoüberwachung.

ATHEN: Bei der Flucht vor einem außer Kontrolle geratenen Waldbrand auf der nord-griechischen Halbinsel Chalkidiki ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Etwa 40 Menschen wurden nach Medienberichten mit Verbrennungen und Atembeschwerden in Krankenhäuser gebracht. In der Nacht waren hunderte von Einwohnern und Urlaubern vor dem Feuer aus ihren Häusern, Hotels und Zelten in Richtung Meer geflüchtet. Das Innenministerium rief den Notstand aus. Der Brand wird derzeit zu Land und aus der Luft bekämpft. Nach Polizeiangaben brach er nach einem Blitzeinschlag aus.

DAKAR: Spanien und Senegal wollen mit gemeinsamen Seepatrouillen den Zustrom von afrikanischen Flüchtlingen auf die Kanaren eindämmen. Das sagte der spanische Vize-Außenminister Bernadino Leon bei einem Krisentreffen in Dakar. Spanien werde dem westafrikanischen Staat zudem einen Hubschrauber und zwei Schnellboote zur Überwachung seiner Seegrenzen zur Verfügung stellen. Seit Mauretanien und Marokko ihre Küsten besser überwachen, versuchen immer mehr Menschen von Senegals Küste aus nach Europa zu kommen. In diesem Jahr sind bereits 18.000 Afrikaner mit Booten auf die Kanaren gelangt, drei Mal so viele wie im gesamten Vorjahr.

SANTIAGO DE CHILE: Der Freihandelspakt zwischen Chile und China ist in Kraft getreten. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet setzte ihre Unterschrift unter das entsprechende Gesetz. Das im November vergangenen Jahres geschlossene Abkommen ist für China das erste mit einem lateinamerikanischen Staat. Es sieht vor, dass Chile mehr als 90 Prozent seiner Güter zollfrei nach China ausführen darf; im Gegenzug besteht Zollfreiheit für 50 Prozent der chinesischen Importe. Wichtigstes Handelsgut ist Kupfer. China ist weltweit das wichtigste Abnehmerland für das Metall.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter unbeständig mit Schauern und Gewittern. Im Südwesten etwas freundlicher. Tageswerte zwischen 18 und 23 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 22.08.2006
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  • Datum 22.08.2006
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