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Nachrichten

Dienstag, 22. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Der Dalai Lama hat die USA gebeten, bei der Lösung des Konflikts um Tibet zu helfen. Das geistige Oberhaupt der Tibeter hatte sich in der Universität von Michigan mit der Staatssekretärin im Außenministerium, Paula Dobriansky, getroffen. Derweil ernannte der Stadtrat der französischen Hauptstadt Paris den Dalai Lama zum Ehrenbürger, ebenso wie den jüngst zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten Bürgerrechtler Hu Jia. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta unterband die Polizei anti-chinesische Proteste während des olympischen Fackellaufs. Mindestens acht Teilnehmer einer kleinen Kundgebung wurden festgenommen.

KATHMANDU: In Nepal hat sich die Führung der Maoisten getroffen, um die Ausgestaltung einer neuen Regierung zu planen. Die ehemaligen Rebellen werden nach der Wahl vom 10. April die größte Fraktion in der Verfassunggebenden Versammlung stellen. Nach bisherigem Auszählungsstand liegen sie deutlich in Führung, werden aber die absolute Mehrheit wahrscheinlich verfehlen. Die Verfassunggebende Versammlung soll neben der Ausarbeitung einer neuen Verfassung den Übergang Nepals von einer Monarchie zu einer Republik vorbereiten sowie für zwei Jahre als Übergangsparlament fungieren.

SEOUL: Der Chef des südkoreanischen Samsung-Konzerns tritt nach seiner Anklage wegen Steuerhinterziehung zurück. Der 66-jährige Lee Kun Hee steht im Mittelpunkt von Ermittlungen in dem Konzern. Nach dreimonatigen Untersuchungen beschuldigen die Fahnder ihn und neun weitere Manager, Schwarzgeldkonten in Höhe von 197 Millionen Dollar angelegt und das Geld in Aktiengeschäfte gesteckt zu haben. Die daraus erzielten Gewinne sollen sie nicht versteuert haben. Lee drohen im Falle einer Verurteilung fünf Jahre Haft. Der Hauptvorwurf gegen Samsung, mit Geldern aus einer Schmiergeldkasse Staatsbeamte bestochen zu haben, wurde aus Mangel an Beweisen fallen gelassen.

ACCRA: Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe gebeten. Der politische Stillstand nach der Parlaments- und Präsidentenwahl Ende März sowie die sich verschlechternde humanitäre Lage müssten beendet werden, sagte er bei einem Treffen mit Ban in Ghanas Hauptstadt Accra. Ban sicherte zu, mit dem Präsidenten der Afrikanischen Union, Jakaya Kikwete, über Möglichkeiten zur Lösung der Krise zu beraten. Australiens Außenminister Stephen Smith warf Simbabwes Präsident Robert Mugabe vor, der Opposition mit der Neuauszählung in einigen Wahlkreisen den Wahlsieg stehlen zu wollen.

MOGADISCHU: Piraten aus Somalia haben im Golf von Aden vergebens versucht, einen japanischen Öltanker zu kapern. Nach Angaben der betroffenen Reederei wurde das Schiff von einer Rakete getroffen, doch habe der Tanker seine Fahrt in Richtung Saudi-Arabien fortsetzen können. Wie die Bundeswehr mitteilte, eilte die vor Somalia kreuzende Fregatte 'Emden' dem japanischen Schiff zu Hilfe. Doch hätten die Piraten schon vor dem Eintreffen der 'Emden' die Flucht ergriffen. Piraten hatten zuvor auch einen spanischen Fischkutter gekapert. Die 26 Mann an Bord sollen erst nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen werden. - Der Golf von Aden gehört seit dem Zusammenbruch des somalischen Staates 1991 weltweit zu den Gewässern, in denen die meisten Piraten ihr Unwesen treiben.

NEW ORLEANS: US-Präsident George W. Bush hat das in der Kritik stehende Freihandelsabkommen für Nordamerika verteidigt. Seit Gründung der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA 1994 habe sich der Handel in der Region verdreifacht, betonte Bush auf dem NAFTA-Gipfeltreffen in New Orleans. Durch den in der Amtszeit von Bill Clinton ausgehandelten Vertrag wurden die USA, Kanada und Mexiko zur Freihandelszone. Seitdem verlegen viele US-Unternehmer ihre Fertigung ins viel kostengünstigere Mexiko. Arbeitnehmervertreter in den USA machen die NAFTA für Arbeitsplatzverluste verantwortlich. Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Barack Obama wollen das Abkommen im Falle eines Wahlsiegs ändern.

BERLIN: Im Kampf gegen die weltweit drastisch steigenden Lebensmittelpreise fordert die Fraktion der Grünen im Bundestag die Streichung der EU-Exportsubventionen. Nur wenn Nahrungsmittel nicht auf dem Weltmarkt künstlich verbilligt würden, hätten Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern eine Chance, sagte Fraktionschefin Renate Künast. Sie rief die Bundesregierung zudem auf, sich international für eine wirksamere Regulierung der Warenterminbörsen und die Einführung einer Börsenumsatzsteuer einzusetzen. - In Straßburg beraten EU-Rat und EU-Kommission an diesem Dienstag über die Folgen des Preisanstiegs bei Nahrungsmitteln.

BONN: Mit weiteren Warnstreiks hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihren Forderungen im Tarifstreit mit der Deutschen Post Nachdruck verliehen. Die Beschäftigten legten vor allem in Postfach-Verteilanlagen ihre Arbeit vorübergehend nieder. Damit sind nach Gewerkschaftsangaben vor allem Großkunden wie Ministerien, Behörden, Verwaltungen und Unternehmen von den Protesten betroffen. Verdi drohte nochmals mit einem unbefristeten Streik für Anfang Mai, falls die Arbeitgeber nicht ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen sollten, das eine Arbeitszeitverlängerung ausschließt.

PARIS: Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat kein Interesse mehr an einer Übernahme von Alitalia. Die Bedingungen dafür seien nicht mehr vorhanden, wurde in Paris mitgeteilt. Verhandlungen mit den italienischen Gewerkschaften über eine Übernahme waren Anfang April gescheitert; zudem lehnt der künftige neue Regierungschef Silvio Berlusconi einen Verkauf der von der Insolvenz bedrohten Alitalia an ein ausländisches Unternehmen ab. Er hofft auf ein Investoren-Konsortium aus dem Inland.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden sonnig und trocken. Sonst viele Wolken und gebietsweise Regen. Tageshöchstwerte 13 bis 17 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: sieben Grad, fast wolkenlos;

Dresden: acht Grad, nach Regen;

Berlin: neun Grad, fast wolkenlos;

Köln/Bonn: acht Grad, wolkig;

Frankfurt am Main: elf Grad, nach Regen und

München: neun Grad, Regen.




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