1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 21. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: In Deutschland klafft die Schere zwischen Arm und Reich nach einer Studie der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit OECD immer weiter auseinander. In einer in Berlin vorgestellten Studie heißt es, inzwischen lebten 10,5 bis 11 Prozent der Gesamtbevölkerung unterhalb der Armutsschwelle. Alleinerziehende und Kinder sind der Studie zufolge überdurchschnittlich, Rentner eher weniger von Armut betroffen. Als Gründe macht die OECD unter anderem die zunehmende Einkommensungleichheit sowie die Arbeitslosigkeit aus. Als von Armut bedroht gelten nach der OECD-Definition Menschen mit weniger als 50 Prozent des mittleren Einkommens in einem Land.

MÜNCHEN: Als erste Landesbank will die BayernLB an diesem Dienstag bekanntgeben, wieviel Kapital sie aus dem 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket der Bundesregierung benötigt. Aus Bankenkreisen verlautete, es könnte sich um zwei bis fünf Milliarden Euro handeln. Wegen der US-Finanzmarktkrise musste die BayernLB Wertberichtigungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro vornehmen. Derweil appellierte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos an die Investmentbanker angeschlagener Finanzinstitute, auf ihre jährlichen Bonuszahlungen zu verzichten. Den Bankern, die für die Krise verantwortlich seien, so Glos wörtlich, würde mehr Demut gut zu Gesicht stehen.

PARIS: Angesichts der Finanzkrise will die französische Regierung den sechs größten Privatbanken des Landes bis zum Jahresende mit insgesamt 10,5 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sagte nach einem Treffen mit den Bankenchefs in Paris, das Geld solle die Kapitalreserven der Institute stärken. Im Gegenzug forderte Lagarde die Banken auf, die Wirtschaft mit mehr Krediten zu versorgen. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche zur Eindämmung der Finanzkrise ein 360 Milliarden Euro schweres Rettungspaket verabschiedet.

BERLIN/KABUL: Die Bundesregierung hat den blutigen Selbstmord-Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im Norden Afghanistans als 'feige und hinterhältig' verurteilt. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Hintermänner zur Verantwortung zu ziehen, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Verteidigungsminister Franz Josef Jung bekräftigte die Entschlossenheit der Bundesregierung, den Afghanistan-Einsatz fortzusetzen. Bei dem Anschlag in der Nähe der Stadt Kundus waren am Montag zwei deutsche Soldaten und fünf afghanische Kinder getötet worden. Zu dem Attentat bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Für Mittwoch ist in Kundus eine Trauerfeier für die getöteten Soldaten geplant.

TOKIO: Das japanische Unterhaus hat einer einjährigen Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes zugestimmt. Ministerpräsident Taro Aso hatte zuvor eindringlich dafür geworben, die USA im Kampf gegen den Terror zu unterstützen und der eigenen Sicherheitsverantwortung gerecht zu werden. Japan hat Schiffe im Indischen Ozean stationiert, die zur Betankung von Flugzeugen der internationalen Allianz dienen. Es wird erwartet, dass das von der Opposition dominierte Oberhaus die Mandatsverlängerung ablehnt, sie aber dann im zweiten Anlauf mit der Regierungsmehrheit im Unterhaus doch angenommen wird.

LA PAZ: Der bolivianische Präsident Evo Morales hat sich zu einem Verzicht auf eine mögliche dritte Amtszeit bereiterklärt und damit einen Kompromiss im Verfassungsstreit ermöglicht. Morales werde sich nur einmal zur Wiederwahl stellen, teilte Vizepräsident Alvaro Garcia am Montag mit. Nach einer Wiederwahl im Jahr 2009 könnte der sozialistische Präsident bis 2014 amtieren. Der Kongress will jetzt dem von Morales angestrebten Referendum über eine neue Verfassung am 25. Januar zustimmen. Rund 100.000 Anhänger der Regierung bekundeten in der Hauptstadt La Paz ihre Unterstützung für die Verfassungsreform, die für eine Umverteilung des Wohlstands zugunsten der indigenen Bevölkerung sorgen soll.

QUITO: In Ecuador ist eine neue Verfassung in Kraft getreten, die dem linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa deutlich mehr Macht zubilligt. So darf der Staatschef des südamerikanischen Landes künftig das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen. Correa selbst könnte bis zum Jahr 2017 regieren, sollte er die nächsten beiden Präsidentenwahlen gewinnen. Die neue Verfassung stärkt außerdem die Rolle des Staates, auch bei der Kontrolle der Wirtschaft. Die erforderlichen Verfassungsänderungen waren von den Bürgern Ecuadors bei einem Referendum Ende September gebilligt worden.

MEXIKO-STADT: Bei Unruhen in einem mexikanischen Gefängnis sind nach offiziellen Angaben 21 Insassen ums Leben gekommen. Mindestens zehn Häftlinge wurden verletzt. In der Haftanstalt in der Stadt Reynosa an der US-Grenze sei ein Kampf zwischen zwei verfeindeten Gruppen ausgebrochen, erklärte die Behörde für öffentliche Sicherheit. Die Leitung des überbelegten Gefängnisses teilte mit, Gefangene hätten Teile der Haftanstalt angezündet. Die Polizei und Soldaten brachten die Lage später unter Kontrolle. Der Gefängnisdirektor und mehrere Aufseher wurden vom Dienst suspendiert.

ATHEN: Streiks haben in Griechenland große Teile der Wirtschaft und des Verkehrs lahmgelegt. Aus Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten und ein Sparprogramm der Regierung erschienen Millionen Arbeitnehmer nicht zur Arbeit. Mehr als 100 Inlands - und Auslandsflüge wurden gestrichen. Da auch die Fluglotsen streiken, wird der griechische Luftraum für vier Stunden geschlossen. Auch die Fähren bleiben in den Häfen. Viele Inseln sind damit einen Tag lang von der Außenwelt abgeschnitten. Ärzte behandeln Patienten nur in dringenden Fällen. Auch Bankangestellte, Lehrer und Journalisten haben die Arbeit niedergelegt.

PARIS: Die Betreiber der Pariser Flughäfen und des Flughafens Amsterdam haben eine strategische Allianz vereinbart. Die Aeroports de Paris (ADP) und der Betreiber des Flughafens Schiphol wollen sich mit acht Prozent am Partner beteiligen. Das teilte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde mit. ADP betreibt in der französischen Hauptstadt die Flughäfen Charles de Gaulle und Orly. Die Pariser Flughäfen sind bereits eng mit Schiphol verbunden. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM hat Hauptverkehrsknotenpunkte in Paris wie auch in Amsterdam. Sie ist der weltgrößte Luftverkehrskonzern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten zunächst noch freundlich; später hier wie im übrigen Lande viele Wolken und zeitweise Regen. Tageswerte zwischen 12 und 17 Grad.

Audio und Video zum Thema