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Nachrichten

Dienstag, 21. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

FRANKFURT AM MAIN: Nach Vereitelung eines geplanten Terroranschlags auf eine Passagiermaschine hat die Gewerkschaft der Polizei nochmals auf bestehende Sicherheitslücken auf deutschen Flughäfen verwiesen. Tests durch die Bundespolizei hätten allein am Frankfurter Airport Fehlerquoten von 30 bis 50 Prozent ergeben, erläuterte Gewerkschaftschef Konrad Freiberg. Er bezeichnete es als verantwortungslos, dass die Sicherheitsdienste am Flughafen, eigentlich eine Aufgabe des Staates, privatisiert worden seien. Das Personal sei oftmals nicht richtig geschult. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatten sechs mutmaßliche Terroristen im Sommer geplant gehabt, in Frankfurt einen Koffer mit Sprengstoff in eine israelische Maschine zu schmuggeln.

GÜTERSLOH: Die Zahl der Terroranschläge und Opfer weltweit hat sich nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. Danach stieg die Zahl der Anschläge auf 2.200 pro Jahr, 13.000 Menschen wurden dabei getötet oder verletzt. Der geographische Schwerpunkt der politischen Gewalt liegt im asiatischen Raum. Hauptmotiv für den Terror sind nach Angaben der Verantwortlichen der Studie Armut, Misswirtschaft und Unterdrückung, nicht religiöser Fanatismus. Die Projektleiter wiesen in Gütersloh darauf hin, dass die westliche Entwicklungspolitik noch stärker auf eine Bekämpfung der Armut und Förderung der Demokratie abzielen müsse. Abschottungsszenarien und Kontrollmechanismen allein würden keine umfassende Sicherheit bieten können.

BERLIN: Der Deutsche Lehrerverband und Politiker der großen Parteien haben nach dem Amoklauf eines ehemaligen Schülers im Münsterland vor wachsender Gewalt in der Gesellschaft gewarnt. Der Vizechef der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach, forderte ebenso wie SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz ein Verbot gewaltverherrlichender Computerspiele. Solche Spiele gaukelten den schnellen Sieg des Stärkeren vor und förderten lediglich aggressives Verhalten. Der 18-jährige Täter hatte am Montag auf dem Gelände seiner ehemaligen Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten wahllos um sich geschossen, Rauchgasbomben gezündet und sich dann selbst getötet. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Der Jugendliche hatte seine Tat im Internet angekündigt.

BERLIN: Der Bundestag berät heute abschließend über den Haushalt für das kommende Jahr. Der Etatentwurf sieht Ausgaben von 270,5 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung soll mit 19,6 Milliarden Euro den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreichen. Für Investitionen sind knapp 24 Milliarden Euro vorgesehen. Erstmals seit Jahren werden damit wieder die Vorgaben des Euro-Stabilitätspakts und die Schuldenregeln des Grundgesetzes bereits in der Planung eingehalten.

BAGDAD: Der Irak und Syrien haben ihre 1982 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Die Vereinbarung erfolgte nach Angaben eines irakischen Regierungssprechers beim Besuch des syrischen Außenministers Walid Moallem in Bagdad. Es ist der erste hochrangige Kontakt zwischen den beiden Ländern seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Frühjahr 2003. - In jüngster Zeit hatte der Irak Syrien wiederholt vorgeworfen, ausländischen Kämpfern die Einreise über seine Grenze zu ermöglichen.

RAMALLAH: Die Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung läßt weiter auf sich warten. Präsident Mahmud Abbas stoppte aus Ärger über die Haltung von Ministerpräsident Ismail Hanija die Gespräche. Hanija besteht darauf, dass seine Hamas und nicht die konkurrierende Fatah weiter den Finanz- und den Innenminister stellt. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak kündigte an, er wolle vermitteln und zu einem Treffen nach Kairo einladen.

GAZA-STADT: Bei einem israelischen Militäreinsatz in Gaza sind ein Aktivist der radikal-islamischen Hamas und eine 70-jährige Palästinenserin getötet worden. Die Frau sei in ihrem Haus bei israelischem Panzerbeschuss gestorben, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit. Den 20-jährigen Hamas-Kämpfer hätten die Soldaten bei einem Feuergefecht getötet. - Militante Palästinenser feuerten unterdessen vom Gazastreifen aus eine Rakete auf die israelische Grenzstadt Sderot. Ein Bewohner wurde schwer verletzt. Nach Auskunft eines UN-Sprechers traf die Rakete Sderot während eines Besuchs der Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour. Sie und ihre Begleiter seien nur wenige hundert Meter vom Einschlagsort entfernt gewesen.

TAIPEH: Nach der Pleite seiner deutschen Handy-Tochter baut der taiwanische Elektronikkonzern BenQ auch im Mutterhaus hunderte Stellen ab. Der Konzern teilte mit, dass bis zum Jahresende etwa 400 Mitarbeiter der Handy-Fabrik im chinesischen Shanghai entlassen würden. Das wäre rund die Hälfte der Beschäftigten.

WASHINGTON: Die USA haben dem Sudan eine Frist bis zum 1. Januar eingeräumt, um einer UN-Schutztruppe für die Krisenregion Darfur zuzustimmen. Sollte die Regierung in Khartum bis dahin nicht einlenken, werde es einen Plan B geben, sagte der Sudan-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Natsios. Bislang konnten sich die Vereinten Nationen mit dem Sudan nicht über die Stärke der Truppe in Darfur sowie deren Kommandeur einigen.

MÜNCHEN: Der Geschwister-Scholl-Preis 2006 ist posthum dem rumänischen Schriftsteller Mihail Sebastian verliehen worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ist seinen in der NS-Zeit geschriebenen Tagebüchern mit dem Titel 'Voller Entsetzen,

aber nicht verzweifelt' gewidmet. Sebastian war im Mai 1945 im Alter von 37 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten einige Aufheiterungen. Sonst viel Regen oder Schauer. Höchstwerte zwischen sechs und elf Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 21.11.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9PuY
  • Datum 21.11.2006
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