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Nachrichten

Dienstag, 21. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag.

STUTTGART: Die Gewerkschaft Verdi will an diesem Dienstag eine neue Strategie bei den Streiks im öffentlichen Dienst der Kommunen festlegen. Wie verlautete, soll nun versucht werden, gezielter die Arbeitgeber materiell zu treffen; die Bürger sollen dagegen verschont werden. Am Sonntag waren Schlichtungsgespräche gescheitert. Auch im Tarifkonflikt der Länder gehen die Streiks weiter. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff verlangte, jedes Bundesland müsse eigene Abschlüsse treffen können. Die Tarifverhandlungen sind festgefahren. Auch ein Telefonat zwischen Verdi-Chef Frank Bsirske und dem Verhandlungsführer der Länder, Hartmut Möllring, brachte nach Möllrings Angaben keine Annäherung.

BERLIN: Die Ärzte wollen ihren Streik an Unikliniken und Landeskrankenhäusern an diesem Dienstag auf insgesamt 20 Standorte ausweiten. Schwerpunkte bleiben nach Angaben der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund weiterhin Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Eine Notfallversorgung sei sichergestellt. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff zeigte sich optimistisch, eine Einigung in den kommenden beiden Wochen zu finden. Gerade bei den Ärzten gebe es hinsichtlich Bezahlung und Arbeitszeit berechtigte Forderungen. Gestreikt wird für eine 30-prozentige Lohnerhöhung sowie gegen zu lange Arbeitszeiten.

BERLIN: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat kostenlose Kindergärten als unrealistisch abgelehnt. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der 'Neuen Presse', die Finanzlage von Bund, Ländern und Gemeinden lasse das nicht zu. Schon jetzt gäben die Gemeinden 13 Milliarden Euro jährlich für die Kinderbetreuung aus und müssten zur Bezahlung des Personals teilweise sogar Kredite aufnehmen. In der Koalition gibt es Überlegungen, kostenlose Kindergartenplätze für Drei- bis Sechsjährige anzubieten. Allerdings wird es nach Regierungsangaben in absehbarer Zeit keine entsprechenden konkreten Vorschläge geben.

BERLIN: Die beiden im Irak entführten deutschen Ingenieure sind nach Angaben des Ersten Deutschen Fernsehens am Leben. Der Sender berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, die beiden seien von Kriminellen entführt worden, um Lösegeld zu erpressen. Kontakt zu den Entführern gebe es jedoch weiterhin nicht. Die beiden Mitarbeiter der Leipziger Firma Cryotec waren am 24. Januar im Norden des Irak entführt worden. Das letzte Lebenszeichen in Form einer Videobotschaft stammt vom 11. Februar.

BERLIN: Grüne und CSU haben die Bundesregierung aufgefordert, den geplanten Einsatz der Bundeswehr in der Demokratischen Republik Kongo zu verdeutlichen. CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte, der klare Nutzen für Deutschland und Europa müsse verdeutlicht werden. Allein der Hinweis auf die internationale Verantwortung reiche vielen Abgeordneten nicht aus. Die Fraktionschefs der Grünen, Fritz Kuhn und Renate Künast, forderten Kanzlerin Angela Merkel schriftlich auf, allen Fraktionschefs die Grundlagen des Einsatzes direkt zu erläutern. Außer Deutschland und Frankreich, die sich die Führung teilen wollen, haben mehrere EU-Staaten zugesagt, Soldaten zum Schutz der Wahlen im Kongo im Juni zu entsenden.

MINSK: In der Hauptstadt Weißrusslands haben in der Nacht zum Dienstag mehrere hundert Demonstranten ihren Protest gegen den Wahlsieg von Präsident Alexander Lukaschenko fortgesetzt. Rund 400 überwiegend jugendliche Oppositionelle verbrachten trotz Warnungen der Sicherheitskräfte die Nacht in Zelten. Unterstützer versorgten die Protestierenden mit Schlafsäcken und Lebensmitteln. In den Morgenstunden wurden mehrere Personen festgenommen. Auch am Abend zuvor hatten wieder mehrere tausend Menschen auf dem Oktoberplatz gegen Lukaschenko demonstriert.

NEW YORK: Die Beratungen von Vertretern der fünf ständigen Mitglieder im Weltsicherheitsrat und Deutschlands über das iranische Atomprogramm haben vorerst keine Annäherung gebracht. Die westlichen Länder konnten den Widerstand Russlands und Chinas gegen ein schärferes Vorgehen gegen die Regierung in Teheran nicht überwinden. Der Weltsicherheitsrat berät im Lauf des Tages nochmals über das iranische Atomprogramm.

PEKING: Der russische Präsident Wladimir Putin ist zu einem zweitägigen Besuch nach China gereist. Im Mittelpunkt seiner Gespräche mit Präsident Hu Jintao steht der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und der Bau einer Pipeline von Sibirien nach China. Die Volksrepublik ist bereits jetzt einer der Hauptkunden für russisches Öl und Gas. Beide Staaten wollen ihren Handel, der im vergangenen Jahr einen Wert von 29 Milliarden Dollar erreichte, bis 2010 auf das Doppelte steigern.

BANGKOK: In der thailändischen Hauptstadt haben erneut tausende Regierungsgegner den Rücktritt von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gefordert. Rund 5.000 Demonstranten zogen vor die Botschaft von Singapur und verlangten, dass die Regierung des Stadtstaats ihren im Januar getätigten Kauf von Thaksins Unternehmensimperium rückgängig macht. Die Opposition wirft dem Regierungschef vor, seine Familie habe dabei durch Ausnutzung eines Gesetzesschlupfloches Steuerfreiheit erlangt. Der Vorgang hatte eine anhaltende Protestwelle in Thailand ausgelöst, in deren Verlauf Thaksin das Parlament auflöste und Neuwahlen ansetzte.

ISLAMABAD: Die aggressive Vogelgrippe-Variante H5N1 hat jetzt auch Pakistan erreicht. Labortests in Großbritannien hätten das auch für Menschen gefährliche Virus bei Hühnern im Nordwesten Pakistans bestätigt, teilte das Landwirtschaftsministerium in Islamabad mit. Zuvor war die Vogelgrippe bereits in den Nachbarstaaten Indien, Iran und Afghanistan aufgetreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden heiter und trocken, sonst überwiegend bedeckt, gebietsweise Regen. Tageswerte zwischen drei und zwölf Grad.