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Nachrichten

Dienstag, 21. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

SCHWERIN: Im Kampf gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe sind in Mecklenburg-Vorpommern die Schutzmaßnahmen ausgeweitet worden. Fast alle großen Städte und Landkreise an der Küste wurden zur Überwachungszone erklärt. Nach der Insel Rügen lösten auch die Kreise Nordpommern und Ostvorpommern Katastrophenalarm aus. Die Bundeswehr weitete ihren Einsatz aus. Die Zahl der verendeten Vögel, bei denen das auch für den Menschen gefährliche Virus H5N1 nachgewiesen wurde, stieg nach Angaben des Bundesinstituts für Tiergesundheit um 22 auf über 100. Der deutsche Bauernverband forderte großzügige Entschädigungen für betroffene Landwirte. Bund und Länder müssten solidarisch einstehen, falls sich die Seuche ausbreite, sagte Generalsekretär Helmut Born.

PEKING: China hat verschärfte Kontrollen für Geflügelimporte aus Deutschland und anderen Staaten angeordnet, in denen die Vogelgrippe aufgetreten ist. Die Behörden erließen eine Eilverordnung, wonach Geflügel und Geflügelprodukte aus diesen Ländern nur noch dann den Zoll passieren dürfen, wenn sie vorher getestet worden sind. Zudem sollen Menschen, die aus von der Vogelgrippe betroffenen Staaten nach China kommen, auf Fiebersymptome überprüft werden. Neben Deutschland sind unter anderem auch Frankreich, Italien, Ägypten und Kuwait von den verschärften Kontrollen betroffen. - Unterdessen meldete Malaysia einen neuerlichen Ausbruch der Vogelgrippe. Nach Medienberichten wurde das H5N1-Virus bei 40 in der Hauptstadt Kuala Lumpur verendeten Hühnern nachgewiesen. Erstmals war die Vogelgrippe 2003 in Malaysia aufgetreten.

TEHERAN: Der Iran will nicht mehr mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien über sein Atomprogramm verhandeln. Weitere Gespräche würden nur noch mit einzelnen Ländern geführt, teilte Außenminister Manuschehr Mottaki mit. Die drei als EU-Troika bezeichneten Staaten hatten monatelang versucht, Teheran im Atomstreit zum Einlenken zu bewegen. Die Gespräche wurden im Januar jedoch ausgesetzt, nachdem der Iran die Uran-Anreicherung wieder aufgenommen hatte. In Moskau wurden unterdessen die russisch-iranischen Verhandlungen zum Atomkonflikt wieder aufgenommen. - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier schließt Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nicht mehr aus. Der Schlüssel zur Lösung des Atomproblems liege nun bei der iranischen Führung, sagte Steinmeier am Rande seiner Gespräche in Tokio.

TEHERAN: Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat die islamischen Länder aufgefordert, die künftige von der Hamas geführte Palästinenser-Regierung finanziell zu unterstützen. Zugleich appellierte er an die Hamas, Israel weiter die Anerkennung zu versagen und für einen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt zu kämpfen. Khamenei äußerte sich bei einem Besuch des politischen Hamas-Führers Chaled Maschaal in Teheran. - Der UN-Nahostgesandte Alvaro de Soto kritisierte die israelischen Sanktionen gegen die Palästinenser. Die Einstellung der Steuerüberweisungen wegen der Regierungsübernahme durch die radikal-islamische Hamas sei problematisch, sagte De Soto in Jerusalem. Die Gelder stünden der Autonomiebehörde zu und dürften nicht zurückgehalten werden.

BERLIN: Im öffentlichen Dienst geht der Arbeitskampf nach den Spitzengesprächen vom Montag in die dritte Woche. Beschäftigte von Müllabfuhr, Straßenreinigung und Straßenmeistereien in mehreren Bundesländern legten die Arbeit nieder. Auch in Hamburg soll es noch Protestaktionen geben. Nach dem Treffen in Berlin betonte Verdi-Chef Frank Bsirske, seine Gewerkschaft sei kompromissbereit, die geforderte Verlängerung der Wochenarbeitszeit könne aber nicht akzeptiert werden.

ESSEN: Der deutsche Energiekonzern E-ON will die spanische Endesa für rund 29 Milliarden Euro übernehmen. Wie das Unternehmen mitteilte, werde ein Angebot von 27,50 Euro pro Aktie vorgelegt. Das Angebot muss von den spanischen Behörden geprüft werden. Für Endesa hatte zuvor der spanische Konkurrent Gas Natural eine als feindlich eingestufte Offerte von rund 22,5 Milliarden Euro abgegeben. Endesa ist der größte Stromversorger Spaniens. Mit der Übernahme würde sich E-ON auch den lateinamerikanischen Markt erschließen, auf dem Endesa die Nummer Eins ist.

DÜSSELDORF: Der Zusammenbruch der größten deutschen Geldtransport- Firma Heros könnte die Bargeldversorgung in ganz Deutschland beeinträchtigen. Die Firma, die rund die Hälfte aller Geldtransporte in Deutschland durchführte und auch Geldautomaten beschickte, hatte am Montag nach Bekanntwerden von Betrugsvorwürfen Insolvenz angemeldet. Mitarbeiter der Firma sollen in den vergangenen Jahren rund 300 Millionen Euro unterschlagen haben. Gegen vier der Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen. Die Bundesvereinigung der deutschen Geld- und Wertdienste kündigte unterdessen an, ihre Mitgliedsunternehmen seien bereit, alles zu tun, um Versorgungsengpässe bei Bargeld zu vermeiden.

BERLIN: Die Bundesregierung plant ein umfassendes Programm gegen Rechts- und Linksextremismus sowie gegen den radikalen Islamismus in Deutschland. Alle bisherigen Projekte kämen auf den Prüfstand, und die Förderung solle neu ausgerichtet werden, sagte der Staatssekretär im Familienminsterium, Hermann Kues, der Hannoverschen 'Neuen Presse'. Das Programm zur Förderung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie soll im Herbst vorgestellt werden.- Die Bundesregierung hat dem Bericht zufolge seit 2001 mehr als 4.000 Projekte gegen Rechtsextremismus mit 19 Millionen Euro gefördert. An der Summe solle sich auch 2007 nichts ändern, so Kues. Die Förderung solle aber ausgeweitet und neue, vor allem an Jugendliche gerichteten Programme gestartet werden.

ZUM SPORT: Bei den Olympischen Winterspielen in Turin stehen an diesem Dienstag vier Entscheidungen an. In drei Wettbewerben hat die deutsche Mannschaft Aussicht auf Medaillen: in der Biathlon-Staffel der Herren, in der Nordischen Kombination und im Zweierbob der Damen. - Der Montag hatte ganz im Zeichen der Österreicher gestanden. Im Mannschaftskispringen gewann das Quartett ebenso Gold wie die Skiläuferin Michaela Dorfmeister im Super-G und Benjamin Reich im Riesenslalom. Überschattet werden die Erfolge durch den Doping-Vorwurf gegen die österreichischen Biathleten und Langläufer.- Das Eishockey-Turnier der Frauen gewann Kanada vor Schweden und den USA. Die Goldmedaille im Eistanz ging an das russische Paar Tatjana Nawka und Roman Kostomarow.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall bewölkt mit Schnee- oder Regenfällen, nur an den Küsten trocken. Höchstwerte zwischen null und sieben Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 1°, Schneeregen;

Berlin: 1°, bedeckt;

Dresden: 0°, Nebel;

Köln/Bonn: 2°, nach Regen;

Frankfurt am Main: 3°, nach Regen und

München: 4°, stark bewölkt.