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Nachrichten

Dienstag, 20. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FÜRTH: Nach 72 Jahren steht der insolvente Versandhändler Quelle vor dem Aus. Die Verkaufsanstrengungen seien erfolglos gewesen, teilte der Insolvenzverwalter der Quelle-Mutter Arcandor, Klaus Hubert Görg, mit. Zur Abwicklung gebe es keine Alternative. Von den vier verbliebenen Bietern habe keiner ein Angebot abgegeben. Die Belegschaft wird an diesem Dienstag über die Folgen informiert. Ein Sprecher Görgs sagte, die Schließung werde noch einmal 1.500 Stellen kosten. 3.100 der 10.500 Mitarbeiter im Versandhandel verlieren ohnehin ihren Job. Die übrigen Teile, darunter das gesunde Auslandsgeschäft von Quelle, würden nun einzeln verkauft. Das 1927 gegründete Unternehmen war einst der zweitgrößte europäische Versandhändler.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt heute über die Höhe der Sozialleistungen für Kinder aus bedürftigen Familien. Das Bundessozialgericht hatte die entsprechenden Hartz-IV-Regelsätze für zu niedrig befunden und die Klagen dreier Familien dem höchsten deutschen Gericht vorgelegt. Die Karlsruher Richter müssen nun prüfen, ob für Kinder ein pauschaler Betrag von 60 bis 70 Prozent der Zahlungen für Erwachsene rechtens ist. Ein Urteil wird erst Anfang kommenden Jahres erwartet.

BERLIN: Union und FDP peilen spätestens von 2011 an eine Senkung der Einkommensteuer an. Starten will das geplante neue Regierungsbündnis zunächst mit einem steuerlichen Sofortprogramm. CSU-Chef Horst Seehofer sagte nach einer Sitzung des Partei-Vorstandes in München, 2011 werde es in jedem Fall eine Entlastung geben. Über das Volumen werde aber noch diskutiert. Die Finanzpolitiker von Union und FDP verständigten sich in Berlin auf verschiedene Rechenmodelle. Damit lägen entscheidungsreife Papiere für die große Koalitionsrunde am Mittwoch auf dem Tisch, sagte der FDP-Unterhändler Volker Wissing. Offen ist weiter, woher das Geld für die Steuerentlastung kommen soll.

WASHINGTON: Nachdem rund ein Viertel der Stimmzettel der Präsidentschaftswahl in Afghanistan für ungültig erklärt worden ist, will sich Amtsinhaber Hamid Karsai offenbar zu einer möglichen Stichwahl äußern. Sie wolle die Entscheidung von Amtsinhaber Hamid Karsai nicht vorwegnehmen, sei aber zuversichtlich, teilte US- Außenministerin Hillary Clinton in Washington mit. Sie hatte zuvor mit Karsai und seinem schärfsten Rivalen, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah, gesprochen. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Beschwerdekommission hatte in ihrem Bericht die Auszählung in 210 Wahllokalen für ungültig erklärt. Nach Einschätzung von Beobachtern hätte Karsai damit die absolute Mehrheit verfehlt und müsste sich einer Stichwahl stellen.

NIAMEY: Trotz internationaler Proteste wird im westafrikanischen Niger ein neues Parlament gewählt. Die Opposition rief zum Boykott der Abstimmung auf. Das neue Parlament soll eine Verfassungsreform ratifizieren, die Staatspräsident Mamadou Tandja eine dritte Amtszeit ermöglicht. Der 71-Jährige hatte das bisherige Parlament und das Verfassungsgericht auflösen lassen, weil sie sich seinen Plänen widersetzt hatten. Die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten und die Europäische Union forderten eine Verschiebung der Parlamentswahl in dem uranreichen Land.

MANAGUA: Der Oberste Gerichtshof Nicaraguas hat eine Wiederwahl des amtierenden Präsidenten Daniel Ortega für zulässig erklärt. Der einstige sandinistische Revolutionsführer könnte demnach 2011 bereits zum dritten Mal zum Präsidenten gewählt werden. Er folgt damit Vorbildern wie dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez oder Evo Morales aus Bolivien. Auch sie ließen die Verfassung ändern, um wiedergewählt werden zu können.

NEW YORK: Die traditionsreiche Zeitung "New York Times" muss weiter sparen und streicht bis zum Jahresende etwa 100 Stellen in ihrer Redaktion. Das entspricht einem Personalabbau von acht Prozent im Nachrichtenbereich des Blattes. Wie Chefredakteur Bill Keller in einer Mitteilung an die Belegschaft erklärte, seien Entlassungen nötig, wenn nicht genügend Mitarbeiter unter Mitnahme einer Abfindung freiwillig ausscheiden. Die unter dem Anzeigenschwund und unter sinkenden Abonnentenzahlen leidende "New York Times" hat bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Stellen gestrichen.

STUTTGART: Mit einem strikten Sparkurs hat Daimler das Ruder herumgerissen und fährt wieder Gewinne ein. Nach drei verlustreichen Quartalen in Folge wies der Autobauer für den Zeitraum von Juli bis September einen operativen Gewinn von 470 Millionen Euro aus. Zu diesem Ergebnis trug vor allem die Pkw-Sparte bei. Damit sorgte der Stuttgarter Konzern für eine positive Überraschung an der Börse. Die Daimler-Aktien schnellten um sieben Prozent in die Höhe und halfen auch dem Deutschen Aktien-Index nach oben.

BERLIN: Der Datenskandal bei der Deutschen Bahn hat für das Unternehmen ein teures Nachspiel. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix verhängte ein Bußgeld in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Ein Bahn-Sprecher erklärte, man prüfe den Bescheid. Das Unternehmen hatte eingeräumt, die Daten fast aller Mitarbeiter ohne deren Einverständnis abgeglichen zu haben. Außerdem habe man Führungskräfte überwacht. -- Die Behörde des Berliner Datenschutzbeauftragten ahndet schwerwiegende Gesetzesverstöße von in der Hauptstadt ansässigen Unternehmen.

BERLIN: Im Tarifkonflikt über die Löhne der rund 860.000 Gebäudereiniger hat bundesweit ein unbefristeter Streik begonnen. In Berlin legten rund 100 Gebäudereiniger und Fensterputzer die Arbeit nieder, auch in Dortmund, Flensburg und Hamburg folgten Beschäftigte dem Streikaufruf. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt verlangt 8,7 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten drei Prozent. In einer Urabstimmung hatten sich 96,7 Prozent für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Experten gehen davon aus, dass nur etwa zehn Prozent der Gebäudereiniger Mitglied der Gewerkschaft sind.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND - Verbreitet sonnig mit nur wenigen Wolken. Im Westen sowie in Sachsen Durchzug von Wolkenfeldern, aber weitgehend niederschlagsfrei. Höchstwerte sieben bis 14 Grad.


Am Vormittag meldeten:

Hamburg: zwei Grad, leicht bewölkt

Berlin: ein Grad, dunstig

Dresden: minus ein Grad, nach Nebel

Köln / Bonn: drei Grad, leicht bewölkt

Frankfurt am Main: ein Grad, leicht bewölkt

München: null Grad, dunstig

Audio und Video zum Thema