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Nachrichten

Dienstag, 20. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Die pakistanischen Behörden haben nach Regierungsangaben mehr als 3.000 Anhänger der Opposition freigelassen. Weitere würden demnächst auf freien Fuß gesetzt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Beobachter schätzen, dass es sich um einige hundert oder um einige tausend handelt. Die Oppositionsanhänger waren seit Verhängung des Ausnahmezustands am 3. November festgenommen worden. Der vom pakistanischen Staats- und Armeechef Pervez Musharraf vorgeschlagene Termin für die Parlamentswahl ist inzwischen amtlich. Die Abstimmung werde am 8. Januar abgehalten, sagte der Chef der Wahlkommission. Musharraf hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er den Ausnahmezustand vor der Wahl aufheben wird.

ALGIER: In Algerien ist ein führendes Mitglied des internationalen Terrornetzwerks El Kaida festgenommen worden. Fateh Bouderbala, bei den Behörden als 'Emir' der El Kaida von Algerien bekannt, sei nach Hinweisen aus der Bevölkerung zusammen mit zwei Komplizen überrascht worden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Bei der Festnahme wurden 800 Kilogramm einsatzbereiter Sprengstoff sowie drei gebrauchsfertige Bomben und zahlreiche Zünder beschlagnahmt. Bouderbala lebte seit 14 Jahren im Untergrund. In den vergangenen Monaten waren in Algerien mehrere Anschläge mit rund hundert Toten und dutzenden Verletzten verübt worden, zu denen sich El Kaida bekannt hatte.

BERLIN: Die Vorstände von Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL loten bei einem Spitzentreffen Lösungsmöglichkeiten für den seit Monaten festgefahrenen Tarifkonflikt aus. Bei dem Gespräch an einem unbekannten Ort ist Bahnchef Hartmut Mehdorn nach den Worten von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bereit, einen Schritt auf die Lokführer zuzugehen. Er unterbreite ein neues Angebot, hieß es. Dies hatte die GDL seit langem als Vorbedingung für die Aufnahme von Verhandlungen gefordert. GDL-Chef Manfred Schell erklärte, bei dem Treffen handele es sich noch nicht um förmliche Verhandlungen, bei denen eine Friedenspflicht gilt. An diesem Dienstag wird aber nicht gestreikt.

PARIS: In Frankreich erreicht die seit einer Woche dauernde Streikwelle einen neuen Höhepunkt. Neben den Eisenbahnern trat auch ein Großteil der etwa fünf Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den Ausstand. Sie fordern bessere Einkommen und weniger Stellenstreichungen. Ihr Streik war schon länger geplant und fällt eher zufällig mit dem Streik der Eisenbahner zusammen, der sich gegen die von Präsident Nicolas Sarcozy geplante Abschaffung von Sonderregelungen bei der Rente richtet. Im ganzen Land bildeten sich erneut lange Staus. Etwa jeder zweite Fernzug und zahlreiche Metros fielen aus.

SINGAPUR: Zu ihrem 40-jährigen Jubiläum hat die Südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN eine Charta zum Schutz der Menschenrechte unterzeichnet. Die Charta soll Grundlage für eine engere Gemeinschaft des losen Staatenbundes werden. Erstmals verpflichten sich darin die Mitglieder zu Demokratie. Auch Birma unterzeichnete das Papier. In Birma hatte die Militärjunta erst Ende September friedliche Proteste mit Gewalt niederschlagen lassen. Das Dokument muss von allen Mitgliedern ratifiziert werden, ehe es in Kraft tritt. Sanktionen gegen Mitglieder, die gegen Bestimmungen verstoßen, sind nicht vorgesehen. In einer weiteren Erklärung verpflichteten sich die zehn Mitgliedsländer zur Aufforstung als Beitrag zum Klimaschutz.

BRASILIA: Der brasilianische Präsident Luiz Inácio 'Lula' da Silva hat Deutschland zu einer stärkeren Zusammenarbeit im Bereich der Biokraftstoffe aufgerufen. Beide Länder verfügten über die Technologie, um das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Veränderung der Energiematrix zu machen, sagte da Silva bei der Eröffnung der 25. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in der Stadt Blumenau im Süden Brasiliens. An der Veranstaltung nahm auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos teil.

DÜSSELDORF: Nach einem vagen Hinweis auf einen geplanten Amoklauf bleibt eine Schule in Kaarst bei Düsseldorf vorsorglich geschlossen. Die Polizei teilte mit, finnische Sicherheitsbehörden hätten diese Information einem Chatroom-Gespräch im Internet entnommen. Dem werde jetzt nachgegangen. - Bei den Ermittlungen zum angeblich geplanten Amoklauf von Köln hat es eine Wende gegeben. Die beiden Jugendlichen, die nach ersten Ermittlungen den Amoklauf an einer Schule geplant haben sollen, hatten ihr Vorhaben nach neuen Erkenntnissen bereits vor ihrer Entdeckung durch die Polizei wieder aufgegeben. Einer der beiden Jugendlichen hatte nach einer Befragung durch die Polizei am Freitag Selbstmord begangen. - Vor einem Jahr waren bei dem Amoklauf von Emsdetten 37 Menschen verletzt worden. Der Täter nahm sich damals das Leben.

ANTALYA: In der Türkei ist der Prozess gegen den seit sieben Monaten inhaftierten deutschen Schüler Marco fortgesetzt worden. Der Junge aus dem niedersächsischen Uelzen ist angeklagt, in den Osterferien eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Der 17-Jährige bestreitet den Vorwurf. Wegen der langen Untersuchungshaft hatten Marcos Anwälte eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg angekündigt. Bisher hatte sich das Gericht in Antalya immer wieder vertagt; auch weil die offizielle Aussage des in England vernommenen Mädchens nicht vorlag. Unklar ist, ob die Übersetzung der Aussage jetzt zur Verfügung steht.

DHAKA: Nach dem Wüten des Zyklons 'Sidr' an der Küste Bangladeschs vor vier Tagen ist das volle Ausmaß der Katastrophe noch immer nicht absehbar. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen mehr als 3.000 Tote geborgen. Hilfsorganisationen gehen von einer weit höheren Opferzahl aus, weil noch immer einige vom Tropensturm betroffene Gebiete nicht erreicht werden konnten. Marine-Schiffe und Hubschrauber suchten auf Inseln und an der Küste im Golf von Bengalen nach tausenden Vermissten. Die deutsche Regierung stockte ihre Soforthilfe angesichts der verheerenden Schäden durch 'Sidr' auf eine Million Euro auf.

KIEW: Zwei Tage nach dem schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine haben Rettungskräfte die Leichen von 88 Kumpeln geborgen. Vermutlich sind insgesamt 100 Bergleute ums Leben gekommen. Zwölf Männer würden noch vermisst, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Die Methangasexplosion hatte sich am Sonntag im ostukrainischen Kohlerrevier Donezk ereignet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Westlich des Rheins etwas Regen, sonst viele Wolken, aber meist trocken. Tageswerte ein bis sechs Grad Celsius, im Westen milder mit Temperaturen bis zehn Grad.

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