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Nachrichten

Dienstag, 20. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt darauf, dass die Zusammenarbeit mit den USA unter dem neuen Präsidenten Barack Obama von mehr Gemeinsamkeit geprägt wird. Ein Land alleine könne die Probleme der Welt nicht lösen, sagte Merkel im ARD-Fernsehen. Als besondere gemeinsame Herausforderungen nannte sie die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Amerika müsse sich hierbei auf internationale Regeln für die Finanzmärkte einlassen. Die Kanzlerin rechnet damit, dass Obama Anfang April nach Deutschland kommen wird. Zu seiner Amtseinführung an diesem Dienstag als 44. Präsident der Vereinigten Staaten, werden in Washington bis zu zwei Millionen Menschen erwartet. Mehr als 40.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

MOSKAU: Russisches Gas fließt wieder durch die Ukraine in Richtung Europa. Die Durchleitung sei wieder in vollem Umfang aufgenommen worden, teilte ein Sprecher des russischen Monopolisten Gazprom mit. Bis die Lieferung bei den europäischen Abnehmerländern eintrifft, dürfte laut Experten mindestens ein Tag vergehen. Im Streit über Preise und Transitgebühren hatte Russland Anfang Januar seine Erdgaslieferungen durch Pipelines in der Ukraine gestoppt. Nach schwierigen Verhandlungen unterzeichneten beide Seiten am Montag ein Abkommen, das den Weg für die Wiederaufnahme der Gaslieferungen frei machte. Danach zahlt die Ukraine künftig einen in Europa üblichen Preis für russisches Gas, während für dieses Jahr noch ein Abschlag gewährt wird.

JERUSALEM: Nach dem Stopp der Kämpfe im Gazastreifen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag in Jerusalem Gespräche mit der israelischen Führung aufgenommen. Dabei dürfte es auch um die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet gehen. Außenministerin Zipi Livni warnte vor einer Stärkung der radikal-islamischen Hamas im Zuge des Wiederaufbaus. Während der dreiwöchigen Offensive habe diese sich nicht für die Belange der Zivilbevölkerung interessiert, so Livni. Die Europäische Union bereitet derweil humanitäre Hilfe vor.

BRÜSSEL: Die Bundesregierung geht ebenso wie die EU-Kommission von einer tiefen Rezession in Deutschland in diesem Jahr aus. Der in einer Prognose genannte Rückgang des Bruttoinlansprodukts um 2,3 Prozent stimme mit den Zahlen überein, die die Regierung am Mittwoch präsentieren wolle, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Kritik an der hohen Schuldenaufnahme zur Finanzierung des neuen Konjunkturprogramms wies Steinbrück zurück. Die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Rezession seien im Kreise seiner europäischen Kollegen begrüßt worden. Die EU-Kommission erwartet, dass Deutschland wegen seiner Konjunkturmaßnahmen und sinkender Steuereinnahmen in diesem Jahr gegen den Euro-Stabilitätspakt verstoßen wird. Steinbrück hat bereits strenge Regeln zur Schuldentilgung angekündigt. Ähnliche Regeln für die gesamte EU hält er aber für fraglich.

MÜNCHEN: Der Automobilkonzern BMW hat Interesse an einer Staatsbürgschaft für seine Finanzsparte, um Anleihen abzusichern und am Kapitalmarkt neues Geld zur Refinanzierung von Geschäften aufzunehmen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung, fügte aber ergänzend hinzu, für den Bereich Automobilbau sei ähnliches nicht geplant. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf den Verband der Automobilindustrie weiter, zahlreiche Unternehmen der Branche hätten angesichts der Absatzkrise auf dem Automarkt Interesse an Staatsbürgschaften signalisiert. - Der VW-Konzern hatte im Dezember als erster deutscher Autobauer für seine hauseigene Bank staatliche Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung beantragt.

WIESBADEN: Nach der Landtagswahl in Hessen wollen CDU und FDP keine Zeit verlieren. An diesem Dienstag, zwei Tage nach der Abstimmung, beginnen in Wiesbaden die Verhandlungen über eine Koalition. Bis zur konstituierenden Sitzung des Landtags am 5. Februar soll die neue Regierung stehen. Dank des großen Stimmengewinns der FDP verfügen beide Parteien zusammen im künftigen Landtag in Wiesbaden über die absolute Mehrheit. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle machten deutlich, dass sie eine schwarz-gelbe Koalition auch im Bund nach der Bundestagswahl im September anstreben.

HARARE: Die Gespräche über eine Machtteilung in Simbabwe unter Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Kgalema Motlanthe sind ohne Fortschritte beendet worden. Der 84-jährige Präsident Robert Mugabe und sein Kontrahent Morgan Tsvangirai konnten sich in Harare nicht über die Verteilung der Kabinettsposten einigen. Nach den Worten Mugabes sollen die Gespräche aber fortgesetzt werden. Tsvangirai zeigte sich enttäuscht und sprach von einem "schwarzen Tag". Die heftig umstrittene Politik Mugabes hat die Wirtschaft Simbabwes ruiniert.

MOSKAU: In der russischen Hauptstadt ist der prominente Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen worden. Eine Journalistin, die den 34-Jährigen begleitete, wurde bei dem Anschlag schwer verletzt und starb später im Krankenhaus. Vor der Tat hatte Markelow auf einer Pressekonferenz die vorzeitige Haftentlassung eines Offiziers kritisiert, der in Tschetschenien eine 18-Jährige vergewaltigt und getötet hatte.

FRANKFURT AM MAIN: Das Unwort des Jahres 2008 heißt "notleidende Banken". Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf, erklärte die Jury um den Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser in Frankfurt am Main. Auf Platz zwei landete "Rentnerdemokratie". Die Formulierung entwirft nach Einschätzung der Jury das Schreckbild eines Staates, in dem die Alten die Jungen ausplündern. - Als so genanntes Unwort werden sprachliche Missgriffe gerügt, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Ziel der sprachkritischen Aktion ist es, für mehr sachliche Angemessenheit und Humanität im öffentlichen Sprachgebrauch zu werben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten oft stark bewölkt und gebietsweise Regen oder Schneeregen. Im übrigen Land teils aufgelockert, teils stark bewölkt und meist trocken. Höchstwerte ein bis sechs Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 3 Grad, wolkig;
Berlin, Dresden
und Frankfurt am Main: 4 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 1 Grad, wolkig und
München: 3 Grad, leichter Regen.

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