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Nachrichten

Dienstag, 20. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat seine Kabinettskollegen zu mehr Ausgabendisziplin aufgefordert. Wer mehr Geld wolle, müsse auch eine Gegenfinanzierung vorschlagen, sagte Steinbrück. Pläne des Familienministeriums, den Betrag für die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten anzuheben, lehnte der SPD-Politiker ab. In Regierungskreisen hatte es jüngst geheißen, Ministerin Ursula von der Leyen strebe einen Betrag von mindestens 1500 Euro an. Dies würde den Staat einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

WASHINGTON: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat seinen Besuch in Washington als positiv bewertet. Es sei ihm darum gegangen, das deutsch-amerikanische Verhältnis auf eine bessere Vertrauensgrundlage zu stellen, sagte Jung nach Gesprächen mit Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Die USA akzeptierten, dass Deutschland keine Soldaten in den Irak geschickt habe. Von Washington aus, reist Jung nach Dschibuti, wo er Bundeswehrsoldaten besucht, die am Horn von Afrika im Anti-Terror-Kampf eingesetzt sind.

ROM: Bei ihrem ersten Besuch als Regierungschefin in Rom hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi über eine engere Zusammenarbeit in der Außenpolitik gesprochen. Anschließend sprach sich Berlusconi für eine Abstimmung in den transatlantischen Beziehungen aus. Die Meinungsverschiedenheiten, vor allem in der Irak-Frage, sollten der Vergangenheit angehören. In der Frage des Irak-Kriegs hatten Deutschland und Italien unterschiedliche Ziele verfolgt. Während die frühere Bundesregierung den Krieg ablehnte, unterstützte Rom die Politik der USA und entsandte Soldaten in den Irak.

BERLIN: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat an die ausländischen Helfer im Irak appelliert, das Land nicht im Stich zu lassen. Trotz der zeitweiligen Entführung der Archäologin Susanne Osthoff sei es notwendig, vor Ort tätig zu sein, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Nadeem Elyas. Sonst hätten die Terroristen nur ihr Ziel erreicht. Osthoff war nach mehrwöchiger Geiselhaft im Irak am Sonntag freigekommen. Der deutschen Regierung hatte sie für deren Bemühen gedankt und zugleich erklärt, zunächst nicht in ihr Heimatland zurückkehren zu wollen. Das Auswärtige Amt in Berlin rief nochmals alle Deutschen im Irak auf, das Land zu verlassen.

TEL AVIV: Neuer Vorsitzender der regierenden israelischen Likud- Partei ist der frühere Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er setzte sich bei der Abstimmung der Parteimitglieder gegen Außenminister Silvan Schalom durch und tritt die Nachfolge von Regierungschef Ariel Scharon an. Netanjahu war ein Gegner des Abzugs aus dem Gazastreifen und gilt als Verfechter einer harten Politik gegen die Palästinenser. Bei den für März angesetzten vorgezogenen Parlamentswahlen wird Netanjahu als Spitzenkandidat des Likud gegen Amtsinhaber Scharon und dessen neue Partei Kadima antreten.

ISLAMABAD: US-Vizepräsident Dick Cheney ist zu einem Kurzbesuch nach Pakistan gereist. Er traf sich zunächst mit Präsident Pervez Musharraf, der sich für die amerikanische Hilfe nach dem Erdbeben vom 8. Oktober bedankte. Cheney wollte anschließend in das Bebengebiet im Norden des Landes reisen. Der US-Vizepräsident kam aus Afghanistan, wo er am Montag an der ersten Sitzung des neu gewählten Parlaments als Beobachter teilgenommen hatte. Derweil berichtet die 'New York Times', die USA wollten bis Frühjahr kommenden Jahres ihre Truppen in Afghanistan von 19.000 auf 16.000 reduzieren. Hintergrund sei die Entscheidung der Nato, ihr Truppenkontingent aufzustocken.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat dem neu gewählten Präsidenten Boliviens, Evo Morales, zu seinem -so wörtlich- offensichtlichen Sieg gratuliert. Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Beziehungen zwischen beiden Ländern hingen vom Verhalten der neuen Regierung ab. Sie reagierte damit auf Morales' Wahlkampfversprechen, die Gasvorkommen im Land zu verstaatlichen und den Kampf der USA gegen den Koka-Anbau nicht zu unterstützen. Bolivien ist weltweit der drittgrößte Produzent der Koka-Pflanze, die als Rohstoff für Kokain dient. Morales hatte bei der Wahl am Sonntag nach Prognosen die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten. Ein offizielles Endergebnis liegt noch nicht vor.

PEKING: China hat seine Wirtschaftsdaten deutlich nach oben korrigiert. Nach Angaben des Nationalen Statistikamtes war die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik im Jahr 2004 um 16,8 Prozent höher als zunächst errechnet. Die erste landesweite Erhebung habe gezeigt, dass die Größe des Dienstleistungs-Sektors bislang falsch eingeschätzt worden sei. Volkswirte gehen davon aus, dass China im Jahr 2005 nun das Land mit der vierthöchsten Wirtschaftsleistung weltweit sein könnte und Frankreich sowie Großbritannien hinter sich lassen wird.

ZUM SPORT: Die deutsche Nationalspielerin Birgit Prinz ist zum dritten Mal hintereinander 'Weltfußballerin des Jahres'. Die 28-jährige Mannschaftsführerin des deutschen Nationalteams und Stürmerin des 1. FFC Frankfurt wurde vom Weltverband FIFA mit dem Titel geehrt. Bei den Männern wurde zum zweiten Mal hintereinander der Brasilianer Ronaldinho ausgezeichnet. Der Offensiv-Star vom FC Barcelona war vor drei Wochen bereits zu Europas Fußballer des Jahres gekürt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte meist trocken. Sonst häufig Regen in Höhenlagen auch Schnee. Temperaturen zwischen ein und sieben Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 7 Grad, stark bewölkt;

Berlin: 5 Grad, leichter Regen;

Dresden: 2 Grad, Regen;

Köln/Bonn: 4 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 2 Grad, stark bewölkt und

München: 0 Grad, bedeckt.