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Nachrichten

Dienstag, 19. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PORT-AU-PRINCE: Haiti benötigt nach Einschätzung des Präsidenten der benachbarten Dominikanischen Republik, Leonel Fernadez, umgerechnet mindestens sieben Milliarden Euro für den Wiederaufbau. Das Hilfsprogramm müsse eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren haben, sagte Fernandez auf einer Regionalkonferenz in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo. Die Europäische Union sagte dem Karibikstaat mehr als 400 Millionen Euro an Sofort- und Wiederaufbauhilfe zu. Angesichts der schwierigen Sicherheitslage forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Entsendung von 2.000 weiteren UN-Soldaten und 1.500 -Polizisten. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser kommt nur langsam voran. Helfer berichten von zunehmenden Plünderungen. Die US-Luftwaffe warf erstmals Hilfsgüter außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince ab.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält einen Kraftakt der interationalen Gemeinschaft für notwendig, um den Afghanistan-Einsatz zu einem guten Abschluss zu bringen. Man müsse "alles tun", um die Operation zu einem "plausiblen und tragbaren Ende" zu führen, sagte der CSU-Politiker in Berlin. Eine konkrete Perspektive für einen Abzug sei aber erst bei messbaren Aufbau- und Ausbildungserfolgen bei den afghanischen Sicherheitskräften möglich. Deren Fähigkeiten waren durch den Vorstoß der radikalislamischen Taliban mitten ins Kabuler Regierungszentrum vom Montag noch einmal in Zweifel gezogen worden. Bei den stundenlangen Gefechten hatte es mindestens zwölf Tote gegeben.

BERLIN: Der Deutsche Bundestag hat mit den Haushaltsberatungen begonnen. Vier Tage lang werden alle Einzeletats der Ministerien durchleuchtet. Traditioneller Höhepunkt ist am Mittwoch die Generalaussprache über den Etat von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Entwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht für 2010 eine Neuverschuldung von 85,8 Milliarden Euro vor, so viel wie noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Gespart werden soll demnach erst ab 2011.

BERLIN: Nach Bekanntwerden der Millionenspende eines Hotelunternehmers an die FDP haben die Grünen eine Höchstgrenze für Parteispenden verlangt und eine Gesetzesinitiative dazu angekündigt. Fraktionschefin Renate Künast warf den Liberalen Lobbyismus und Klientelpolitik vor. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, mahnte, Großspenden dürften keine falschen Anreize schaffen. In der "Berliner Zeitung" forderte er eine Höchstgrenze für Parteispenden auf einen jährlichen Betrag zwischen 50.000 bis 100.000 Euro. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" erhielt auch die CSU im Jahr 2008 Großspenden aus dem Umfeld des Hotelgewerbes. Die Koalition hatte jüngst eine Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen durchgesetzt.

TOKIO: Die hochverschuldete Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) hat Insolvenz beantragt. Wie die staatliche japanische Sanierungsgesellschaft ETIC mitteilte, soll die größte Fluglinie des Landes aber durch eine Kapitalspritze von umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro und Krediten in doppelter Höhe vor dem Aus bewahrt werden. Der Schritt war seit langem erwartet worden. Das Unternehmen drücken Schulden von gut 15 Milliarden Euro. Allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres flog JAL Verluste von einer Milliarde Euro ein. - Ein Sanierungsplan sieht neben einer drastischen Umstrukturierung den Abbau von fast 16.000 Arbeitsplätzen vor. Das ist ein Drittel der Belegschaft.

SEOUL: Vertreter aus Nord- und Südkorea haben nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums Verhandlungen über die Zukunft des gemeinsam betriebenen Industriekomplexes Kaesong aufgenommen. Das zweitägige Treffen sei eine Gelegenheit, um offen über eine stabile Entwicklung des Industriegebiets nördlich der Grenze zu sprechen, sagte der südkoreanische Verhandlungsführer. In Kaesong produzieren rund 42.000 Nordkoreaner Güter für mehr als 100 südkoreanische Firmen. Über den Industriekomplex hat es immer wieder Verstimmungen zwischen Südkorea und dem kommunistischen Norden gegeben.

PEKING: In China ist ein ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofes wegen Bestechlichkeit und Unterschlagung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 52-jährige Huang Songyou soll während seiner Zeit als Vizepräsident des Gerichtshofes in mehreren Fällen in den Jahren 2005 bis 2008 eine halbe Millionen Dollar als Schmiergelder für gefällige Entscheidungen angenommen haben, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Außerdem habe er als Richter im Süden Chinas mehr als 100.000 Dollar veruntreut. - Zusätzlich zur Haftstrafe sei sein ganzer persönlicher Besitz beschlagnahmt worden. Mit solch harten Urteilen versucht die chinesische Regierung die weitverbreitete Korruption im Lande zu bekämpfen.

CARACAS: Die sozialistische Regierung in Venezuela hat drei weitere Privatbanken verstaatlicht und die Schließung von zwei Geldinstituten angeordnet. Zur Begründung hieß es, die Banken seien aufgrund administrativer Probleme in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Am Sonntag hatte Präsident Hugo Chavez die Zwangsenteignung einer in französischem Besitz befindlichen Supermarktkette veranlasst. Zuvor waren mehr als 1.000 Einzelhandelsgeschäfte geschlossen worden. Vor knapp zwei Wochen hatte Chavez die Landeswährung Bolivar abgewertet und den Einzelhandel vor Preiserhöhungen gewarnt. Die Inflation liegt in Venezuela bei 25 Prozent und ist damit die höchste in Lateinamerika.

FRANKFURT AM MAIN: Das "Unwort" des Jahres 2009 heißt "betriebsratsverseucht". Der Begriff markiere einen sprachlichen Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen, erklärte der Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser für die unabhängige Expertenjury in Frankfurt. --- Auf den weiteren Plätzen folgten Ausdrücke wie "Flüchtlingsbekämpfung" und "Bad Bank".

ZUM FUSSBALL: Der abstiegsbedrohte Bundesligist Hannover 96 hat seinen Trainer Andreas Bergmann beurlaubt. Der Verein war sieben Spieltage ohne Sieg geblieben und auf den Relegationsplatz abgerutscht. Bergmann hatte das Team erst im August nach dem Rücktritt von Dieter Hecking übernommen, der zum 1. FC Nürnberg gewechselt war.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Süden teils sonnig. Sonst regnerisch-trüb, nach Osten hin auch Schnee. Maximal minus zwei bis plus sechs Grad.

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