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Nachrichten

Dienstag, 19. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HAVANNA: Der kubanische Präsident Fidel Castro zieht sich nach fast 50 Jahren von allen Staatsämtern zurück. Der erkrankte 81-Jährige werde nicht mehr für das Präsidentenamt und die Armeeführung zur Verfügung stehen, berichtet die Online-Ausgabe der kommunistischen Parteizeitung "Granma". Am Sonntag wählt die neue kubanische Nationalversammlung aus ihrer Mitte den Staatsrat, der wiederum den Staats- und Regierungschef bestimmt. Castro hatte im Juli 2006 wegen einer schweren Darmoperation die Regierungsgeschäfte seinem jüngeren Bruder Raúl übertragen.

ISLAMABAD: Die Wähler der südasiatischen Atommacht Pakistan haben der Politik des umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf eine deutliche Absage erteilt. Bei der Parlamentswahl liegen die beiden großen Oppositionsparteien nach inoffiziellen Ergebnissen mit mehr als 60 Prozent der bislang ausgezählten Stimmen klar vorne. Danach liefern sich die Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif und die Volkspartei der Ende Dezember ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Musharrafs Partei steht mit knapp zwölf Prozent vor einem Wahldebakel. Auch für die Islamisten, die bei der Wahl 2002 stark abgeschnitten hatten, zeichnet sich eine vernichtende Niederlage ab.

BRÜSSEL: Nur einen Tag nach seiner Unabhängigkeitserklärung ist das Kosovo bereits von mehreren Staaten anerkannt worden, darunter den USA. In der Europäischen Union war Frankreich das erste Land, das offiziell die Anerkennung aussprach. Etliche weitere EU-Mitglieder, darunter Deutschland, stellten eine rasche Anerkennung in Aussicht. Nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird das Kabinett in Berlin einen entsprechenden Beschluss am Mittwoch fassen. Serbiens Außenminister Vuk Jeremic bestätigte, dass Belgrad seine Botschafter aus allen Ländern zurückbeordert habe, die das Kosovo bereits anerkannt hätten. Die EU-Länder Spanien, Rumänien und Zypern, die Unabhängigkeitsbestrebungen eigener Minderheiten fürchten, sprachen sich nochmals gegen eine Anerkennung des Kosovo aus.

NEW YORK: Serbien und Russland sind mit ihrem Vorhaben gescheitert, die Unabhängigkeit des Kosovo vom Weltsicherheitsrat für nichtig erklären zu lassen. Die USA, Frankreich und Großbritannien wiesen die Forderung zurück. Der serbische Präsident Boris Tadic hatte bei der Dringlichkeitssitzung in New York vor einem 'Domino-Effekt' gewarnt, falls das höchste UN-Gremium nichts gegen die Abspaltung unternehme. Zugleich betonte er, Serbien werde die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo niemals anerkennen. Auch China bekräftigte seine Ablehnung.

BERLIN: Mit umfangreichen Warnstreiks erhöhen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. Allein in Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi nach eigenen Angaben rund 16.000 Beschäftigte in Verwaltungen, Entsorgungsbetrieben, Sparkassen und öffentlichen Bädern zu Warnstreiks aufgerufen. In Bayern sind 2.000 Beschäftigte in mehr als 50 Einrichtungen des öffentlichen Dienstes zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Gehalt. Bund und Kommunen bieten fünf Prozent, aber verteilt auf zwei Jahre bei längerer Arbeitszeit.

BERLIN: Die erhoffte Welle der Selbstanzeigen von Steuersündern ist nach Angaben der Behörden trotz des hohen Fahndungsdrucks bisher ausgeblieben. Die Razzien in Büro- und Privaträumen mutmaßlicher Steuersünder würden zunächst noch bis Ende der Woche weitergehen, sagte der federführende Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek. Als Reaktion auf die mutmaßliche Steuerhinterziehung über Liechtenstein entfaltet sich derweil eine hitzige Diskussion. CSU-Chef Erwin Huber forderte schärfere Strafen für Steuersünder. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) sprach sich für einen direkten Zugriff auf alle steuerrelevanten Daten der Bürger aus. Auch der politische Druck auf Liechtenstein erhöht sich. Bundeskanzlerin Angela Merkel will das Fürstentum und andere Steueroasen zu mehr Transparenz bewegen. Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International warf Liechtenstein Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor.

RABAT: Marokkanische Sicherheitskräfte haben ein mutmaßliches islamistisches Terrornetzwerk zerschlagen. Nach Angaben der Behörden wurden 23 Personen festgenommen. Darunter ist auch der mutmaßliche Anführer der Organisation. Die Gruppe habe Kontakte zu Terrorzellen in Marokko und anderen Ländern. Die mutmaßlichen Terroristen hätten Anschläge auf nationaler Ebene vorbereitet, hieß es. Bei der Aktion seien den Fahndern auch die Anführer von zwei islamistischen Parteien ins Netz gegangen, die kürzlich gegründet worden waren.

ERIWAN: In der Kaukasus-Republik Armenien sind die Bürger an diesem Dienstag aufgerufen, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. Als Favorit gilt der bisherige Regierungschef Sergej Sarkissjan, der vom scheidenden Präsidenten Robert Kotscharjan unterstützt wird. Insgesamt treten neun Kandidaten an, darunter auch der ehemalige Staatschef Lewon Ter-Petrosjan. Sollte keiner der Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen, kommt es zu einer Stichwahl.

BRÜSSEL: Die Nato geht davon aus, dass die Zahl der Anschläge auf ausländische Truppen in Afghanistan weiter zunehmen wird. Mit dieser Taktik würden die radikal-islamischen Taliban auf die stärkere Nato-Präsenz reagieren, sagte Oberbefehlshaber John Craddock. Am Montag waren in der Provinz Kandahar 37 Zivilisten getötet worden, als ein Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in einen ausländischen Militärkonvoi fuhr. Unter den Verletzten befinden sich auch drei kanadische Soldaten. Bereits am Sonntag waren bei einem Anschlag in derselben Region mehr als 100 Menschen getötet worden. Kandahar gilt als Hochburg der Taliban-Rebellen.

ROM: Die italienische Polizei hat den Anführer der mächtigen kalabrischen Mafia festgenommen. Der 57-jährige Pasquale Condello wurde in einem Wohnhaus der Provinzhauptstadt Reggio Calabria gefasst. Der Mafia-Boss war seit Ende der 80er Jahre auf der Flucht. Nach Condello wurde unter anderem wegen Mordes und Erpressung gefahndet. - Die 'Ndrangheta', wie die Mafia in Kalabrien auch genannt wird, ist vor allem im Drogenhandel aktiv.

PEKING: In China hat die Inflation den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht. Die Teuerungsrate kletterte auf 7,1 Prozent, wie das Nationale Statistikamt in Peking mitteilte. Der Anstieg sei vor allem auf drastisch gestiegene Lebensmittelpreise zurückzuführen. Der ungewöhnlich harte Winter habe Obst und Gemüse vernichtet sowie Transportwege unterbrochen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Main sowie im Rheinland sonnig und trocken. Nach Norden und Osten hin meist dicht bewölkt mit etwas Regen. Höchstwerte drei bis neun Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: fünf Grad, dunstig;
Berlin: vier Grad, bedeckt;
Dresden: zwei Grad, leichtes Nieseln;
Köln/Bonn: minus vier Grad, wolkenlos;
Frankfurt am Main: minus ein Grad, wolkenlos und
München: null Grad, wolkenlos.

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