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Nachrichten

Dienstag, 19. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

GAZA: Trotz geltender Waffenruhe haben sich Anhänger der rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas wieder Schießereien geliefert. Tatorte waren das Gelände vor einem Krankenhaus sowie vor dem Geheimdienstbüro in Gaza-Stadt. Es gab erneut Tote und Verletzte. Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija will sich im Tagesverlauf öffentlich zur angespannten Lage äußern. Diese war nach der Ankündigung von Präsident Mahmud Abbas, Neuwahlen auszurufen, eskaliert. Israels Regierungschef Ehud Olmert erklärte sich gestern zu einem baldigen Treffen mit Abbas bereit, um zu einer Lösung der aktuellen Krise beizutragen.

WASHINGTON: Die Regierung von US-Präsident George W. Bush und die Armeeführung sind sich offenbar uneinig über das weitere Vorgehen im Irak. Die 'Washington Post' berichtet, die Generalstabschefs hätten sich einmütig gegen den Plan ausgesprochen, für kurze Zeit die Zahl der Soldaten im Irak zu erhöhen. Als Gründe wurden das Fehlen eines klaren Auftrags sowie ein nicht erkennbarer langfristiger Nutzen angeführt. Das Präsidialamt erwägt dem Bericht zufolge, bis zu 30.000 Soldaten in den Irak zu schicken. Bush will bis Ende Januar eine Strategie für den Irak vorlegen.

BERLIN: Im neu entbrannten Streit über die Gesundheitsreform hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Forderungen nach grundlegenden Änderungen eine Absage erteilt. Die Reform werde so kommen, wie sie vereinbart worden sei, sagte Merkel im deutschen Fernsehen. Es werde allenfalls leichte Änderungen geben. Ähnlich äußerte sich auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Massive Kritik an der Gesundheitsreform kommt vor allem aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Deren Regierungen befürchten milliardenschwere Mehrbelastungen durch die geplante Einführung des Gesundheitsfonds 2009.

BERLIN: Ohne Zwischenfälle ist am Montagabend die Aufführung der Mozart-Oper 'Idomeneo' an der Deutschen Oper Berlin über die Bühne gegangen. Nur vereinzelt gab es Zuschauer-Proteste bei der Schlussszene, in der die abgeschlagenen Köpfe der Religionsstifter Jesus, Buddha und Mohammed präsentiert werden. Im September war die umstrittene Inszenierung aus Angst vor islamistischen Anfeindungen abgesetzt worden. Dies hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und eine heftige Debatte über die Freiheit der Kunst angesichts möglicher terroristischer Bedrohung ausgelöst. Zuschauer in Berlin waren unter anderen Bundestagspräsident Norbert Lammert und Innenminister Wolfgang Schäuble. Dagegen hatten einige führende Vertreter der Moslems in Deutschland die Einladung Schäubles zum Besuch der Oper ausgeschlagen.

ALLENSBACH: Die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann wird an diesem Dienstag 90 Jahre alt. Die Mitbegründerin des Allensbacher Instituts für Demoskopie gilt als die Pionierin der Meinungsforschung in Deutschland. 1947 schuf sie die Einrichtung gemeinsam mit ihrem ersten Mann Erich Peter Neumann. 1964 wurde Noelle-Neumann Professorin an der Universität Mainz, wo sie auch das Institut für Publizistik aufbaute. Derzeit sind für das Allensbacher Institut rund 100 Mitarbeiter und etwa 1.800 nebenberufliche Interviewer tätig.

MOSKAU: Die britischen Ermittler im Mordfall Litwinenko haben ihre Arbeit in der russischen Hauptstadt beendet. Ein Teil der Mitarbeiter von Scotland Yard sei bereits am Wochenende zurückgeflogen; die restlichen würden an diesem Dienstag heimkehren, meldet die Nachrichtenagentur Interfax. Während der zwei Wochen seien sechs Personen zu dem Fall befragt worden, unter ihnen der Geschäftsmann Dimitri Kowtun sowie der frühere KGB-Agent Andrej Lugowoj. Beide hatten den Ex-Agenten Alexander Litwinenko in London getroffen. Dieser erkrankte danach und verstarb an einer Vergiftung mit dem radioaktiven Polonium 210.

LOS ANGELES: Der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, will die Todesstrafe im US-Bundesstaat beibehalten. Er kündigte jedoch neue Maßnahmen für den Vollzug von Hinrichtungen an. So solle unter anderem das Personal sorgfältiger ausgebildet werden. Kalifornien und Florida hatten nach Pannen alle Hinrichtungen bis auf weiteres ausgesetzt. In beiden Staaten waren Todeskandidaten, die mit der Giftspritze hingerichtet werden sollten, nicht sofort sondern erst nach längerem Todeskampf gestorben. Die Bundesverfassung untersagt jedoch ungewöhnliche und grausame Bestrafungen. Zurzeit gilt in 37 von 50 Bundesstaaten die Todesstrafe.

LOS ANGELES: Der legendäre US-Comiczeichner Joseph Barbera ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Zusammen mit seinem Kollegen William Hanna produzierte Barbera zahlreiche Erfolgsserien, darunter Tom und Jerry, Familie Feuerstein und Yogi-Bär. Sie gewannen insgesamt sieben Oscars und erhielten 1976 auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood einen Stern mit ihren Namen. Hanna und Barbera arbeiteten mehr als 60 Jahre zusammen. Hanna starb im März 2001 im Alter von 90 Jahren.

ZÜRICH: Der italienische Verteidiger Fabio Cannavaro ist als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet worden. Der 33-Jährige, der bei Real Madrid spielt, setzte sich dabei gegen den Franzosen Zinedine Zidane und den Brasilianer Ronaldinho durch. Bester Deutscher auf Platz elf wurde Michael Ballack. Cannavaro ist der erste Verteidiger, der diese Trophäe der FIFA erhält. Im November war der Kapitän der italienischen Weltmeisterelf bereits zum europäischen Fußballer des Jahres gewählt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung von Nebel wolkig und überwiegend trocken; nur an der Küste und im höheren Bergland länger aufgeheitert. Höchstwerte minus ein bis plus acht Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 1 Grad, Nebel;

Berlin: 3 Grad, wolkig;

Dresden: 2 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 2 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 4 Grad, stark bewölkt und

München: 0 Grad, bedeckt.

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