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Nachrichten

Dienstag, 19. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Die NATO-Außenminister beraten an diesem Dienstag über die Position der Allianz im Konflikt zwischen Russland und Georgien. US-Außenministerin Condoleezza Rice warnte, das Bündnis werde es nicht zulassen, dass Moskau sich Georgien einverleibe, Europa destabilisiere oder einen neuen Eisernen Vorhang errichte. Nach Angaben des Gesandten Russlands bei der NATO, Dmitri Rogosin, haben die russischen Truppen inzwischen mit ihrem Rückzug aus Georgien begonnen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie zwei Militärkonvois die besetzte westgeorgische Militärbasis Teklati in Richtung der vom Kreml unterstützten abtrünnigen Region Abchasien verließen. Unabhängige Berichte über einen umfassenden Rückzug aus dem georgischen Kernland gibt es bisher nicht. - Die Vereinten Nationen baten die Weltgemeinschaft um Finanzhilfen für die fast 130.000 Flüchtlinge im Kaukasus. Dringend benötigt würden Lebensmittel, medizinische Versorgung und Notunterkünfte.

BERLIN: Der Koordinator der Bundesregierung für die Russlandpolitik, Andreas Schockenhoff, sieht keine Abstriche an der deutschen Position zu einer möglichen Mitgliedschaft Georgiens in der NATO. Der CDU-Politiker sagte der "Berliner Zeitung", Kanzlerin Angela Merkel habe bei ihren Gesprächen mit Russland und Georgien in beide Richtungen klargestellt, dass der Entschluss des NATO-Rates vom April in Bukarest gültig sei. Es gebe kein russisches Veto-Recht gegen eine Aufnahme Georgiens in die NATO. Allerdings müsse Georgien die inneren Voraussetzungen erfüllen. Der Außenexperte der Union, Eckart von Klaeden, sieht das Verhältnis zu Russland wegen des Kaukasus-Konflikts stark belastet. Russland sei nicht nur ein Partner, sondern zunehmend ein Konkurrent und Kontrahent, sagte Klaeden im ARD-Fernsehen.

ISLAMABAD: Einen Tag nach dem Rücktritt des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf diskutieren Spitzenvertreter der Regierungskoalition über einen möglichen Nachfolger und die politische Zukunft des Landes. Außerdem geht es um die Wiedereinsetzung der mehr als 60 Richter, die von Musharraf nach Verhängung des Ausnahmezustands im vergangenen Herbst entlassen worden waren. Angesichts des drohenden Verfahrens zur Amtsenthebung hatte Musharraf am Montag seinen Posten zur Verfügung gestellt. Er war 1999 durch einen Putsch an die Macht gekommen. - Die französische EU-Ratspräsidentschaft bekräftigte, Pakistan auch künftig bei der Festigung der demokratischen Strukuren zur Seite zu stehen.

KABUL: Kämpfer der radikal-islamischen Taliban haben den zweiten Tag in Folge einen US-Militärstützpunkt in der ostafghanischen Provinz Chost angegriffen. Nach Angaben der NATO-geführten internationalen Schutztruppe konnten die Aufständischen nach mehrstündigen Gefechten zurückgeschlagen werden. Dabei setzten die Verbündeten auch Hubschrauber ein. Mehr als zehn Angreifer, von denen sechs Sprengstoffwesten trugen, seien getötet worden. Am Montag hatte ein Selbstmordattentäter sein Fahrzeug gegen den Eingangsbereich des Stützpunktes nahe der pakistanischen Grenze gesteuert und zehn afghanische Zivilisten mit in den Tod gerissen.

RANGUN: Der UN-Sonderdiplomat Ibrahim Gambari bemüht sich in Birma ein weiteres Mal um die Wiederbelebung des Dialogs zwischen Militärregierung und Opposition. Die Gespräche zwischen ranghohen Militärs und der seit fast 13 Jahren unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi waren im Januar unterbrochen worden. Zum Auftakt seines fünftägigen Besuchs in dem südostasiatischen Land kam Gambari mit Außenminister U Nyan Win und Vertretern des diplomatischen Corps zusammen. Gambari hofft auch auf ein Treffen mit Oppositionsführerin Suu Kyi, der überraschender Weise zwei Mal in diesem Monat gestattet worden war, ihren Rechtsanwalt zu empfangen.

BERLIN: Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy, will Experten aller Fraktionen nach der Sommerpause zu einem Datenschutz-Krisentreffen einladen. Der aktuelle Skandal belege, wie dringlich das Thema Datenschutz sei, sagte der SPD-Politiker. Das Parlament müsse rasch Antworten auf die "krassen Fälle von Missbrauch" finden. Edathy schlug vor, Kundendaten in Unternehmen künftig nur noch verschlüsselt zu speichern und eine automatische Protokollierung jedes Daten-Zugriffs vorzuschreiben. Am Montag waren weitere Fälle illegalen Datenhandels bekannt geworden. Betroffen sind vermutlich auch Kunden der Deutschen Telekom. Der Norddeutsche Rundfunk berichtet, ein Call-Center in Bremerhaven habe sich illegal Zugang auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten an Dritte verkauft.

DORTMUND: Grünen-Bundestagsfraktionschef Fritz Kuhn hat die von der Deutschen Bahn angekündigte Fahrpreiserhöhung als "übelste Abzocke" kritisiert. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wolle "wieder die Fahrgäste schröpfen, um den geplanten Börsengang für profithungrige Investoren attraktiv zu machen", sagte Kuhn den "Ruhr Nachrichten". Diesem kundenfeindlichen Verhalten müsse der Bund als Eigentümer ein Ende machen. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" warnte, die Bahn müsse aufpassen, dass sie ihren Aufwärtstrend nicht durch zu hohe Preise wieder zunichte mache. Den Umfang der Preiserhöhungen hatte Mehdorn am Montag nicht genannt. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" sollen die Preise im Dezember um bis zu 3,2 Prozent steigen.

WIESBADEN: Die Verbraucher in Deutschland müssen immer mehr für Energie bezahlen. Von 2002 bis 2006 stiegen die Heiz- und Stromkosten sowie die Kraftstoffausgaben um etwa 28 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Danach beschleunigte sich die Teuerung einer Modellrechnung zufolge sogar noch: Von 2006 bis Juli 2008 legten die Kosten um weitere 21 Prozent zu. Ein Haushalt muss damit derzeit im Durchschnitt je Monat 267 Euro für Energie aufwenden - fast 100 Euro mehr als vor sechs Jahren.

PARIS: Angesichts konjunktureller Turbulenzen hat die französische Regierung ihre europäischen Partner, insbesondere die in der Euro-Zone, zu gemeinsamem Handeln aufgefordert. Frankreich als derzeitiger EU-Ratsvorsitzender werde dazu die Initiative ergreifen, um auf die "Schocks von außen" eine koordinierte Antwort zu geben, kündigte Premierminister Francois Fillon nach einer Sonderministerrunde an. Von einer möglichen Rezession wollte Fillon nicht sprechen. Nach Einschätzung der Pariser Notenbank wird Frankreich jedoch nur knapp daran vorbeischrammen.

ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN: Der Deutsche Jan Frodeno hat die Goldmedaille im Triathlon geholt. Silber ging an den Kanadier Simon Whitfield, Bronze an den Neuseeländer Bevan Docherty. Die deutschen Hockey-Herren stehen nach einem 3:1 Sieg über Neuseeland im Halbfinale. Am Montag gewannen die deutschen Tischtennis-Herren im Mannschaftswettbewerb eine Silbermedaille. Im Finale gegen Gastgeber China blieben sie chancenlos. Das deutsche Olympia-Team musste ansonsten eine Reihe von Enttäuschungen hinnehmen. Die Fußball-Frauen scheiterten im Halbfinale mit 1 : 4 an Brasilien und treffen im Spiel um Platz drei auf Japan. Die Handball-Herren blieben ebenso in der Vorrunde hängen wie die Basket-, Volley- und Wasserballer.

MIAMI: Der Tropensturm "Fay" ist über die Inselkette der Keys südlich des US-Staats Florida hinweggefegt, hat aber trotz sintflutartigem Niederschlag und Überflutungen offenbar keine schweren Schäden angerichtet. Über dem Festland sollte er Hurrikan-Stärke erreichen. In der Karibik hatte es durch den Sturm vor allem in Haiti und der Dominikanischen Republik viele Todesopfer gegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Wechsel von Wolken und sonnigen Abschnitten. Von Südwesten ziehen Schauer und Gewitter durch. Höchstwerte 20 bis 30 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 16 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 18 Grad, nach Regen;
Dresden: 20 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 18 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 19 Grad, leicht bewölkt und
München: 18 Grad, fast wolkenlos.

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