1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 18. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Wer sich zur Vorbereitung einer Straftat in einem Terroristenlager ausbilden lässt, soll künftig mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in Berlin vorstellte. Voraussetzung dafür sei, dass der Verdächtige tatsächlich einen Anschlag plane, sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Der alleinige Aufenthalt in einem Terroristencamp soll danach aber weiter straffrei bleiben. Unter Strafe stellen will Zypries außerdem die Herstellung von Waffen oder Stoffen für geplante Attentate. Erfasst werden sollen auch die Finanziers von Anschlägen. Mit bis zu drei Jahren Haft soll künftig die Verbreitung von Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen bestraft werden.

BERLIN: Die SPD hat die Union aufgefordert, in Fragen der inneren Sicherheit zu einer seriösen Politik zurückzukehren. Der Vorstoß von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), trotz eines eindeutigen Verbots des Bundesverfassungsgerichtes von Terroristen entführte Passagiermaschinen abschießen zu lassen, sei nicht hinzunehmen, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Olaf Scholz, in Berlin. Die Angehörigen der Bundeswehr müssten sich darauf verlassen können, dass ihr Vorgesetzter verfassungstreu sei. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, rief die Kampfjet-Piloten der Bundeswehr erneut zur Befehlsverweigerung auf. Jung hatte Kritik an seinem Vorstoß mit den Worten zurückgewiesen, er argumentiere auf der Basis des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes.

BERLIN: Trotz einiger Verbesserungen fällt das deutsche Bildungssystem nach dem neuesten OECD-Bericht im internationalen Vergleich weiter zurück. Während die Bundesrepublik die Zahl der Studenten in den vergangenen zehn Jahren um fünf Prozent steigern konnte, legten die übrigen 29 wichtigsten Industrienationen um durchschnittlich 41 Prozent zu. Deutschland sackt damit in dem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erarbeiteten Vergleich weltweit vom 10. auf den 22. Rang ab. Erneut kritisiert die OECD in ihrem jährlichen Bericht die geringe Zahl von Abiturienten und Akademikern. Deutschland sei nicht in der Lage, alle in den nächsten Jahren ausscheidenden Ingenieure und Lehrer zu ersetzen, geschweige denn auf den weltweiten Trend zur Weiterbildung adäquat zu reagieren.

PEKING: China hat die Bundesregierung davor gewarnt, den Dalai Lama kommende Woche zu empfangen. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking sagte, die Bundesregierung solle die allgemeinen deutsch-chinesischen Beziehungen im Blick halten. Man sei gegen jeden Kontakt des Dalai Lama mit deutschen Regierungsbeamten. Das geistliche und religiöse Oberhaupt der Tibeter ist für den 23. September von Kanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch ins Kanzleramt eingeladen worden. Das Treffen sei ein privater Gedankenaustausch und diene als Auftakt zu einer Gesprächsreihe mit verschiedenen Religionsführern, hieß es von offizieller deutscher Seite. China, das Tibet als Provinz betrachtet, wirft dem Dalai Lama vor, separatistische Tendenzen zu unterstützen.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erwartet in diesem Jahr nur noch ein geringes Haushaltsdefizit. Die Defizitquote von Bund, Ländern und Kommunen werde 2007 bei 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen, sagte Steinbrück in Berlin. Damit werde ein ausgeglichener Haushalt nur knapp verfehlt. Im Sommer war der SPD-Politiker noch von einer Quote von 0,5 Prozent ausgegangen. Für 2008 rechnet Steinbrück inzwischen sogar mit einem leichten Überschuss in den Staatskassen. Anfang Oktober muss der Minister das zu erwartende Defizit an die EU-Kommission in Brüssel melden. In der mittelfristigen Finanzplanung hatte er für 2010 einen Haushalt ohne Neuverschuldung in Aussicht gestellt.

BAGDAD: Die irakische Regierung will den Status aller im Land tätigen ausländischen Sicherheitsfirmen überprüfen. Ein Sprecher sagte, Anlass sei die Schießerei in der Hauptstadt Bagdad vom Sonntag. Mindestens acht Zivilisten waren getötet worden, als Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma Blackwater, die einen Konvoi der amerikanischen Botschaft eskortieren, um sich schossen. Auslöser soll nach US-Angaben ein Angriff auf den Konvoi gewesen sein. Die Regierung hatte Blackwater einen Tag später die Lizenz entzogen. Regierungschef Nuri al-Maliki verurteilte die Handlung als kriminellen Akt. Ein Richter des Obersten Gerichts im Irak schloss inzwischen ein Verfahren gegen Blackwater nicht aus.

KATHMANDU: In Nepal haben die Maoisten die Koalitionsregierung verlassen. Ein Sprecher der früheren Rebellen begründete die Entscheidung damit, dass die übrigen Parteien der Forderung nach Abschaffung der Monarchie und Gründung einer Republik nicht nachgekommen seien. Noch an diesem Dienstag soll in der Hauptstadt Kathmandu eine Protestkundgebung stattfinden. Zur Gewalt zurückkehren wollen die Maoisten nach eigenen Angaben nicht. Sie hatten im November 2006 einen Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen. Darin ist festgelegt, dass ein demokratisch gewähltes Gremium über die Zukunft der Monarchie entscheiden soll. Wahlen sind für November geplant.

ISLAMABAD: Pakistans Präsident Pervez Musharraf will nach einer Wiederwahl seinen gleichzeitig ausgeübten Posten als Militärchef des Landes aufgeben. Das sagte sein Anwalt bei einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof. Der Präsident werde auf den Posten noch vor der Vereidigung für eine zweite Amtszeit verzichten. Der Gerichtshof befasst sich seit Montag mit Petitionen einiger Oppositionsgruppen gegen die Doppelfunktion Musharrafs als ziviler Staatschef sowie als Militär-Oberbefehlshaber. Musharraf, der 1999 nach einem unblutigen Putsch an die Macht kam, will sich noch vor der für Anfang 2008 geplanten Parlamentswahl zum neuen Staatspräsidenten wählen lassen.

TASCHKENT: In Usbekistan soll am 23. Dezember ein neuer Präsident gewählt werden. Die Ankündigung der Wahlbehörde beendete monatelange Spekulationen, ob in der isolierten Kaukasus-Republik überhaupt Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die Amtszeit von Präsident Islam Karimow endete bereits im Januar dieses Jahres. Karimow, der seit 1989 an der Macht ist, hat sich zu einer erneuten Kandidatur bisher nicht geäußert. In dem Land sind die größten Oppositionsparteien verboten, die wichtigsten Kritiker des Präsidenten leben im Exil.

BRÜSSEL: Weltweit sind nach Gewerkschaftsangaben im Jahr 2006 mindestens 144 Menschen wegen ihres Eintritts für Arbeitnehmerrechte ermordet worden. Rund 5.000 Gewerkschaftsmitglieder seien wegen ihrer Teilnahme an Streiks und Protestaktionen verhaftet worden, heißt es im Jahresbericht des Internationalen Gewerkschaftsbundes IGB in Brüssel weiter. - Das gefährlichste Land für Gewerkschaftsaktivitäten sei mit allein 78 Morden Kolumbien.

SHANGHAI: Die Behörden der chinesischen Finanzmetropole Shanghai haben damit begonnen, rund 200.000 Bürger vor dem herannahenden Taifun 'Wipha' in Sicherheit zu bringen. Die Menschen aus besonders gefährdeten Wohngebieten sollten das Unwetter in Notunterkünften abwarten, teilten die Behörden mit. Der inzwischen in die höchste Kategorie fünf eingestufte Wirbelsturm bewegt sich derzeit mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern auf Taiwan zu. Dort blieben Schulen und Büros vorsorglich geschlossen. Nach Taiwan soll sich der Wirbelsturm nach Berechnungen der Wetterdienste zunächst auf das chinesische Festland zubewegen und anschließend in Richtung Korea weiterziehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und im Stau der Mittelgebirge teils ergiebiger Regen, örtlich auch Gewitter. Höchste Werte 13 bis 18 Grad.

Audio und Video zum Thema