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Nachrichten

Dienstag, 18. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat die Niederschlagung der Proteste in Tibet verteidigt. Zugleich machte er bei einer Pressekonferenz den geistlichen Führer der Tibeter, den Dalai Lama, und seine Anhänger für die Unruhen verantwortlich. Den Vorwurf, China begehe in Tibet möglicherweise einen "kulturellen Völkermord", wies Wen als falsch zurück. Zuvor hatte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking bereits Forderungen nach einer internationalen Untersuchung der antichinesischen Proteste zurückgewiesen. Es handele sich um eine innere Angelegenheit Chinas. Um Mitternacht Ortszeit lief eine Frist der Regierung in Peking an die Teilnehmer der Proteste in Tibet ab, sich zu stellen. Aus Lhasa gab es zunächst keine Informationen über Aktionen der Sicherheitskräfte nach dem Ende des Ultimatums. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die chinesische Regierung zur Zurückhaltung im Umgang mit den Protesten in Tibet auf. Er appellierte an alle Beteiligten, weitere Konfrontationen zu vermeiden.

DHARAMSALA: Der Dalai Lama denkt über einen Rücktritt nach. Sollte die Gewalt in Tibet außer Kontrolle geraten, sei seine einzige Möglichkeit der Verzicht auf das Amt, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter an seinem nordindischen Exilort Dharamsala. Zuvor hatte er noch einmal deutlich gemacht, dass er einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking trotz des harten Vorgehens der chinesischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in seiner Heimat ablehne. Ein Vertreter des Dalai Lama bei den Vereinten Nationen sagte der 'Frankfurter Rundschau', die Tibeter befänden sich in einem Konflikt mit der Regierung in Peking, nicht aber mit dem chinesischen Volk. Dieses solle nicht um die Spiele gebracht werden.

JERUSALEM: Mit einem umfassenden Kooperationsabkommen haben Deutschland und Israel ihre Beziehungen auf eine deutlich breitere Basis gestellt. Nach Beratungen beider Regierungen in Jerusalem unterzeichneten der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Kommunique, wonach beide Länder für die Zukunft eine noch engere Freundschaft und Partnerschaft anstreben. In dem Papier bekennt sich Deutschland mit Blick auf den Holocaust erneut zu seiner historischen Verantwortung für Israel. - Zum Abschluss ihres Besuchs wird Merkel an diesem Dienstag als erste ausländische Regierungschefin vor dem israelischen Parlament, der Knesset sprechen. Diese Ehre war bisher nur ausländischen Staatsoberhäuptern vorbehalten.

TOKIO: Die japanische Regierung hat das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Japan hoffe, dass die Unabhängigkeit des Kosovo langfristig einen Beitrag zur Stabilität der Region leiste, erklärte das Außenministerium. Dabei wünsche Tokio weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu Serbien. Japan schließt sich mit dem Schritt 25 weiteren Staaten an, darunter auch Deutschland. Unterdessen ist nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Mitrovica im Norden des Kosovo ein ukrainischer UN-Polizist an seinen Verletzungen gestorben. Die Gewalt war nach der Räumung durch Polizisten und Soldaten eines von Serben besetzten Gerichtsgebäudes ausgebrochen.

BRÜSSEL: In Belgien ist die Regierungskrise nach neun Monaten beendet. Fünf Parteien einigten sich in Brüssel auf einen Koalitionsvertrag. Neuer belgischer Premierminister soll der flämische Christdemokrat Yves Leterme werden. Der neuen Regierung gehören die Konservativen und Liberalen aus beiden großen Landesteilen - dem niederländischsprachigen Norden und dem französischsprachigen Süden - sowie die frankophonen Sozialisten an. Strittig waren bei den Gesprächen vor allem die Steuerpolitik und Fragen von Asyl und Einwanderung. Leterme war im vergangenen Jahr zweimal gescheitert, eine Regierung zu bilden. Er soll nun noch vor Ostern den Liberalen Guy Verhofstadt ablösen, der die Amtsgeschäfte kommissarisch führt.

BRÜSSEL: Die Zahl der irakischen Asylgesuche in der Europäischen Union hat sich im vergangenen Jahr auf rund 38.000 verdoppelt. Das ist nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks die bislang höchste Zahl von irakischen Flüchtlingen in der EU. Die Iraker sind damit die größte Flüchtlingsgruppe in Europa, vor Menschen aus der Russischen Föderation. Danach folgen Pakistaner und Somalier.

TALLAHSSEE: Die Demokratische Partei im US-Bundesstaat Florida hat beschlossen, die wegen eines Streits mit der Parteiführung für ungültig erklärte Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur nicht zu wiederholen. Die Parteispitze hatte Florida mit dem Entzug der Delegiertenstimmen bestraft, weil die Abstimmung vor dem von den Parteibestimmungen festgesetzten Stichtag stattfand. Die Vorwahl fand trotz faktischer Bedeutungslosigkeit statt. Senatorin Hillary Clinton bekam die meisten Stimmen. Daher hatte sich die ehemalige First-Lady von einer Wahlwiederholung erhofft, im parteiinternen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur gegen ihren Kontrahenten Barrack Obama punkten zu können.

POTSDAM: Angesichts der dramatischen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück das Krisenmanagement der USA begrüßt. Es handele sich um eine der größten Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte, sagte Steinbrück in Potsdam. Diese drohe auch andere Teile der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen. Er sei froh, dass es in den USA zu Maßnahmen gekommen sei, um diese krisenhafte Zuspitzung einzudämmen. Die deutsche Wirtschaft sei robust genug, um die Krise besser zu bewältigen als die USA.

HOUSTON: Bei einem dritten Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation -ISS- haben zwei Astronauten der US-Raumfähre 'Endeavour' die Montage des Weltraumroboters 'Dextre' abgeschlossen. Die beiden US-Amerikaner installierten die noch fehlenden Teile des kanadischen Roboters, wie die Weltraumbehörde NASA mitteilte. Die Greifarme des Weltraumroboters sollen künftig als Verlängerung des ISS-Kranarms bei Bau- und Reparaturarbeiten helfen und damit gefährliche Außeneinsätze der Astronauten überflüssig machen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: die Vorhersage für Dienstag:Wechselhaft mit teils kräftigen Schauern, oft als Graupel und mit Schnee. Tagestemperaturen zwei bis acht Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten bei meist bewölktem Himmel:

Hamburg: 3 Grad;

Berlin und Dresden: 1 Grad;

Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 3 Grad und

München: 1 Grad.

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