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Nachrichten

Dienstag, 18. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Zwei Tage vor den Wahlen in Afghanistan ist die Hauptstadt mit Raketen angegriffen worden. Ein Geschoss habe den Präsidentenpalast in der Hochsicherheitszone im Zentrum Kabuls getroffen. Ein anderes sei in der Nähe des Polizeihauptquartiers eingeschlagen, teilte die Polizei mit. Es sei lediglich Sachschaden entstanden. Die radikal-islamischen Taliban hatten erklärt, die Präsidenten- und Regionalwahlen am Donnerstag mit Anschlägen stören zu wollen. Der amtierende Präsident Hamid Karsai gilt bei der Abstimmung als Favorit. Unterstützt wird er von dem Ex-Milizenführer Abduhl Rashid Dostum, der am Sonntag aus dem Exil in der Türkei zurückgekehrt war. Der usbekische Kriegsfürst ist als Oberkommandierender der Armee in Gespräch, wenn Karsai wiedergewählt wird. Er hat in den letzten 30 Jahren für fast jeder Seite in Afghanistan gekämpft.

KABUL: In der nordafghanischen Provinz Kundus haben Extremisten nach offiziellen Angaben auch die Bundeswehr wieder angegriffen. Deutsche Soldaten und afghanische Polizisten hätten sich im Distrikt Char Darah ein Feuergefecht mit den Aufständischen geliefert, teilten örtliche Behördenvertreter mit. Von Seiten der Bundeswehr gibt es bislang keine Angaben über mögliche Opfer.

MOSKAU: Russland hat den wochenlang verschollenen Frachter "Arctic Sea" nach eigenen Angaben aus der Gewalt von Entführern befreit. Acht mutmaßliche Täter seien festgenommen worden, zitieren russische Agenturen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow. Ein Schiff der Schwarzmeerflotte hatte den Frachter mit 15 russischen Seeleuten am Montag vor der westafrikanischen Küste aufgespürt. Die Verdächtigen kämen aus Russland, Lettland und Estland, so der Minister weiter. Sie hätten den Frachter bereits am 24. Juli in der Ostsee in ihre Gewalt gebracht. Die "Arctic Sea" war mit Holz im Wert von 1,3 Millionen Euro auf dem Weg von Finnland nach Algerien. Ihr mysteriöses Verschwinden hatte wochenlang für Rätselraten gesorgt.

SEOUL: Der frühere südkoreanische Präsident Kim Dae Jung ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren nach einem Herzversagen. Der ehemalige Dissident unter Südkoreas Militärregime war von 1998 bis 2003 Staatschef des ostasiatischen Landes. Für seine Entspannungspolitik mit dem kommunistischen Norden, der so genannten Sonnenscheinpolitik, erhielt er im Jahr 2000 den Friedensnobelpreis. Der Auszeichnung vorausgegangen war ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il. Die beiden leiteten damals erste Schritte zu einer allmählichen Annäherung der seit dem Korea-Krieg getrennten Staaten ein.

NEW YORK: Die amerikanischen Behörden haben nach eigenen Angaben den größten Kreditkartenbetrug aller Zeiten aufgedeckt. Gegen drei Männer wurde Anklage erhoben. Sie sollen die Daten von mehr als 130 Millionen Kreditkartenkonten ausspioniert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten vor, als so genannter Hacker gemeinsam mit seinen Komplizen in die Systeme von Einzelhandelsunternehmen eingedrungen zu sein. Dabei sollen sie Schadprogramme installiert haben, die ihnen den Zugriff auf die Daten ermöglichten. Ziel sei gewesen, diese weiterzuverkaufen.

BERLIN: Der Untersuchungsausschuss zur Beinahe-Pleite der Hypo Real Estate -HRE- setzt seine Arbeit mit Befragungen zur Rolle des Bundes bei der Rettung des Münchner Immobilienfinanzierers fort. Befragt werden sollen unter anderem der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Klaus-Peter Müller und der Chef der staatlichen KfW-Bankengruppe, Ulrich Schröder. Der HRE-Untersuchungsausschuss wurde auf Drängen der Opposition eingesetzt. Das Gremium soll klären, ob die Regierung Warnsignale bei der HRE überhört hat. Das Kreditinstitut war nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im September 2008 in akute Refinanzierungsprobleme geraten und musste schließlich mit Finanzhilfen von Staat und Banken in Höhe von über 100 Milliarden Euro stabilisiert werden.

BERLIN: Nach massiven Verbal-Attacken von SPD-Chef Franz Müntefering hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar zur Schaffung von Arbeitsplätzen als zentrale Aufgabe der Regierungspolitik bekannt. Ziel sei es, Arbeit für alle zu schaffen, betonte die CDU-Chefin in Berlin. Müntefering bekräftigte unterdessen seinen Vorwurf, der Kanzlerin sei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit egal. Die Union wies die Angriffe des Koalitionspartners als Ausdruck der Hilflosigkeit in Wahlkampfzeiten zurück.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben an Not und Elend unter der palästinensischen Bevölkerung im abgesperrten Gazastreifen erinnert. In einer Studie des UN-Büros für die Koordinierung von Nothilfe heißt es, 1,5 Millionen Menschen in einer der am dichtesten bevölkerten Region der Welt würden durch die israelische Blockade seit mehr als zwei Jahren von der Außenwelt abgeriegelt. Die Schließung der Grenzen habe zu einer Energie-, Wasser- und sanitären Krise geführt und die Nahrungsmittelversorgung gefährdet. 120.000 Jobs seien durch den Import- und Exportstopp weggefallen. Auch die durch israelische Streitkräfte zerstörten Wohnhäuser während des Kriegs Anfang 2009 hätten wegen des fehlenden Materials noch nicht wieder aufgebaut werden können, heißt es in dem UN-Bericht weiter.

TEHERAN: Im Iran hat es nach der Schließung der Zeitung des Oppositionspolitikers Mehdi Karubi wieder Protestaktionen gegeben. Sicherheitskräfte gingen in Teheran mit Schlagstöcken gegen hunderte demonstrierende Anhänger Karubis vor, die "Tod dem Diktator" skandierten. Es gab Festnahmen. Karubi gehört zu den Anführern der Protestbewegung gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

MOSKAU: Bei dem Unfall im größten Wasserkraftwerk Russlands sind möglicherweise fast 80 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden bestätigten bisher den Tod von zwölf Arbeitern in der 1978 in Betrieb genommenen Anlage im sibirischen Sajano-Schuschenskaja. 64 Menschen werden noch vermisst. Ersten Ermittlungen zufolge war am Montag ein Transformator in dem Kraftwerk explodiert, nachdem Wasser in zwei Lüftungsrohre eingedrungen war. Nach einem Deckeneinsturz wurde dann die Turbinenhalle der Anlage überflutet. In mehreren Aluminiumfabriken und zehntausenden Haushalten in der Region fiel der Strom aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet sonnig. Im Süden Baden-Württembergs und Bayerns vereinzelt Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 19 bis 30 Grad.

Am Morgen meldeten bei wolkenlosem Himmel:

Hamburg und Dresden: 16 Grad;

Berlin: 17 Grad;

Köln/Bonn: 15 Grad;

Frankfurt am Main: 18 Grad und

München: 19 Grad, sonnig.

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