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Nachrichten

Dienstag, 17. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: General Motors hat nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals Bereitschaft gezeigt, bei der Rettung des Tochterunternehmens Opel mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten. Zentrale Fragen des Sanierungskonzepts seien aber weiterhin offen, so zu Guttenberg nach einem Gespräch mit der GM-Spitze in Washington. So hat die US-Regierung in entscheidenden Fragen ein gewichtiges Wort mitzureden. Denn Teile der Patentrechte des Konzerns sowie der Anteile sind an die Regierung in Washington verpfändet. Über einen Rettungsplan für Opel will Guttenberg am heutigen Dienstag auch mit US-Finanzminister Timothy Geithner sprechen.

BERLIN: Der Vorstoß von Kanzlerin Angela Merkel für verdachtsunabhängige Kontrollen von Waffenbesitzern findet auch beim Koalitionspartner SPD ein positives Echo. Der Innenexperte der Partei, Dieter Wiefelspütz, sagte in einem Zeitungs-Interview, dass er Stichproben oder Zufallsüberprüfungen für denkbar halte. Das müsste aber im Waffengesetz verankert werden, da das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung eingeschränkt wird. In Winnenden bei Stuttgart werden am heutigen Dienstag weitere Opfer des Amoklaufs beigesetzt. Ein ehemaliger Schüler hatte in der vergangenen Woche 15 Menschen und dann sich selbst erschossen.

WASHINGTON: In der Affäre um millionenschwere Bonus-Zahlungen an Top-Manager steigt der Druck auf den strauchelnden amerikanischen Versicherungsriesen AIG. Die Regierung wolle die Bedingungen für eine Anfang März zugesagte Finanzspritze über 30 Milliarden Dollar an AIG überarbeiten, erklärte jetzt das US-Finanzministerium. Durch zusätzliche Klauseln solle versucht werden, Bonuszahlungen rückgängig zu machen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte an, die Rechtmäßigkeit von AIG bereits zugesagter Prämien in Höhe von 165 Millionen Dollar zu prüfen. Präsident Barack Obama hatte das AIG-Management als rücksichtslos und gierig kritisiert. Während der Steuerzahler den Konzern mit Mitteln aus dem US-Rettungspaket mehrfach vor dem Aus bewahrt habe, gönne sich die Geschäftsleitung riesige Sonderzahlungen.

WASHINGTON: Gespräche zwischen den USA und der Europäischen Union über die mögliche Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen durch EU-Staaten sind ohne greifbares Ergebnis geblieben. Nach Treffen mit US-Regierungsvertretern in Washington erklärten EU-Justizkommissar Jacques Barrot und der tschechische Innenminister Ivan Langer lediglich, sie hätten Informationen gesammelt. Die Entscheidung über die Aufnahme von Häftlingen aus dem Gefangenenlager müsse jedes EU-Land selbst treffen. US-Präsident Barack Obama hatte kurz nach Amtsantritt die Schließung des umstrittenen Lagers auf Kuba bis Januar 2010 angeordnet. Derzeit sitzen in Guantanamo noch rund 240 Häftlinge ein.

ANTANANARIVO: In Madagaskar ist die Lage nach der Erstürmung des Amtssitzes von Präsident Marc Ravalomanana durch aufständische Militäreinheiten unklar. Der Staatschef habe sich mit loyalen Truppen in seiner Residenz außerhalb des Stadtzentrums von Antananarivo verschanzt, heißt es. Weite Teile der Armee sympathisieren inzwischen mit dem bisherigen Oppositionsführer Andry Rajoelina, der sich selbst zum Präsidenten einer von ihm ausgerufenen Übergangsregierung ernannt hat. Diese wirft Ravalomanana Machtmissbrauch, Willkür und Bereicherung im Amt vor.

JERUSALEM: Die Verhandlungen zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas über die Freilassung des 2006 verschleppten Soldaten Gilat Schalit sind vorerst gescheitert. Die Hamas habe 'extreme Forderungen' gestellt und bereits getroffene Absprachen wieder zurückgenommen, erklärte die israelische Regierung. Im Gegenzug für eine Freilassung Schalits verlangt die Hamas, dass Israel hunderte palästinensische Gefangene auf freien Fuß setzt. Die israelische Regierung macht ihrerseits die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen von der Freilassung Schalits abhängig. Auf einer Kabinettssitzung an diesem Dienstag will der scheidende Ministerpräsident Ehud Olmert über das weitere Vorgehen beraten.

GENF: In Birma sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 2.000 politische Gefangene inhaftiert, von denen viele in Geheimverhandlungen und ohne Beweise verurteilt wurden. Zudem würden die Gefangenen misshandelt und es fehle ihnen an medizinischer Versorgung, heißt es in einem in Genf vorgelegten Bericht des UN-Sonderberichterstatters Tomas Ojea Quintana. Unter den rund 6.000 von der Militärjunta im Februar freigelassenen Häftlingen seien nur 29 politische Gefangene gewesen. Deshalb sei die Freilassung zwar grundsätzlich begrüßenswert, aber nicht als Fortschritt zu betrachten, meinte Quintana.

PEKING: Nach sieben Jahren in Haft ist ein prominenter chinesischer Arbeiterführer wieder frei. Yao Fuxin wurde aus einem Gefängnis in der nordöstlichen Provinz Liaoning entlassen, wie seine Tochter mitteilte. Nach ihren Angaben wurde Yao während der Haftzeit gefoltert. Der 58-Jährige war 2002 festgenommen worden, nachdem er bei einer Arbeiter-Versammlung in der Stadt Liaoyang ausstehende Löhne und Pensionszahlungen eingefordert hatte.

LONDON: Die afrikanischen Staaten haben im Vorfeld des G20-Gipfels an die Industrienationen appelliert, ungeachtet der Wirtschaftskrise ihre zugesagte Entwicklungshilfe nicht zu kürzen. Die Kosten für eine Verdopplung der Hilfen für den gesamten schwarzen Kontinent seien so hoch wie für die Rettung einer einzigen mittelgroßen Bank im Westen, sagte der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi bei einem Treffen mit dem britischen Premier Gordon Brown in London. Einigen Staaten drohten totales Chaos und Gewalt, wenn nicht gar Zerfall oder Untergang, falls man ihnen in dieser globalen Krise nicht beistehe. Zu der afrikanischen Delegation bei Brown gehörten mehr als 20 afrikanische Führer, Finanzminister sowie Vertreter der Afrikanischen Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank.

ROM: Papst Benedikt XVI. ist zu seiner ersten Afrika-Reise aufgebrochen. Zunächst wird er Kamerun besuchen, wo er sich mit Kirchenvertretern aus mehr als 50 afrikanischen Staaten treffen will. Dabei geht es vor allem um die Vorbereitung der zweiten Afrika-Synode, die im Herbst im Vatikan stattfinden soll. Am Freitag will der Papst in das vom langjährigen Bürgerkrieg gezeichnete Angola weiterreisen, um dort eine 'Botschaft der Hoffnung und Versöhnung' zu verkünden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend locker bewölkt und längere sonnige Abschnitte. In den Mittelgebirgen und Richtung Osten örtlich kurze Schauer. Höchstwerte zwischen acht Grad in Vorpommern und 14 Grad am Oberrhein.

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