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Nachrichten

Dienstag, 17. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

PEKING: Der Kampf gegen die Vogelgrippe steht im Mittelpunkt einer internationalen Geberkonferenz, zu der Vertreter zahlreicher Länder und Organisationen in Peking zusammengekommen sind. Das zweitägige Treffen wurde gemeinsam von Gastgeber China, der Europäischen Union und der Weltbank organisiert. Die Vereinten Nationen hoffen auf finanzielle Hilfszusagen in Höhe von umgerechnet mindestens 1,1 Milliarden Euro. Mit dem Geld soll weniger entwickelten Ländern geholfen werden, wirksamer gegen die Seuche vorzugehen. Experten warnten auf der Konferenz vor der Gefahr einer weltweiten Epidemie.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz ihres Antrittsbesuches in Russland gezogen. Es sei ein gutes und wichtiges Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gewesen, sagte sie nach ihrer Rückkehr in Berlin. Merkel und Putin hatten am Montag vereinbart, die deutsch-russischen Beziehungen weiter auszubauen. Wie angekündigt sprach die Kanzlerin in Moskau auch heikle Themen wie den Tschetschenien-Konflikt an. Im Streit um das iranische Atom- Programm verabredeten Merkel und Putin eine enge Abstimmung. Nach einem Gespräch mit Oppositionellen und Bürgerrechtlern forderte die Kanzlerin Russland auf, die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen nicht einzuschränken.

LONDON: Im Atomstreit mit dem Iran wird eine Entscheidung über die Einschaltung des Weltsicherheitsrats voraussichtlich in zwei Wochen fallen. Deutschland, Großbritannien und Frankreich beantragten für den 2. Februar eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergie- Organisation, wie das Außenministerium in London mitteilte. Bei dieser Sitzung will die so genannte EU-Troika einen Resolutions- Entwurf zur Anrufung des UN-Sicherheitsrats vorlegen. Gesandte der drei EU-Staaten hatten sich zuvor in London mit Unterhändlern aus Russland, China und den USA getroffen. Alle beteiligten Länder seien ernsthaft besorgt über die Aktivitäten des Iran zur Wiederaufnahme der Urananreicherung, erklärte die britische Regierung weiter.

JERUSALEM: Der von Juden besiedelte Teil von Hebron im palästinensischen Westjordanland ist von der israelischen Armee zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Die Soldaten bereiten sich darauf vor, mehrere radikale Siedlerfamilien aus der Stadt zu bringen. Die Ausweisung der Familien hatte das oberste israelische Gericht angeordnet. Wegen des Falls war es in den vergangenen Tagen zu schweren Zusammenstößen gekommen. In Hebron leben rund 500 radikale Siedler unter mehr als 120.000 Palästinensern.

BERLIN: Die Opposition im Bundestag will an diesem Dienstag die Weichen für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu umstrittenen Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes stellen. Nach der Linkspartei empfahl auch der FDP-Fraktionsvorstand den Abgeordneten, einen solchen Ausschuss zu beantragen. Auch die Grünen-Fraktion wird voraussichtlich dafür stimmen. Der Untersuchungsausschuss soll dem Vorwurf nachgehen, BND-Mitarbeiter hätten die USA während des Irak-Krieges bei der Identifizierung von Bombenzielen unterstützt.

BERLIN: Die Familienpolitik sorgt in Deutschland für Konfliktstoff. CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen wies den Vorstoß der SPD zurück, die Kosten für die Kinderbetreuung bereits vom ersten Euro an steuerlich absetzbar zu machen. Entgegen einer Absprache mit der Union hatten die Sozialdemokraten diese Forderung auf ihrer Vorstandsklausur in Mainz erhoben. Von der Leyen verwies darauf, dass die Gegenfinanzierung völlig ungeklärt sei. Umstritten bleibt auch die von der Familienministerin geforderte Abschaffung der Gebühren für Kindertagesstätten. Widerstand kommt vor allem aus Bundesländern und Kommunen, die erhebliche Mehrkosten auf sich zukommen sehen.

WIESBADEN: Der starke Anstieg der Energiepreise hat die Inflationsrate in Deutschland 2005 auf den höchsten Stand seit vier Jahren klettern lassen. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt um zwei Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit vorläufige Berechnungen von Ende Dezember. Neben den Energiepreisen machte das Wiesbadener Bundesamt auch die Erhöhung der Tabak- und der Kfz-Steuer für die Entwicklung verantwortlich.

NÜRNBERG: Die Beschäftigten des vor der Schließung stehenden AEG-Hausgerätewerks in Nürnberg stimmen über einen Arbeitskampf ab. Sie müssen darüber entscheiden, ob sie ihre Forderung nach einem Sozialtarifvertrag mit einem unbefristeten Streik durchsetzen wollen. Sollten in der Urabstimmung mindestens drei Viertel der Gewerkschaftsmitglieder zustimmen, könnte der Streik noch in dieser Woche beginnen. Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will das AEG-Stammwerk mit rund 1.700 Mitarbeitern Ende 2007 schließen und die Produktion in das kostengünstigere Polen verlagern.

LOS ANGELES: Bei der Verleihung der amerikanischen "Golden Globe"- Filmpreise ist der Western "Brokeback Mountain" gleich vier Mal ausgezeichnet worden. Der Film über eine homosexuelle Beziehung zweier Cowboys erhielt die Preise als bestes Filmdrama, für die beste Regie, das beste Drehbuch und den besten Filmsong. Die "Golden Globes", die von der Auslandspresse in Hollywood vergeben werden, gelten als wichtiger Gradmesser für die Oscar-Verleihung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielerorts Regen oder Schnee. Im Osten anfangs noch locker bewölkt und trocken. Höchstwerte minus zwei bis plus sieben Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: -2 Grad, nach Eisregen; Berlin: -7 Grad, wolkenlos; Dresden: -6 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 2 Grad, stark bewölkt; Frankfurt am Main: -3 Grad, Schneegriesel und München: -2 Grad, Schneefall.