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Nachrichten

Dienstag, 16. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Nach den Kurseinbrüchen an den Börsen in den USA und Asien haben auch die europäischen Handelsplätze weitere Kursverluste verzeichnet. An der Frankfurter Börse verlor der deutsche Aktienindex DAX fast ein Prozent. Am Montag war der deutsche Leitindex als Reaktion auf die massive Finanzkrise in den USA bereits um 2,7 Prozent gefallen. Die Schockwellen aufgrund der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und nach dem Notverkauf der Bank Merrill Lynch ließen allein in Tokio die Kurse um rund fünf Prozent einbrechen. Dort war am Montag wegen eines Feiertages nicht gehandelt worden. Mehrere Nationalbanken, darunter die japanische, stellten Finanzhilfen bereit, um schlimmere Auswirkungen zu verhindern. Die Europäische Zentralbank pumpte nochmals 70 Milliarden Euro in den Finanzmarkt. An der New Yorker Wall Street war der Dow-Jones-Index am Montag im Handelsverlauf um rund viereinhalb Prozent gesunken – so viel wie seit Jahren nicht mehr.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat vor einer Dramatisierung der internationalen Finanzmarktkrise gewarnt. Sie stelle zwar auch für die deutsche Volkswirtschaft das größte konjunkturelle Risiko dar. Dennoch halte er die möglichen Auswirkungen hier zu Lande für begrenzt, erklärte Steinbrück im Bundestag zum Auftakt der Beratungen über den Haushalt 2009. Der Etatentwurf des Ministers sieht Ausgaben in Höhe von von 288,4 Milliarden Euro vor. Das sind rund fünf Milliarden mehr als in diesem Jahr. Die Neuverschuldung soll auf 10,5 Milliarden Euro gesenkt werden. 2011 soll es nach den Plänen der Koalition erstmals einen Haushalt ohne neue Schulden geben. Das Parlament berät an diesem Dienstag auch über eine Fortsetzung der Bundeswehreinsätze vor der libanesischen Küste und im Sudan.

HOUSTON: Drei Tage nach dem Aufprall des Hurrikans 'Ike' auf das US-Festland ist das volle Ausmaß der Naturkatastrophe noch immer nicht erkennbar. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen in Texas und anderen betroffenen Bundesstaaten insgesamt mehr als 30 Menschen durch den Wirbelsturm ums Leben. Tausende Bewohner der überschwemmten Küstenregion sind weiter in ihren Häusern vom Wasser eingeschlossen. Viele Menschen warten darauf, mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Benzin versorgt zu werden. Der texanische Gouverneur Rick Perry bat um Geduld und betonte, die Einsatzkräfte täten ihr Bestes. An diesem Dienstag will US-Präsident George W. Bush das Katastrophengebiet besuchen.

BAGDAD: Bei einem Selbstmord-Anschlag im Irak sind nach Angaben der Behörden mehr als 20 Menschen getötet worden, unter ihnen viele Polizisten. Etwa 30 Personen wurden bei dem Anschlag in Balad Rus nordöstlich von Bagdad verletzt. Ziel der Attentäterin war das Haus eines Polizisten, der am Montagabend seine Freilassung aus amerikanischer Haft gefeiert hatte. - US-Verteidigungsminister Robert Gates rief die irakischen Politiker dazu auf, die Versöhnung zwischen den Volksgruppen im Land voranzutreiben. Gates hält sich derzeit im Irak auf, um dort an der bevorstehenden Kommandoübergabe innerhalb der US-Truppen teilzunehmen. An diesem Dienstag wird der bisherige Oberbefehlshaber David Petraeus von General Ray Odierno abgelöst.

HARARE: Nach der feierlichen Unterzeichnung des Abkommens zur Aufteilung der Regierungsgewalt in Simbabwe wollen Präsident Robert Mugabe und der designierte Premierminister Morgan Tsvangirai von diesem Dienstag an über die Vergabe der Ministerposten in der Einheitsregierung verhandeln. Insgesamt 31 Minister sollen der neuen Regierung angehören. 15 Posten gehen an Mugabes ZANU-Partei, 16 an die beiden Fraktionen der Bewegung für Demokratischen Wandel -MDC-. Außerdem soll über eine Verfassungsänderung beraten werden, die das Abkommen zur Machtteilung rechtlich verankert. - Während Tsvangirai in seiner Rede nach der Unterzeichung des Vertrages über die Machtteilung den Aspekt der Versöhnung betonte, gab sich Mugabe kämpferisch. Der seit 28 Jahren regierende Präsident machte die frühere britische Kolonialmacht für Simbabwes Probleme verantwortlich.

TIFLIS: Die Nato und Georgien wollen künftig enger zusammenarbeiten. Der Generalsekretär des Militärbündnisses, Jaap de Hoop Scheffer, und der georgische Ministerpräsident Lado Gurgenidse unterzeichneten in Tiflis entsprechende Abkommen. Vorgesehen ist unter anderem die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission. Zuvor hatten die Außenminister der Europäischen Union in Brüssel grünes Licht für die geplante EU-Beobachtermission in Georgien gegeben. Vom 1. Oktober an sollen 200 zivile Beobachter, unter ihnen 40 aus Deutschland, den Abzug russischer Truppen überwachen. - Der Internationale Währungsfonds billigte unterdessen ein Sofortdarlehen für Georgien in Höhe von 750 Millionen Dollar. Der Kredit soll dabei helfen, die Wirtschaft in der Kaukasus-Republik zu stabilisieren.

SEOUL: Nordkorea hat nach Medienberichten die Zündung eines Triebwerks für Interkontinentalraketen getestet. Dabei habe es sich vermutlich um ein Triebwerk für Raketen mit einer Reichweite von 6.700 Kilometern gehandelt, berichtet die südkoreanische Zeitung 'Chosun Ilbo'. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, der Test auf einer Raketenanlage an der Westküste habe im Mai oder Juni stattgefunden. - Die USA und andere Länder sehen neben dem nordkoreanischen Atomwaffenprogramm in dem Raketenprogramm des kommunistischen Landes ein Sicherheitsrisiko für die Region.

PARIS: Französische Soldaten haben zwei von somalischen Piraten entführte Franzosen befreit. Wie das Büro von Staatspräsident Nicolas Sarkozy mitteilte, wurde bei dem Kommandoeinsatz ein Pirat getötet, sechs wurden gefangen genommen. Die beiden Franzosen, die seit zwei Wochen in der Gewalt der Piraten waren, seien wohlauf, hieß es. Die beiden waren am 2. September angegriffen worden, als sie mit ihrem Segelboot im Golf von Aden unterwegs waren.

SAN FRANCISCO: Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard will im Rahmen einer Umstrukturierung des Unternehmens in den nächsten drei Jahren knapp 25.000 Arbeitsplätze abbauen. Das entspricht fast acht Prozent der Belegschaft. Von den angekündigten Stellenstreichungen erwartet sich der Konzern mit Sitz in Kalifornien Einsparungen in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar jährlich. Fast die Hälfte der Stellen soll in den USA abgebaut werden, darunter viele beim kürzlich von Hewlett-Packard übernommenen IT-Dienstleister 'Electronic Data Systems'.

WIESBADEN: Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im August etwas abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent. Im Juni und Juli hatte die Teuerung noch bei 3,3 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise im August sogar um durchschnittlich 0,3 Prozent. Grund ist nach Angaben der Statistiker vor allem eine leichte Entspannung bei den Kosten für Heizöl und Kraftstoffe.

LONDON: Der britische Musiker und Mitbegründer der Rockband 'Pink Floyd', Richard Wright, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Wie sein Sprecher mitteilte, erlag der frühere Keyboarder und Sänger der legendären Band einem Krebsleiden. Wright schrieb zahlreiche Hits von Pink Floyd, darunter "Dark Side of the Moon" von 1973. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählt der Welthit "Wish you were Here".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Südwesten und im Rheinland öfter sonnig, sonst mehr Wolken und nur gelegentliche Aufheiterungen. Im Osten und Norden gebietsweise etwas Regen. Höchstwerte zehn bis 18 Grad.

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