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Nachrichten

Dienstag, 16. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

BERLIN: In der Affäre um die Bespitzelung von Journalisten soll der Bundesnachrichtendienst auch Telefone abgehört haben. Die 'Berliner Zeitung' zitiert Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes, nach deren Aussage es gezielt Lauschangriffe auf Medienvertreter gegeben hat. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, sagte, falls sich die Vorwürfe bestätigten, handele es sich um ein Verbrechen, das geahndet werden müsse. Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der BND Journalisten ausspioniert und auch genutzt hat, um undichte Stellen in den eigenen Reihen zu finden. Als Konsequenz hat die Bundesregierung dem BND untersagt, Journalisten als Quellen abzuschöpfen.

BERLIN: Die Ärzte an deutschen Universitäts- und Landeskrankenhäusern haben ihren Streik fortgesetzt. Seit Montag befinden sich die Ärzte in über 30 Kliniken für eine komplette Woche im Ausstand. Im Streit um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen wollen sie damit den Druck auf die Länder erhöhen. Bisher waren die Streiks in den einzelnen Krankenhäusern stets auf einige Tage begrenzt gewesen. In dem seit mehr als zwei Monaten andauernden Arbeitskampf hatten am Montag rund 12.300 Mediziner die Arbeit ruhen lassen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush will bis zu 6.000 Soldaten der Nationalgarde an der Grenze zu Mexiko stationieren, um die illegale Einwanderung einzudämmen. Bush sagte in einer Fernsehrede, die Nationalgardisten sollten den regulären Grenzschutz für etwa ein Jahr unterstützen, während dieser seine Kapazitäten ausbaut. Er wies Befürchtungen der mexikanischen Regierung zurück, die Grenze würde 'militarisiert'. Zugleich warb er für einen zeitlich befristeten Aufenthalt illegaler Einwanderer. In den USA leben schätzungsweise zwölf Millionen Immigranten ohne Papiere.

BRÜSSEL: Die Europäische Union will dem Iran beim Aufbau eines Programms zur friedlichen Nutzung von Atomenergie helfen, wenn die Regierung in Teheran im Gegenzug auf die Anreicherung von Uran verzichtet. Während eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel sagte der Außenbeauftragte Javier Solana, wenn der Iran einwillige, werde das Land die modernste Technologie bekommen. Der iranische Außenminister Manucher Mottaki bezeichnete Forderungen nach einem Verzicht auf die Uran-Anreicherungen abermals als inakzeptabel.

MOSKAU: Ein Strafgericht im südrussischen Wladikawkas hat den einzigen überlebenden Geiselnehmer von Beslan schuldig gesprochen. Die Geiselnahme in einer Grundschule der nord-ossetischen Ortschaft Beslan im September 2004 wurde von dem Gericht als 'terroristischer Akt' eingestuft. Bei der militärischen Befreiung der mehr als tausend Geiseln wurden 331 Menschen getötet.

WASHINGTON: Nach der Europäischen Union haben auch die USA ein Einreiseverbot für den autoritär regierenden weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko verhängt. Die Sanktion gelte auch für weitere Mitglieder der Regierung in Minsk, heißt es in einer Erklärung von Präsident George W. Bush. Als Grund nannte Bush die repressive Menschenrechtspolitik der Regierung Lukaschenko und die massiven Fälschungen bei der Präsidentenwahl im März.

STRASSBURG: Boliviens Präsident Evo Morales hat vor dem Europa- Parlament um Verständnis für die Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie seines Landes geworben. Die Verstaatlichung des Energiesektors sei erforderlich, um den Reichtum im Land neu zu verteilen, sagte Morales in Straßburg. Zugleich versicherte er, private ausländische Investoren sollten nicht vertrieben und enteignet werden, sondern ihre Investitionen inklusive Gewinn zurückerhalten. An die Europäische Union appellierte Morales, den demokratischen Wandel in Bolivien zu unterstützen.

SEOUL: In der Bestechungsaffäre um den südkoreanischen Autokonzern Hyundai hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Vorstands- vorsitzenden Chung Mong Koo erhoben. Chung war Ende April verhaftet worden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, umgerechnet 85 Millionen Euro unterschlagen und damit eine Schmiergeldkasse eingerichtet zu haben.

BRASILIA: Die seit dem Wochenende anhaltenden Anschläge haben das Leben in der brasilianischen Stadt Sao Paulo weitgehend lahmgelegt. Viele Schulen, Universitäten, Geschäfte und Bahnhöfe blieben nach Berichten örtlicher Medien geschlossen. Bei Anschlägen und Angriffen auf Polizeiwachen und Gefängnisse wurden 81 Menschen getötet. Wie die Behörden mitteilten, wurden die gleichzeitig stattfindenden Gefängnismeutereien mittlerweile beendet. Mit der Gewaltwelle wollten Angehörige organisierter Verbrecherbanden Rache für die Verlegung ihrer inhaftierter Chefs in Hochsicherheitsgefängnisse üben.

HAMBURG: In Deutschland sollen die Bußgelder für Verkehrsrowdys verdoppelt werden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee wolle das Vorhaben der Verkehrsministerkonferenz unterbreiten, berichtet die 'Bild'-Zeitung. Wer vorsätzlich rast oder drängelt, soll künftig bis zu 2.000 Euro zahlen. Wer nach maßlosem Alkohol- oder Drogenkonsum am Steuer erwischt wird, muss mit einer Strafe von bis zu 3.000 Euro rechnen. Das Geld soll für Verkehrssicherheits-Projekte eingesetzt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen meist freundlich. Im Süden und Osten teils heftige Gewitter. Temperaturen zwischen 15 und 26 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten bei wolkigem Himmel:

Hamburg: 14 Grad;

Berlin und Köln/Bonn: 16 Grad;

Dresden sowie

Frankfurt am Main: 17 Grad und

München: 15 Grad.