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Nachrichten

Dienstag, 16. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

MÜNCHEN: Überschattet von der Führungskrise um Ministerpräsident Edmund Stoiber setzt die Landtags-CSU ihre Winterklausur in Wildbad Kreuth fort. Stoiber will sich am Nachmittag einem Krisengespräch mit allen 124 Abgeordneten der CSU-Fraktion stellen. Der unter Druck stehende CSU-Chef hatte am Montag erstmals seine Bereitschaft zum Rückzug von seinen Ämtern angedeutet. Er wolle bei der Landtagswahl im nächsten Jahr wieder als Spitzenkandidat antreten, müsse dies aber nicht, sagte Stoiber. Er wolle die Entscheidung einem Parteitag im September überlassen.

DRESDEN: Die EU-Justiz- und Innenminister beraten in Dresden erstmals über ein gemeinsames Vorgehen gegen gewaltverherrlichende Video- und Computerspiele. Im Gespräch sind ein Verhaltenscodex für die Branche und Vereinbarungen über Strafen bei Verstößen gegen den Jugendschutz. EU-Justizkommissar Franco Frattini strebt einheitliche Strafen für den Verkauf so genannter Killerspiele an Minderjährige an. Am Montag hatten die EU-Innenminister vereinbart, die Datenbanken der nationalen Polizeibehörden zu vernetzen und damit grenzüberschreitende Ermittlungen zu erleichtern.

BERLIN: Wegen der anhaltend guten Konjunktur können Bund und Länder in diesem Jahr mit deutlich höheren Steuereinnahmen rechnen als erwartet. Der Steuerschätzer des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Heinz Gebhardt, sagte dem "Handelsbatt", das stärkere Wachstum spüle 2007 etwa 2,5 Milliarden Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen. Hinzu kommt eine um gut vier Milliarden Euro höhere Startrampe wegen der gestiegenen Einnahmen im Vorjahr. Die Steuereinnahmen könnten also um bis zu sieben Milliarden Euro über der Schätzung vom November liegen. Damals prognostizierten die Experten 514 Milliarden Euro.

JERUSALEM: Inoffizielle Vertreter aus Israel und Syrien haben nach einem Pressebericht fast zwei Jahre lang Geheimgespräche über ein mögliches Friedensabkommen geführt. Die israelische Zeitung 'Haaretz' berichtet, die Gespräche hätten in einem nicht genannten europäischen Staat von September 2004 bis Juli 2006 stattgefunden. Dabei habe man sich auf einen Rahmen für ein mögliches Abkommen geeinigt. Im Gegenzug für einen israelischen Abzug von den 1967 eroberten Golan-Höhen würde Syrien seine Unterstützung für die Hisbollah- und Hamas-Extremisten stoppen. Israel gab an, nichts von solchen Gesprächen zu wissen.

RIAD: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat in Saudi Arabien mit König Abdullah über die Aufstockung der US-Truppen im Irak gesprochen. Viele arabische Staaten hatten das Vorhaben kritisiert, da es die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak weiter anheizen und einen Flächenbrand in der Region auslösen könnte.

ISLAMABAD: Die pakistanische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben drei von fünf mutmaßlichen Terroristen-Trainingslagern an der Grenze zu Afghanistan zerstört. Ein Sprecher sagte, dabei seien fast alle der vermutlich 30 Terroristen getötet worden. Die halb-autonome Region Süd-Wasiristan gilt seit langem als Rückzugsgebiet von El Kaida- und Taliban-Kämpfern.

WARSCHAU: Polen hat nach EU-Angaben die Voraussetzungen für ein Ende des Fleischstreits mit Russland geschaffen. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou sagte nach Gesprächen in Warschau, Polen werde die EU-Regeln zur Nahrungsmittelsicherheit jetzt anwenden. Somit könne Russland sein 2005 verhängtes Importverbot aufheben. Die russische Regierung hatte damals zur Begründung angegeben, polnisches Fleisch werde nicht ausreichend kontrolliert. Wegen des Fleischstreits kam ein neues EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland bislang nicht zustande, da Polen sein Veto androhte.

JOAHNNESBURG: Südafrikas Präsident Thabo Mbeki will eine Beteiligung seines Landes an einer Somalia-Friedenstruppe prüfen. Dem staatlichen Fernsehen sagte Mbeki, er sehe allerdings angesichts der bestehenden weiteren Truppenengagements Südafrikas in anderen afrikanischen Ländern Schwierigkeiten. Die Friedenstruppe soll einen möglichen neuen Bürgerkrieg nach dem Abzug äthiopischer Truppen aus Somalia verhindern. Die Afrikanische Union hatte sich grundsätzlich zur Entsendung bereiterklärt, allerdings nur wenn die Finanzierung und die Truppenstellung durch die Mitgliedsstaaten sichergestellt ist.

MADRID: Der Gesundheitszustand des kubanischen Präsidenten Fidel Castro ist offenbar sehr ernst. Die spanische Zeitung 'El Pais' berichtet, drei Operationen nach einer Dickdarm-Infektion seien fehlgeschlagen. Das Blatt beruft sich auf einen spanischen Arzt, der im Dezember zur Untersuchung des 80-Jährigen nach Kuba geflogen war. Castro war Ende Juli 2006 ins Krankenhaus gekommen. Die Amtsgeschäfte führt sein Bruder Raul.

ROM: Beim Zusammenstoß eines italienischen Tragflächenbootes mit einem Containerschiff vor der sizilianischen Küste sind vier Menschen ums Leben gekommen und mehr als 70 verletzt worden. Nach Behördenangaben sind die Todesopfer Besatzungsmitglieder. Die Fähre wurde durch den Aufprall schwer beschädigt.

LOS ANGELES: Sieger der diesjährigen Golden-Globe-Filmpreise ist der Musik-Film 'Dreamgirls'. Die Geschichte vom Aufstieg einer Soulgruppe in den 60er Jahren erhielt Auszeichnungen in drei Kategorien. Als bester Regisseur wurde Martin Scorcese für 'The Departed - Unter Feinden' ausgezeichnet. Bester dramatischer Film ist das Epos 'Babel'. Einen Globe als beste Hauptdarstellerin erhielt Helen Mirren für 'Die Queen'; als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Forest Whitaker als Idi Amin in 'Der letzte König von Schottland' ausgezeichnet. Das deutsche Stasi-Drama 'Das Leben der Anderen' ging leer aus. Die Golden Globes gelten als Gradmesser für die Oscar-Verleihung, die Ende Februar stattfindet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils heiter, teils bewölkt oder neblig. Im Norden und Westen aufkommender Regen. Höchstwerte fünf bis zehn Grad.

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