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Nachrichten

Dienstag, 15. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

STUTTGART: Im Prozess um einen vereitelten Anschlag auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi hat das Stuttgarter Oberlandesgericht drei Iraker zu langjährigen Haftstrafen wegen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe Ansar al-Islam und versuchtem Mord verurteilt. Der 34-jährige Hauptangeklagte muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Seine beiden Komplizen erhielten siebeneinhalb beziehungsweise acht Jahre Haft. Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungsdauer sahen es die Richter in Stuttgart als erwiesen an, dass die drei Männer einen Anschlag auf Allawi während dessen Berlin-Besuchs im Jahre 2004 verüben wollten. Sie waren von der Polizei festgenommen worden, bevor sie die Tat ausführen konnten.

BAGDAD: Bei einem Selbstmordanschlag im Irak sind mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Nach Angaben von Sicherheitskräften sprengten sich zwei Attentäter in einem Militärstützpunkt nahe der Stadt Bakuba in die Luft. Bei den Opfern handelt es sich um irakische Rekruten. Bakuba liegt in der Provinz Dijala, einer Hochburg des Terrornetzwerks El Kaida.

BRÜSSEL: In Belgien suchen Politiker einen Ausweg aus der neuen Regierungskrise. Premierminister Yves Leterme hatte in der Nacht zum Dienstag König Albert II. nach nur vier Monaten im Amt seinen Rücktritt angeboten. Der König traf jedoch zunächst keine Entscheidung, ob er das Gesuch annehmen will. Hintergrund der Krise ist das Scheitern der Verhandlungen über eine Staatsreform. Der Christdemokrat Leterme und andere Politiker aus dem niederländischsprachigen Flandern hatten sich für eine größere Autonomie der wirtschaftlich starken Region eingesetzt. Sie waren damit aber auf Widerstand bei den französischsprachigen Wallonen gestoßen. Die Opposition forderte bereits Neuwahlen.

KHARTUM: Der sudanesische Präsident Omar Hassan el Baschir hat die vom Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag erhobenen Anschuldigungen wegen Völkermordes in der Krisenregion Darfur zurückgewiesen. Er erklärte im nationalen Fernsehen, wer Darfur besucht habe, wisse, dass es sich bei den Vorwürfen um Lügen handele. Außerdem erkenne er das Gericht nicht an. Chefankläger Luis Moreno-Ocampo hatte am Montag Haftbefehl gegen el Baschir beantragt. Der Internationale Strafgerichtshof geht damit erstmals gegen einen amtierenden Staatschef vor. Bei den seit fünf Jahren andauernden Kämpfen zwischen von der Regierung unterstützten Milizen und schwarzafrikanischen Rebellen sind in der westsudanesischen Provinz Darfur nach UN-Schätzungen bislang 300.000 Menschen ums Leben gekommen, rund 2,5 Millionen wurden vertrieben.

SYDNEY: In der australischen Metropole hat der katholische Weltjugendtag begonnen. Mehr als 225.000 junge Menschen aus 170 Ländern sind nach Angaben der Organisatoren zu der bis Sonntag dauernden Veranstaltung nach Sydney gereist. Papst Benedikt XVI., der sich bereits in Australien aufhält, wird von Donnerstag an am Weltjugendtag teilnehmen. - Das australische Bundesgericht hob ein Gesetz des Bundesstaates New South Wales auf, das Kritik am Weltjugendtag und an der katholischen Kirche verboten hatte. Das Recht auf freie Meinungsäußerung dürfe nicht eingeschränkt werden, erklärten die Richter.

NUSA DUA: Indonesien hat den Bericht einer Wahrheitskommission zu Menschenrechtsverletzungen in Osttimor akzeptiert und damit Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestanden. Die Präsidenten von Indonesien und Osttimor, Susilo Bambang Yudhoyono und José Ramos-Horta, nahmen den Bericht in Nusa Dua auf der Insel Bali förmlich an. Yudhoyono sagte, Indonesien könne die Vergangenheit nicht begraben. Er bat aber die Bevölkerung von Osttimor nicht um Verzeihung. Der Bericht, dem dreijährige Nachforschungen zugrundeliegen, wirft Indonesien und pro-indonesischen Milizen schwere Menschenrechtsverletzungen vor der Unabhängigkeitserklärung Osttimors 2002 vor. Streitkräfte, Polizei und Regierung Indonesiens seien an Verbrechen wie Mord, Vertreibung und Vergewaltigung beteiligt gewesen.

TOKIO: Aus Protest gegen die hohen Treibstoffpreise sind in Japan die Fischer in einen Streik getreten. Nach Angaben ihres Berufsverbandes liefen rund 200.000 Schiffe nicht aus, fast die gesamte japanische Fischfangflotte. In Tokio forderten mehrere tausend Fischer auf einer Demonstration staatliche Hilfen zur Abfederung der hohen Treibstoffpreise. Die Regierung lehnt dies bislang ab.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi hat die Urabstimmung über einen Streik begonnen. Die Aktion dauert zehn Tage. Ein Votum der Verdi-Mitglieder für einen Arbeitskampf gilt als wahrscheinlich. Verdi hatte die Tarifverhandlungen für das Boden- und Kabinenpersonal in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt. Die Gewerkschaft fordert Einkommenserhöhungen von 9,8 Prozent. Die Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent angeboten.

HANNOVER: In der deutschen Wirtschaft zeichnet sich einer der spektakulärsten Übernahmeversuche der jüngsten Zeit ab. Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler will den dreimal so großen DAX-Konzern Continental aus Hannover kaufen. Nach Berichten mehrerer Medien hat sich der Autozulieferer mit Hilfe von Banken bereits Zugriff auf mindestens 30 Prozent der Aktien des niedersächsischen Reifenherstellers gesichert. Der Continental-Vorstand wolle den Übernahmeversuch abwehren, hieß es in den Meldungen weiter.

FRANKFURT AM MAIN: Der Kurs des Euro ist erstmals seit April wieder über die Marke von einem Dollar 60 gestiegen. Im Devisenhandel kostete die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise einen Dollar 60-01 und war damit so teuer wie noch nie. Analysten erklärten, trotz der Rettungspakete für angeschlagene Banken in den Vereinigten Staaten sei das Vertrauen in die US-Finanzbranche belastet.

ATHEN: Das östliche Mittelmeer ist von einem starken Seebeben erschüttert worden. Das Epizentrum lag laut Behörden südlich der griechischen Ferieninsel Rhodos, rund 60 Kilometer unter dem Meeresboden. Bei dem Beben der Stärke 6,3 kam eine Frau ums Leben, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Tausende liefen in Panik aus ihren Häusern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und im westlichen Mittelgebirgsraum vielfach heiter. Im Norden von den Küsten her Durchzug größerer Wolkenfelder, aber größtenteils trocken. Tagestemperaturen 20 bis 28 Grad Celsius.

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