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Nachrichten

Dienstag, 15. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gewachsen. Kräftige Impulse kamen von den Unternehmen, deren Investitionen deutlich stiegen. Zudem legten die Exporte um 8,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der private Konsum verringerte sich dagegen um 0,3 Prozent. Im Boomjahr 2006 war das Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent gestiegen. Für 2007 wies Deutschland erstmals seit vielen Jahren wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt auf. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung allerdings wieder mit einem leichten Defizit.

HELSINKI: Der finnische Handykonzern Nokia will sein Werk in Bochum schließen. Betroffen seien 2.300 Stellen, bestätigten Nokia-Manager. Der Standort solle bereits Mitte 2008 dichtgemacht und die Produktion nach Osteuropa verlagert werden. Das Ende der Nokia-Produktion ist ein weiterer schwerer Schlag für die Mobilfunkindustrie in Deutschland. Vor gut einem Jahr hatten durch die Pleite von BenQ Mobile rund 3.000 Menschen ihre Arbeit bei der ehemaligen Siemens-Handysparte verloren.

BERLIN: Hessens Ministerpräsident Roland Koch hat mit seinem Vorstoß, das Jugendstrafrecht in Einzelfällen auch auf Kinder anzuwenden, eine Abfuhr auch in der eigenen Partei erhalten. Kein Mensch in der CDU wolle Kinder in Gefängnissen, erklärte unter anderen Generalsekretär Ronald Pofalla. Forderungen der Union an die SPD, bis zum Wahltermin 27. Januar mitzuteilen, ob sie eine Verschärfung des Jugendstrafrechts mittrage, wurden umgehend zurückgewiesen. Die Debatte darüber trage ausländerfeindliche Züge und schade den Bemühungen zur Integration von Ausländern, sagte der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz der "Berliner Zeitung". --- Kanzlerin Angela Merkel will an diesem Dienstag bei einem überraschend angesetzten Auftritt vor der Bundespressekonferenz auch zu dieser Frage Stellung nehmen. Merkel werde klar machen, dass der teilweise "krawallige Wahlkampf" die Handlungsfähigkeit der großen Koalition nicht beeinflusse, so ein Regierungssprecher.

GAZA-STADT: Bei einem Vorstoß der israelischen Armee in den Gaza-Streifen sind nach Krankenhausangaben mindestens neun Palästinenser getötet und mehrere verletzt worden. Unter den Getöteten sollen auch drei Zivilisten sein. Augenzeugenberichten zufolge drang die Armee zunächst mit Panzern und Bullozern in den östlichen Teil der Stadt Gaza ein und zerstörte mehrere Häuser. Anschließend sei es zu heftigen Gefechten gekommen. - In einem israelischen Grenzort wurde nach Medienberichten ein junger Mann von palästinensischen Scharfschützen bei der Feldarbeit erschossen.

BAGDAD: US-Außenministerin Condoleezza Rice ist aus Saudi-Arabien kommend überraschend zu einem Besuch in der irakischen Hauptstadt eingetroffen. Sie wolle dort mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki, Außenminister Hoschjar Sebari und anderen Regierungsvertretern darüber sprechen, wie die politische Versöhnung zwischen Schiiten und Sunniten im Lande vorangetrieben werden könne, teilte die US-Botschaft in Bagdad mit. Das irakische Parlament hatte in der vergangenen Woche ein Gesetz verabschiedet, das den meist sunnitischen Mitgliedern der Baath-Partei des ehemaligen Staatschefs Saddam Hussein die Rückkehr in den Staatsdienst ermöglicht. Die USA hatten auf die Verabschiedung des Gesetzes gedrängt.

RIAD: US-Präsident George W. Bush hat bei seinem Besuch in Saudi-Arabien auch die hohen Ölpreise angesprochen. Er habe König Abdullah deutlich gemacht, wie hart dies für die amerikanische Wirtschaft sei, sagte Bush in Riad vor einem Gespräch mit Geschäftsleuten. Er hoffe, dass die Organisation Erdölexportierender Staaten eine angemessene Antwort auf die hohen Ölpreise finde. Wenn die Wirtschaft eines ihrer größten Kunden leide, bedeute dies für die OPEC letztlich weniger Umsatz. Bush hatte am Montag mit dem König auch das umstrittene Atomprogramm des Iran erörtert. Dabei hatte ihm Abdullah zugesichert, Saudi-Arabien stehe fest an der Seite der USA.

CANBERRA: Australiens neue Regierung wird Indien vorerst kein Uran verkaufen. Die Labor-Regierung halte an ihrer Politik fest, kein Uran an Staaten zu verkaufen, die den Vertrag zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen nicht unterzeichnet hätten, sagte Außenminister Stephen Smith nach einem Treffen mit Shyam Saran, dem Sondergesandten des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh in Perth. Smith ging damit auf Distanz zu Vorgängerregierung, die Verhandlungen über Uranlieferungen an Indien aufgenommen hat. Indien benötigt den Kernbrennstoff für seine Atomkraftwerke, um die stark steigende Nachfrage nach Energie im Lande zu befriedigen. Australien verfügt über 40 Prozent der bekannten Reserven und ist größter Uran-Exporteur.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission hat 5,5 Millionen Euro als Soforthilfe für die Opfer der Gewalt nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Kenia bereitgestellt. Das Geld ist vor allem für Zelte, Wasserversorgung, medizinische Betreuung und Nahrungsmittel bestimmt. Zugleich drohte die Europäische Union mit der Kürzung ihrer Entwicklungshilfe. Ein EU-Diplomat erklärte, falls alle Vermittlungsversuche zwischen Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga scheitern sollten, würden auch ein Stopp der Finanzhilfe und die Verhängung von Sanktionen erwogen. Die EU ist einer der größten Geldgeber Kenias. An diesem Dienstag wird der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan zu Vermittlungsgesprächen in der Hauptstadt Nairobi erwartet. Der einflussreiche Verkehrs- und Arbeitsminister John Michuki lehnte jedoch schon im Vorfeld jedes Gespräch ab.

FRANKFURT AM MAIN: Das Unwort des Jahres 2007 heißt "Herdprämie". Der Begiff diffamiere Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen, erklärte die Jury um den Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser in Frankfurt am Main. Auf Platz zwei landete der Ausdruck "klimaneutral". Den dritten Rang nahm die Formulierung des Kölner Kardinals Joachim Meisner ein, wonach Kunst und Kultur "entarte", wenn sie ihre religiöse Bindung verliert. --- Unter den eingereichten "Unworten" waren weitere Begriffe aus politischen Debatten wie "Bundestrojaner" und "Vorratsdatenspeicherung".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Süden und Osten hin im Tagesverlauf zunächst freundlicher und trocken. Dann von Westen her wieder Wolkenaufzug und neuer Regen. Tageshöchsttemperaturen zwischen drei Grad in Niederbayern und elf Grad am Rhein.

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