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Nachrichten

Dienstag, 15. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ROM: Der Medien-Unternehmer Silvio Berlusconi wird zum dritten Mal Ministerpräsident in Italien. Bei den vorgezogenen Neuwahlen erhielt seine Sammelbewegung 'Volk der Freiheit' nach dem vorläufigen Endergebnis eine klare Mehrheit. Sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus kam das Mitte-rechts-Bündnis auf etwa 47 Prozent der Stimmen. Berlusconis Kontrahent Walter Veltroni kam mit seiner Demokratischen Partei in beiden Kammern auf rund 38 Prozent. Er gestand seine Niederlage bereits ein. Berlusconi kündigte eine rasche Regierungsbildung an. Er sagte, angesichts zahlreicher Herausforderungen stehe Italien vor schwierigen Monaten. Die Neuwahlen waren nach nur zwei Jahren nötig geworden, weil der bisherige Regierungschef Romano Prodi im Januar im Senat seine Mehrheit verloren und daraufhin seinen Rücktritt angekündigt hatte.

HARARE: Der von der Opposition ausgerufene Generalstreik in Simbabwe läuft nach ersten Berichten nur schleppend an. In der Hauptstadt Harare öffneten die meisten Geschäfte, in vielen Unternehmen wird gearbeitet. Die Zahl der Sicherheitskräfte in der Innenstadt und einigen Außenbezirken wurde erhöht, da mit Ausschreitungen gerechnet wurde. Die Regierung hatte gedroht, hart gegen Demonstranten vorzugehen. Die oppositionelle 'Bewegung für einen demokratischen Wandel' -MDC- hatte zum Generalstreik aufgerufen. Hintergrund ist die Ablehnung ihres Antrags auf sofortige Veröffentlichung der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 29. März durch das Oberste Gericht. Aufgrund eigener Zählungen hat die MDC ihren Spitzenkandidaten Morgan Tsvangirai zum Sieger über Amtsinhaber Robert Mugabe erklärt. Mugabes Partei ZANU-PF setzte eine teilweise Neuauszählung der Stimmen durch. Die Opposition befürchtet Manipulationen.

WASHINGTON: Angesichts der Lebensmittelkrise in vielen Ländern der Welt haben die USA eine Soforthilfe für Nahrungsmittel in Höhe von 200 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Das Geld solle Engpässe bei der Lebensmittelversorgung in Folge der starken Preissteigerungen in Afrika und anderswo ausgleichen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. - Das Bundesentwicklungsministerium stellte für das Welternährungsprogramm weitere zehn Millionen Euro bereit. - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Staatengemeinschaft auf, umfassende Maßnahmen gegen die Krise zu ergreifen. - Nach Angaben deutscher Hilfsorganisationen hat es bereits in 33 Ländern Hungerrevolten gegeben.

DUBLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Irland eindringlich für eine Zustimmung zum EU-Reformvertrag geworben. Die Verträge von Lissabon machten die EU handlungsfähiger und seien die beste Vorbereitung für die Zukunft Europas, betonte Merkel nach einem Gespräch mit dem irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern in Dublin. Irland ist das einzige der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union, in dem es eine Volksabstimmung über das Vertragswerk gibt. In den anderen Staaten entscheiden die Parlamente. Falls die Iren am 12. Juni mit Nein stimmen sollten, müsste der gesamte EU-Reformvertrag neu verhandelt werden. Die EU soll durch die Lissaboner Verträge auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt werden.

WIESBADEN: Deutschland hat 2007 das vierte Jahr in Folge einen Rekordüberschuss im Außenhandel erzielt. Der Wert der exportierten Waren übertraf den der importierten Güter um 196,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die höchsten Handelsbilanzüberschüsse erzielte Deutschland im Warenverkehr mit Frankreich, den USA und Großbritannien, die größten Defizite gegenüber China, Irland und Japan.

MAINZ: Die Tarifverhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten in der Chemieindustrie sind an diesem Dienstag in die zweite Runde gegangen. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie fordert sieben Prozent mehr Lohn. Der Arbeitgeberverband hält diese Forderung angesichts steigender Energie- und Rohstoffpreise für zu hoch und hat noch kein eigenes Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft verlangt zudem die Beibehaltung des Lehrstellenangebots und einen neuen Tarifvertrag zur Lebensarbeitszeit. Für die voraussichtlich entscheidenden Verhandlungen im rheinland-pfälzischen Lahnstein sind zwei Tage angesetzt. Die Chemiebranche ist mit 1.900 Betrieben Deutschlands viertgrößter Industriezweig.

BERLIN: Der Vorschlag der SPD, höchstens 24,9 Prozent des Personen- und Güterverkehrs der Deutschen Bahn zu privatisieren, wird von Wirtschaft und Teilen der Union skeptisch beurteilt. Das Modell sei für den Einstieg privater Investoren zu wenig, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben. Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, der CDU-Abgeordnete Klaus Lippold, hält die Quote für zu gering. Private Investoren zeigten vor allem dann Interesse, wenn sie mitbestimmen könnten. Dazu müssten sie aber über mindestens 25 Prozent verfügen. Am Montag hatte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla den Vorschlag der SPD als gute und vernünftige Grundlage für einen Konsens in der großen Koalition bezeichnet.

BAGDAD: Im Irak sind bei einem Sprengstoffanschlag mindestens zehn kurdische Soldaten getötet worden. Nach Angaben der US-Armee detonierte eine Bombe neben einem Truppentransporter der irakischen Armee in der nordwestlichen Provinz Ninive. In der Stadt Tel Afar im Norden sprengte sich den Angaben zufolge während einer Trauerfeier ein Selbstmordattentäter in die Luft. Er riss mindestens drei Menschen mit in den Tod. Etwa 30 Trauergäste wurden verletzt.

GAZA-STADT: Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist ein hochrangiger Palästinenserführer getötet worden. Nach Angaben der israelischen Armee handelt es sich um einen der wichtigsten Kommandeure der linksradikalen Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas. Der 34-jährige Ibrahim Alba soll an Anschlägen auf Israel beteiligt gewesen sein.

GUATEMALA-STADT: Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat die Küstenregionen von Guatemala und dem Nachbarland El Salvador erschüttert. Laut Medienberichten kam es vereinzelt zu Stromausfällen und Störungen im Telefonnetz. Menschen kamen nach bisherigen Meldungen nicht zu Schaden. Das Zentrum des Bebens lag vor der Pazifikküste, etwa 110 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt.

WASHINGTON: Der US-Physiker John Wheeler ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Er erlag am Sonntag in seinem Haus in Hightstown im US-Bundesstaat New Jersey einer Lungenentzündung. Wheeler gilt als Miterfinder der Atombombe und arbeitete unter anderem mit Albert Einstein zusammen. US-Präsident George W. Bush würdigte Wheeler als "einen der größten Physiker der USA".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südosten meist stark bewölkt und zeitweise Regen, nach Westen hin freundlicher, an der Nordsee sogar teils heiter. Höchstwerte zwischen fünf und 12 Grad.

Am Morgen meldeten:

HAMBURG: 4°, wolkig;

DRESDEN: 6°, Regen;

BERLIN: 7°, Regen;

KÖLN/BONN: 5°, dunstig

FRANKFURT AM MAIN: 5°, leichter Regen und

MÜNCHEN: 5°, Glatteisregen.

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