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Nachrichten

Dienstag, 14. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das von der Bundesregierung geplante Rettungspaket für die Finanzbranche soll noch in dieser Woche alle parlamentarischen Hürden nehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch vor dem Bundestag eine Regierungserklärung zur Finanzkrise abgeben. Am kommenden Freitag soll das Gesetz dann abschließend im Parlament und auch im Bundesrat verabschiedet werden. Es sieht Maßnahmen zur Eindämmung der Finanzkrise im Gesamtumfang von etwa 500 Milliarden Euro vor. Unterdessen wird aus einigen Bundesländern Kritik an der vorgesehenen Beteiligung in Höhe von 35 Prozent laut. Um die Lastenverteilung dürfte es auch bei einem Gespräch von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit seinen Länderkollegen gehen.

TOKIO/FRANKFURT AM MAIN: Unter dem Eindruck der weltweiten Finanz-Rettungspläne und den Rekordvorgaben aus Asien sowie den USA ist der DAX-Index in Frankfurt wieder euphorisch in den Handel gestartet. Auch andere europäische Börsen zogen erneut kräftig an. Zuvor hatte die asiatische Leitbörse in Tokio nach einem Kursfeuerwerk mit einem Plus von mehr als 14 Prozent den höchsten Zuwachs in der Geschichte des Nikkei-Börsenbarometers notiert. In New York war der Dow-Jones-Index mit einer Rekordsteigerung von mehr als elf Prozent aus dem Handel gegangen.

WASHINGTON: Die US-Regierung will sich laut Medienberichten an mehreren Banken beteiligen, um sie vor dem drohenden Zusammenbruch zu bewahren. Unter den betroffenen Instituten sind demnach auch die neun größten Banken des Landes. Für den Kauf der Aktien sollen bis zu 250 Milliarden Dollar vorgesehen sein. Eine entsprechende Neufassung des insgesamt 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungspakets habe das Finanzministerium in Washington nach einer Krisensitzung mit führenden Managern beschlossen. Mit der direkten Beteiligung an Instituten wie der Citigroup, der Bank of America und J.P.Morgan Chase sowie der ebenfalls geplanten Übernahme von Garantien für Kredite zwischen den Banken orientiert sich die US-Regierung an den Rettungspaketen mehrerer europäischer Länder. Die Pläne sollen an diesem Dienstag offiziell vorgestellt werden.

BERLIN: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute legen an diesem Dienstag ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr vor. Nach Medienberichten erwarten die Wissenschaftler nur noch ein Wachstum von 0,2 Prozent. In ihrem Frühjahrsgutachten waren sie noch von 1,4 Prozent ausgegangen.

LONDON: Das britische Oberhaus hat mit deutlicher Mehrheit ein schärferes Anti-Terror-Gesetz abgelehnt und damit Premierminister Gordon Brown eine schwere Niederlage zugefügt. Die oppositionellen Konservativen, die Liberaldemokraten und einige Labour-Vertreter stimmten gegen den Entwurf. Dieser sah vor, Terrorverdächtige in Großbritannien künftig 42 statt 28 Tage ohne Anklage in Untersuchungshaft zu halten. Kritiker hätten darin eine Aushöhlung der Bürgerrechte gesehen. Noch im Juli hatte Brown im Unterhaus eine knappe Mehrheit für das Vorhaben erhalten.

JERUSALEM: In Israel sind die beiden größten Parteien einer Neuauflage ihrer Regierungskoalition unter der designierten Ministerpräsidentin Zipi Liwni näher gekommen. Vertreter der Arbeitspartei und Liwnis Kadima-Partei unterzeichneten eine vorläufige Koalitionsvereinbarung. Demnach soll die Arbeitspartei von Ehud Barak der Hauptkoalitionspartner von Kadima werden. Dies würde es einfacher machen, weitere Koalitionspartner wie die ultraorthodoxe Schas-Partei zu gewinnen. Allerdings seien vor einer endgültigen Einigung noch mehrere Fragen zu klären, hieß es seitens der Arbeitspartei. Um Neuwahlen zu verhindern, müssten die Verhandlungen bis Anfang November abgeschlossen sein.

PHOM PENH/BANGKOK: Nach einer Kriegsdrohung aus Kambodscha haben sich thailändische Truppen nach Armeeangaben aus einer zwischen beiden Staaten umstrittenen Grenzregion zurückgezogen. Damit habe sich die Situation entspannt, sagte der thailändische General Yim Pin. Zuvor hatte der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen das Nachbarland ultimativ aufgefordert, aus der Region bei Preah Vihear abzuziehen. Sonst werde es dort Kämpfe geben, sagte Hun Sen in Phnom Penh. – Der Grenzkonflikt in der Nähe des im 11. Jahrhundert erbauten Tempels Preah Vihear hatte sich Anfang Oktober nach einer Schießerei zwischen Soldaten beider Seiten zugespitzt. Dabei hatte es Verletzte auf beiden Seiten gegeben. Regierungsgespräche auf Außenministerebene waren am Montag ohne Einigung abgebrochen worden.

LOS ANGELES: In Kalifornien hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger angesichts schwerer Waldbrände für die Bezirke Los Angeles und Ventura den Notstand ausgerufen. Dort kamen in den Flammen mindestens zwei Menschen ums Leben. Mehrere tausend Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Von den Bränden betroffen sind 4.000 Hektar Wald und Buschland am nordöstlichen und westlichen Ende des San-Fernando-Tals.

FRANKFURT AM MAIN: Mehr als 7.000 Aussteller aus über 100 Ländern werden zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse erwartet, die am Nachmittag eröffnet wird. Partnerland der weltgrößten Bücherschau ist in diesem Jahr die Türkei. Zur Eröffnungsfeier wird auch der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk erwartet. Am Vorabend hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Schriftsteller Uwe Tellkamp für seinen Roman 'Der Turm' mit dem Deutschen Buchpreis als beste literarische Neuerscheinung 2008 ausgezeichnet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich der Donau meist dicht bewölkt und örtlich etwas Regen. Sonst gelegentliche Aufheiterungen. Temperaturen: 14 bis 20 Grad Celsius.


Am Morgen meldeten:


Berlin: 15 Grad, bedeckt;

Dresden und Hamburg: 13 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 14 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 14 Grad, dunstig und

München: 16 Grad, stark bewölkt.

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