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Nachrichten

Dienstag, 14. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PARIS: In Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler hat in Paris die traditionelle Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli begonnen. Mit der Präsenz von Köhler soll das 20-jährige Bestehen der deutsch-französischen Brigade gewürdigt werden. Ein Teil der Brigade nimmt an dem Marsch auf der Prachtstraße Champs-Élysées teil. In der Nacht zum Dienstag wurden landesweit mindestens 317 Fahrzeuge angezündet. Nach Angaben der Polizei ist dies im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um knapp sieben Prozent. In Frankreich kommt es in der Nacht zum 14. Juli schon seit Jahren zu solchen Ausschreitungen. Frankreich gedenkt an diesem Tag der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses im Jahr 1789, die als Beginn der Französischen Revolution gilt.

STRAßBURG: Fünf Wochen nach der Wahl ist das Europaparlament an diesem Dienstag in Straßburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Zum Auftakt der neuen Legislaturperiode wählen die 736 Abgeordneten ihren neuen Präsidenten. Einzig aussichtsreicher Kandidat ist der polnische konservative Ex-Ministerpräsident Jerzy Buzek, der damit der erste Osteuropäer in einem EU-Spitzenamt werden dürfte. Er soll die Nachfolge des deutschen Christdemokraten Hans-Gert Pöttering (CDU) antreten. Eine Absprache der Konservativen mit der zweitstärksten Fraktion der Sozialdemokraten sieht vor, dass in zweieinhalb Jahren ein Sozialist zum Präsidenten gewählt wird.

KÖLN: Der einflussreiche CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok hat die CSU-Forderung nach einer erweiterten Mitwirkung von Bundesrat und Bundestag bei europäischen Entscheidungen abgelehnt. Von diesen Plänen halte er sehr wenig, sagte Brok in einem Interview mit dem Ersten Deutschen Fernsehen. Deutschland würde seine Handlungsfähigkeit in Brüssel verlieren, sollte sich CSU-Chef Horst Seehofer mit seinen Forderungen durchsetzen. Die Bundesregierung sei dann zu eigenständigen Verhandlungen nicht mehr in der Lage. - Hintergrund der Debatte ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das den EU-Reformvertrag nur unter Auflagen gebilligt hatte. Zwar erklärten die Karlsruher Richter das Vertragswerk für mit dem Grundgesetz vereinbar. Zugleich verlangten sie aber eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte deutscher Parlamentarier bei wichtigen EU-Entscheidungen.

BELFAST: In mehreren nordirischen Städten ist es während der Paraden des protestantischen Oranierordens zu Ausschreitungen durch militante Katholiken gekommen. Die Polizei setzte Plastikgeschosse und Wasserwerfer ein, um Protestierer zurückzudrängen. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, neun Polizisten sind verletzt. Die katholische Sinn-Fein-Partei macht Extremisten für die Unruhen verantwortlich. Ein hoher Polizeioffizier bedauerte die vereinzelten Ausbrüche von Gewalt, während Hunderte von Märschen in Nordirland friedlich verlaufen seien.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat im laufenden Haushaltsjahr ein Defizit von einer Billion Dollar angehäuft. Allein im Juni belief sich der Fehlbetrag auf mehr als 94 Milliarden Dollar. Es ist das größte Minus, das je in einem Sommermonat registriert wurde. Die Haushaltskrise hängt nach Angaben des US-Finanzministeriums vor allem mit den milliardenschweren Anti-Krisenprogrammen zusammen, aber auch mit den geringeren Staatseinnahmen infolge der anhaltenden Rezession. Bis zum Ende des Haushaltsjahres wird sich das aktuelle Defizit nahezu verdoppeln. Insgesamt sind die USA derzeit mit 11,5 Billionen Dollar verschuldet.

NEW YORK: Nach dem Milliardenbetrüger Bernhard Madoff muss ein weiterer New Yorker Finanzschwindler für viele Jahre hinter Gitter. Ein US-Richter verurteilte den Anlagebetrüger Marc Dreier zu 20 Jahren Haft. Der Rechtsanwalt hatte zugegeben, durch die Fälschung von Wertpapieren 400 Millionen Dollar eingenommen zu haben. - Im Juni hatte ein Bundesrichter im größten Betrugsfall der Wall-Street-Geschichte den Anlagebetrüger Madoff zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 71-Jährige hatte sich schuldig bekannt, mit einem gigantischen Schneeballsystem Anleger um bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt haben.

DÜSSELDORF: Im Kampf um die Übernahme des Autobauers Opel hat sich Betriebsratschef Klaus Franz gegen einen Einstieg des US-Investors Ripplewood ausgesprochen. Bekomme die Ripplewood-Tochter RHJ den Zuschlag, könne der US-Mutterkonzern General Motors (GM) "alles beim Alten" lassen, warnte Franz laut "Handelsblatt". In einem Schreiben an die Mitarbeiter vermutet Franz, dass Ripplewood im Interesse von GM handele und Opel wieder an den Mutterkonzern verkaufen wolle. Laut "Bild" planen Ripplewood und der chinesische Interessent BAIC Gespräche mit dem Betriebsrat. - Äußerungen aus dem Kreis der GM-Führung deuten darauf hin, dass der Detroiter Konzern den Einstieg von Ripplewood bevorzugt.

BERLIN: Seit genau 8 Uhr 42 an diesem Dienstag arbeiten Deutschlands Steuerzahler nur noch für den eigenen Geldbeutel. Damit müssen die Steuerzahler in diesem Jahr rein rechnerisch fast eine Woche länger für die Staats- und Sozialkassen arbeiten als 2008. Darauf wies - wie jedes Jahr - der Bund der Steuerzahler hin. Die Tatsache, dass der "Steuerzahler-Gedenktag" in diesem Jahr später liege als im vergangenen Jahr, zeige, dass die Forderung nach Steuersenkungen berechtigt sei, erkärte der Präsident des Bundes, Karl Heinz Däke.

DORTMUND: Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt angesichts zunehmender Jobangst bei Arbeitnehmern vor Doping am Arbeitsplatz. Viele Arbeitnehmer griffen zu leistungssteigernden Mitteln, um dem wachsenden Stress vermeintlich gewachsen zu sein. Dies habe langfristig fatale gesundheitliche Folgen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach den "Ruhr Nachrichten". Verschleppte Krankheiten würden massive finanzielle Folgekosten für die Unternehmen und die Sozialsysteme bedeuten. - Zuvor war bekannt geworden, dass die Arbeitnehmer in Deutschland sich aufgrund der Wirtschaftskrise derzeit immer seltener krankmelden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Niederrhein bis zur Küste und im Südosten freundlich und nur selten Schauer oder Gewitter. In den anderen Landesteilen viele Wolken und zeitweise Schauer oder Gewitter, örtlich auch Hagel und Sturmböen. Höchstwerte bei schwülen 21 bis 30 Grad.

Hamburg: 16 Grad;

Berlin: 17 Grad

sowie Dresden, Köln/Bonn, Frankfurt am Main und München: 19 Grad.

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