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Nachrichten

Dienstag, 14. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BANGKOK: In Thailands Hauptstadt hat sich die Lage nach dem Ende der Proteste der Regierungsgegner deutlich entspannt. Unter den Augen der bewaffneten Soldaten zogen tausende Demonstranten aus dem Regierungsviertel ab. Die thailändische Polizei kündigte an, die Anführer würden vor Gericht gebracht. Sie hätten gegen den über die Hauptstadt verhängten Ausnahmezustand und das damit verbundene Versammlungsverbot verstoßen. Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva schloss unterdessen die von den Regierungsgegnern geforderten Neuwahlen aus. Bei einer Auflösung des Parlaments sei weitere Gewalt zu befürchten, sagte Abhisit. Zugleich schloss er einen Kompromiss mit dem 2006 gestürzten und seitdem im Exil lebenden früheren Premier Thaksin Shinawatra aus. Dessen in rote Hemden gekleidete Anhänger wollen Abhisit zum Rücktritt zwingen. Den ASEAN-Gipfel im Küstenort Pattaya brachten sie zum Abbruch.

PJÖNGJANG: Aus Protest gegen die Verurteilung seines jüngsten Raketentests durch den Weltsicherheitsrat hat Nordkorea den Ausstieg aus den internationalen Gesprächen über sein Atomwaffenprogramm erklärt. Nordkorea werde niemals mehr an diesen Verhandlungen teilnehmen, kündigte das Außenministerium in Pjöngjang an. Auch sehe sich das Land nicht mehr an die Vereinbarungen der Sechs-Länder-Atomgespräche gebunden. Zugleich kündigte das kommunistische Land an, seine atomare Abschreckung ausbauen und stillgelegte Anlagen zur Produktion von kernwaffentauglichem Material wieder hochfahren zu wollen.--Der Weltsicherheitsrat hatte den Raketenabschuss Anfang April in Nordkorea verurteilt und den Verzicht auf weitere Tests gefordert. Der Rat verabschiedete seine Kritik in einer sogenannten Präsidentenerklärung und nicht in schärferer Form als Resolution, wie sie die USA und Japan gefordert hatten.

NAIROBI: Somalische Piraten haben den Frachter "MV Irene" gekapert, der unter der Flagge des mittelamerikanischen Inselsstaates St. Vincent und die Grenadinen fährt. Das teilte das Ostafrikanische Seefahrer-Hilfsprogramm in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit. Seit Monatsbeginn entführten Piraten im Golf von Aden und im Indischen Ozean damit bereits neun Schiffe. Derweil empfahl der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey der internationalen Gemeinschaft, sich intensiv um eine Entspannung der politischen Lage in Somalia zu bemühen. Nur dann könne der Kampf gegen die Piraterie gewonnen werden, sagte Kossendey im Deutschlandfunk. Vor allem die Übergangsregierung müsse mehr Hilfe erhalten. In dem Bürgerkriegsland gebe es keine Strafverfolgungsbehörden mehr.

COLOMBO: Die tamilischen Rebellen in Sri Lanka haben die zweitägige Waffenruhe der Regierung abgelehnt und stattdessen einen dauerhaften Waffenstillstand gefordert. Die nur befristete Feuerpause zum srilankischen Neujahrsfest diene allein den Interessen der Regierungstruppen, heißt es in einer Erklärung der Befreiungstiger von Tamil Eelam. Die Regierung in Colombo hatte die einseitige Waffenruhe angeordnet, um der zwischen den Fronten eingeschlossenen Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen. Nach fast vier Jahrzehnten Bürgerkrieg hat die Armee die tamilischen Rebellen inzwischen auf ein winziges Gebiet von nur noch 15 Quadratkilometern zusammengedrängt. Laut UN sind dort etwa 100.000 Menschen eingeschlossen. Die Rebellen wollen einen eigenen Tamilen-Staat im Norden Sri Lankas.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat - wie im Wahlkampf angekündigt - eine Wende in der Kubapolitik eingeleitet. Als ersten Schritt hob er alle Reisebeschränkungen für Exilkubaner auf. Außerdem dürfen Exilkubaner künftig Geld an Verwandte auf der kommunistischen Karibikinsel schicken. Für Kubaner soll zudem der Zugang zu politischen Informationen verbessert werden, zum Beispiel über Kabel- und Satellitenverbindungen. Obama hoffe damit, den demokratischen Wandel auf Kuba voranzutreiben, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.--Die USA hatten bereits vor 47 Jahren umfassende Strafmaßnahmen gegen Kuba verfügt, nachdem Fidel Castro an die Macht gekommen und ein sozialistisches System aufgebaut hatte.

WIESBADEN: Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland sind im Februar mit Rekordtempo eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Umsätze saison- und arbeitstäglich bereinigt um 23 Prozent abgesackt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Dies ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991. Damit hat sich das Tempo der Talfahrt sogar beschleunigt. Im Januar waren die Umsätze um 20 Prozent gesunken. Besonders deutlich brach im Februar der Auslandsumsatz mit minus 27,5 Prozent ein.

BERLIN: Die Bundesregierung gibt an diesem Dienstag bekannt, ob der Anbau von genmanipuliertem Mais in Deutschland verboten wird. Die Genmaissorte Mon 810 des US-Konzerns Monsanto ist die einzige Genpflanze, deren Anbau bisher in Deutschland zugelassen ist. Sie ist durch eine Genveränderung gegen den Schädling Maiszünsler immun. Umweltschützer sehen in ihr eine Gefahr für den Öko-Landbau und für Schmetterlinge. In mehreren EU-Ländern gilt wegen unklarer Folgewirkungen bereits ein Anbauverbot.

BERLIN: Die Bundesregierung lädt für Mittwoch zu einem weiteren Wirtschaftsgipfel ins Kanzleramt ein. Ein Regierungssprecher sagte, bei dem Gespräch mit Vertretern von Unternehmen, Banken, Verbänden, Gewerkschaften und der Wissenschaft gehe es um eine aktuelle Einschätzung der Krise. Außerdem stehe eine Bestandsaufnahme der beiden Konjunkturprogramme an. Der Sprecher betonte ausdrücklich, dass es nicht um ein drittes Konjunkturpaket gehe. - Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, hatte zuvor gefordert, zusätzliche 100 Milliarden Euro zur Belebung der Konjunktur einzusetzen. In der Regierung hieß es, zunächst müsse abgewartet werden, wie die vereinbarten Hilfen wirkten.

NEW YORK: Die US-Bank Goldman Sachs meldet inmitten der internationalen Finanzkrise einen überraschend hohen Milliardengewinn. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte der Überschuss danach im ersten Quartal um 13 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Dollar. Für die letzten drei Geschäftsmonate 2008 hatte Goldman Sachs noch einen Milliardenverlust bilanziert. Das Geldinstitut kündigte an, unter anderem durch die Ausgabe neuer Aktien Staatshilfen in Höhe von zehn Milliarden Dollar zurückzuzahlen. Goldman Sachs und Wettbewerber Morgan Stanley hatten sich im vergangenen Jahr auf Druck der Regierung formal in Geschäftsbanken umgewandelt. Im Kern betreiben sie aber weiterhin dieselben Spezialgeschäfte wie zu ihrer Zeit als Investment-Banken.

LOS ANGELES: Ein Geschworenengericht hat den legendären amerikanischen Musikproduzenten Phil Spector wegen tödlicher Schüsse auf eine US-Schauspielerin im Jahre 2003 des Totschlags für schuldig befunden. Dem 68-Jährigen, der durch seine Zusammenarbeit mit Pop-Größen wie unter anderen den Beatles oder Ike und Tina Turner berühmt geworden war, droht jetzt eine Haftstrafe von mindestens 15 Jahren. In einem ersten Prozess hatten sich die Geschworenen nicht auf einen Schuldspruch einigen können.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen nach Nebelauflösung sonnig, später Wolkenaufzug mit Schauern. Nach Osten ganztägig sonnig und trocken.


Am Morgen meldeten:

Hamburg: zwölf Grad, leicht bewölkt;
Berlin: zehn Grad, fast wolkenlos;
Dresden: zwölf Grad, wolkenlos;
Köln: zehn Grad, Nebel:
Frankfurt: 15 Grad, fast wolkenlos und
München: 13 Grad, leicht bewölkt.

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