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Nachrichten

Dienstag, 13. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Franz Müntefering wird noch in diesem Monat als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister zurücktreten. Dies teilte ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Berlin mit. Der Schritt des SPD-Politikers erfolge aus rein familiären Gründen. Münteferings Frau ist seit Jahren an Krebs erkrankt und musste sich in der vergangenen Woche erneut einer Operation unterziehen. Deswegen hatte Müntefering auch nicht an der Koalitionsrunde am Montagabend teilgenommen. Er selbst will sich am Nachmittag äußern. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ap ist in der SPD Parteichef Kurt Beck als Nachfolger Münteferings im Gespräch.

LAHORE: Die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto hat Präsident Pervez Musharraf zum Rücktritt aufgefordert. Der BBC sagte sie, er sei mit der Situation überfordert und eine Hürde auf dem Weg zur Demokratie. Sie schloss inzwischen aus, ein Regierungsamt unter Musharrafs Führung zu übernehmen. Bhutto steht seit Montag wieder unter Hausarrest. Sie hält sich derzeit im Haus eines Abgeordneten ihrer Pakistanischen Volkspartei in Lahore auf. Es ist umstellt und mit Stacheldrahtrollen abgesperrt. In den vergangenen 24 Stunden wurden bis zu 1.500 Bhutto-Anhänger festgenommen. Derweil setzte sich trotz bestehenden Polizeiverbots ein Auto-Korso ihrer Anhänger von Lahore zunächst in die Stadt Kasur an der Grenze zu Indien in Bewegung.

BERLIN: Unionsparteien und SPD haben sich auf eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes I für Ältere verständigt. Dies wurde nach einem Treffen der Koalitionsspitzen in Berlin mitgeteilt. Danach erhalten über 58-Jährige künftig zwei Jahre lang Arbeitslosengeld I. Ab 50 Jahren seien 15 Monate und für über 55-Jährige 18 Monate vorgesehen. Die Leistungen sollen ohne zusätzliche Kosten finanziert werden können. Zudem einigte sich die große Koalition darauf, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zum Jahreswechsel von derzeit 4,2 auf 3,3 Prozent zu senken. Keine Verständigung wurde in der Frage eines Mindestlohns in der Postbranche erzielt. Auch bei der geplanten Teilprivatisierung der Bahn konnten sich Christ- und Sozialdemokraten nicht einigen.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifstreit bei der Bahn wird die Lokführergewerkschaft GDL zunächst weiterhin befristet streiken. Der Forderung der Gewerkschaftsbasis nach unbefristeten Arbeitsniederlegungen werde vorerst nicht nachgekommen, sagte eine GDL-Sprecherin in Frankfurt. Ab Mittwoch seien Streiks sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr wahrscheinlich. Darüber werde in Kürze entschieden. Am Montag hatten sich der Gewerkschaftsvorsitzende Manfred Schell und Bahnchef Hartmut Mehdorn zu einem geheimen Spitzengespräch getroffen. Die GDL fordert für die Lokführer einen eigenständigen Tarifvertrag, eine Gehaltserhöhung und Erleichterungen bei den Arbeitszeiten.

BERLIN: Grüne und FDP haben von der Bundesregierung Aufklärung über das Schicksal von Gefangenen verlangt, die in Afghanistan von der Schutztruppe ISAF an die örtlichen Behörden übergeben werden. Die Oppositionsparteien reagierten damit auf Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, wonach solche Gefangene von afghanischen Sicherheitkräften gefoltert wurden. Auch Bundeswehrsoldaten hätten mehrere Festgenommene an die Afghanen überstellt. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte, es dürfe nicht sein, dass Deutschland zum Helfershelfer von Folter werde. Die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger erklärte, in Afghanistan müsse ein Staat aufgebaut werden, in dem Menschenrechtsstandards eingehalten würden.

KOPENHAGEN: In Dänemark haben die Wahlbüros geöffnet. Die stimmberechtigten Bürger sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen, 15 Monate eher als eigentlich vorgesehen. Regulär wäre die Legislaturperiode in dem EU-Staat erst Anfang 2009 zu Ende gegangen. Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen erhofft sich eine Wiederwahl. In jüngsten Umfragen lag seine Mitte-Rechts-Koalition knapp vor der linksgerichteten Opposition. Die Regierung kann auf positive Wirtschaftsdaten verweisen. Die Arbeitslosenrate sank auf 3,5 Prozent, die Wirtschaftsentwicklung stieg um denselben Prozentsatz an.

MOSKAU: Die russische Regierung hat 500 Soldaten an die Südküste geschickt, die bei den Säuberungsarbeiten nach der Ölpest im Schwarzen Meer helfen sollen. Weitere Soldaten wurden angefordert. In Folge der Ölpest verendeten bereits 30.000 Seevögel. Am Sonntag war nach einem schweren Sturm ein Tanker in der Straße von Kertsch gesunken. Etwa 2000 Liter Heizöl liefen aus. Weitere vier Schiffen sanken. 20 Seeleute werden noch vermisst.

ROM: Die schweren Krawalle nach dem Tod eines Fußballfans in Italien haben Konsequenzen. Der italienische Fußball-Verband sagte alle Spiele der Zweiten und Dritten Liga am kommenden Wochenende ab. Die Erste Liga hat ohnehin Spielpause. Das Innenministerium in Rom entschied, dass gewaltbereite Fans künftig nicht mehr in Gruppen reisen dürfen. Am Sonntag war es in mehreren italienischen Städten zu Ausschreitungen gekommen, nachdem ein Lazio-Rom- Anhänger auf einem Autobahnrastplatz von einem Polizisten unbeabsichtigt erschossen worden war. Der Beamte hatte eine Schlägerei zwischen Fans stoppen wollen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, im Süden bei teils stürmischem Wind häufig Schauer, in höheren Lagen Schnee. Höchstwerte zwischen einem und sechs Grad.

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