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Nachrichten

Dienstag, 13. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Mit Steuer- und Abgabensenkungen, mehr Investitionen in die Infrastruktur und einem Rettungsschirm für Unternehmen stemmt sich die Bundesregierung gegen die Wirtschaftskrise. Die Spitzen von Union und SPD verständigten sich nach langen Verhandlungen auf das größte Konjunkturpaket der deutschen Nachkriegsgeschichte mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Euro. Allein die Investitionen in Schulen, Hochschulen, Verkehrswege und Kommunikationsnetze sollen bis zu 18 Milliarden Euro umfassen. Darüber hinaus ist ein Entlastungspaket mit Steuervergünstigungen und niedrigeren Krankenversicherungsbeiträgen in etwa gleichem Umfang vorgesehen. Die Einkommensteuer soll von Juli an gesenkt werden. Allein dadurch sind für dieses Jahr Entlastungen der Bürger von 2,9 Milliarden Euro eingeplant. Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte, er erwarte eine Rekord-Neuverschuldung des Bundes von 50 Milliarden Euro. Finanzminister Peer Steinbrück erklärte indessen, die Höhe der geplanten Neuverschuldung sei noch offen.

BERLIN: Teures Öl hat 2008 für die stärkste Teuerung im Großhandel seit 26 Jahren gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stiegen die Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent. Maßgeblich für die Entwicklung waren heftige Preisanstiege bis zum Juli. In dem Monat stieg die Teuerungsrate noch auf 9,9 Prozent. Danach fielen die Preise wieder. So ging allein im Dezember die Rate um drei Prozent zurück.

MOSKAU: Der russische Monopolist Gazprom hat die Gaslieferung Richtung Westen über ukrainische Pipelines wieder aufgenommen. Das bestätigte die staatliche ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz. In der Ukraine und in Russland kontrollieren internationale Experten an den Gasmessstationen und entlang der Leitungen, ob der Transit reibungslos läuft. Sie sollen auch prüfen, ob die Ukraine widerrechtlich Gas abzweigt. Experten erwarten, dass das erste Gas aus Russland im Westen frühestens am Mittwoch ankommt. Trotz der wieder aufgenommenen Lieferungen ist der Energiekonflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht beigelegt. Beide streiten weiter über Preise sowie künftige Lieferbedingungen.

GAZA-STADT: Ungeachtet der internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe in Nahost hat Israel seine Angriffe im Gazastreifen verstärkt. Bodentruppen rückten weiter in die Vororte von Gaza-Stadt vor und lieferten sich mit militanten Palästinensern schwere Gefechte, berichteten Korrespondenten. Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin griff die Luftwaffe über Nacht mehr als 60 Ziele an und lieferte den Bodentruppen Unterstützung aus der Luft. Zu den angegriffenen Zielen gehörten den Angaben zufolge wieder Schmugglertunnel unter der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten sowie ein Hotel im nördlichen Gazastreifen, in dem sich militante Palästinenser verschanzt haben sollen. Der Weltsicherheitsrat will an diesem Dienstag erneut in New York zusammentreten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird darüber hinaus zu Gesprächen in der Region erwartet. Stationen seiner Visite sind Ägypten, Jordanien, Israel, Ramallah, der Libanon, Syrien und Kuweit. Die israelische Offensive im Gazastreifen dauert seit dem 27. Dezember an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 900 Palästinenser getötet.

WASHINGTON: Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat den Kongress formell gebeten, die zweite Rate des Rettungspaketes für den Finanzsektor freizugeben. Mit den 350 Milliarden Dollar sollten bestehende Projekte ausgeweitet werden und Hausbesitzer unterstützt werden, denen eine Zwangsversteigerung drohe, teilte das Präsidialamt mit. Bush beantragte die Freigabe der verbliebenen Mittel auf Wunsch seines Nachfolgers Barack Obama, der am 20. Januar vereidigt wird. Obamas Regierung will nach ihrem Amtsantritt möglichst schnell über das Geld verfügen. Das insgesamt 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket war im Oktober verabschiedet worden.

BANGKOK: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schwere Vorwürfe gegen die thailändische Regierung erhoben. Im Süden des Landes würden Foltermethoden wie Schläge oder Elektroschocks systematisch bei der Bekämpfung von Aufständischen angewendet, teilte Amnesty in London mit. Demnach wurden mindestens vier Menschen zu Tode gefoltert. Die thailändischen Streitkräfte wiesen die Vorwürfe zurück. Im Zusammenhang mit dem Aufstand von Islamisten im Süden Thailands wurden seit 2004 mehr als 3.000 Menschen getötet.

FRANKFURT AM MAIN: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat angesichts der Weltwirtschaftskrise massive Hilfen auch für die Länder der Dritten Welt gefordert. Die Situation in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sei dramatisch, sagte sie der "Frankfurter Rundschau". Es müsse rasch gehandelt werden, wenn aus der ökonomischen nicht eine humanitäre Krise mit Tausenden von Toten werden solle.

BERLIN: Mit viel Beifall ist das arabisch-israelische "West-Eastern Divan Orchestra" des Dirigenten Daniel Barenboim in der Berliner Staatsoper gefeiert worden. Das Konzert zur Feier des zehnjährigen Geburtstags des Orchesters war kurzfristig auf das Programm gesetzt worden. Ursprünglich sollte eine Geburtstagstournee in Kairo und Doha starten. Dort wurden die Auftritte aber aus Sicherheitsgründen wegen des Gazakriegs kurzfristig abgesagt. Das "West-Eastern Divan Orchestra", in dem auch viele israelische und palästinensische Musiker spielen, war 1999 von Barenboim und dem inzwischen gestorbenen palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said als Modell für ein friedliches Zusammenleben der Menschen in Nahost gegründet worden.

ZÜRICH: Der Portugiese Cristiano Ronaldo vom englischen Meister Manchester United ist Weltfußballer des Jahres 2008. Er wurde im Züricher Opernhaus erstmals mit der höchsten individuellen Fußball-Auszeichnung des Weltverbandes FIFA geehrt. Zur Weltfußballerin des Jahres wurde zum dritten Mal in Folge die Brasilianerin Marta gekürt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden dicht bewölkt, örtlich Schnee oder gefrierender Regen. In der Südhälfte meist freundlich. Höchsttemperaturen null bis fünf Grad Celsius.

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