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Nachrichten

Dienstag, 13. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

SAN FRANCISCO: Im San-Quentin-Gefängnis bei San Francisco ist Stanley 'Tookie' Williams mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Williams war 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Im Gefängnis hatte er sich von seiner Vergangenheit als Chef einer Straßengang losgesagt und war zum Aktivisten gegen Gewalt geworden. Zahlreiche prominente Gegner der Todesstrafe hatten sich für Williams eingesetzt. Tausende Menschen demonstrierten vor dem Gefängnis gegen die Hinrichtung. Zuvor hatte das Oberste Gericht der USA einen Aufschub der Hinrichtung abgelehnt. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger lehnte ein Gnadengesuch von Williams ab.

HONGKONG: Das Ministertreffen der Welthandelsorganisation WTO hat begonnen. Als Gastgeber eröffnete der Handelsminister von Hongkong, John Tsang, die Konferenz. Die Vertreter der 149 WTO-Staaten wollen bis Sonntag versuchen, den Verhandlungen über eine weitere Liberalisierung des Welthandels neuen Schwung zu geben. Besonders umstritten sind dabei die Hilfen für die Landwirtschaft. Mit einem echten Durchbruch, der niedrigere Zollsätze und verbindliche Fristen für den Abbau anderer Handelshemmnisse festschreibt, wird nicht gerechnet. Angestrebt wird vielmehr ein Minimalkonsens. Zuletzt waren zwei WTO-Treffen - in Seattle und in Cancún - gescheitert.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat die Ermordung des libanesischen Journalisten und Syrienkritikers Dschubran Tueini verurteilt. Er zeigte sich zutiefst besorgt über den destabilisierenden Effekt des Bombenanschlags. US-Präsident George W. Bush erklärte, die Gewalttat ziele darauf ab, die Presse Libanons zum Schweigen zu bringen. Tueini war am Montag bei Beirut durch eine Bombe getötet worden. Mit ihm starben drei weitere Menschen. - Die libanesische Regierung will den Sicherheitsrat um Hilfe bei den Ermittlungen zu der Serie von Morden und Mordversuchen an syrienkritischen Politikern bitten. Das Mandat der Hariri-Kommission, die von dem Deutschen Detlev Mehlis geleitet wird, solle entsprechend erweitert werden.

KÖLN: Der Marburger Bund hat den bundesweiten Ärztestreik kurzfristig absagt, nachdem das Landesarbeitsgericht Köln ihn verboten hatte. Der Vorsitzende der Ärztevereinigung, Frank-Ullrich Montgomery, sagte im Ersten Deutschen Fernsehen, der Streik sei nur aufgeschoben. Der Ausstand habe abgesagt werden müssen, um die Mitglieder vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu schützen. Dem Kölner Gericht warf er einen Angriff auf die Tarifautonomie vor. Es hatte den Streikaufruf für die Kliniken der Stadt Köln untersagt. Die Klinikärzte wollten mit Streiks an 100 kommunalen Krankenhäusern ihren Forderungen nach mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verleihen.

BONN: Ungeachtet der Proteste tausender Beschäftigter hat der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom den Plänen für massive Stellenstreichungen zugestimmt. Wie der Konzern in Bonn mitteilte, fiel die Entscheidung gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter. Der Telekom-Vorstand hatte Anfang November angekündigt, bis 2008 insgesamt 32.000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Dadurch sollen pro Jahr 1,7 Milliarden Euro Personalkosten eingespart werden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi drohte, ihre Proteste zu verschärfen. Angesichts hoher Gewinne des Unternehmens sei ein Stellenabbau nicht hinnehmbar, betonte Verdi-Chef Frank Bsirske.

FRANKFURT AM MAIN: Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, hat Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vor Kritik wegen dessen Aufsichtsrats-Posten bei der Ostsee-Pipeline in Schutz genommen. Bsirske sagte der 'Berliner Zeitung', wenn Schröder seinen neuen Job dazu nutze, deutsche Interessen bei der Verfügbarkeit von Energie zu wahren, dann sei daran nichts Schlechtes zu erkennen. Zuvor hatte der Ex-Kanzler die Kritik am geplanten Wechsel in den Aufsichtsrat zurückgewiesen. Er kündigte zugleich juristische Schritte gegen angebliche Falschmeldungen an. So sei bisher nicht über Geld gesprochen worden, sagte Schröder der 'Süddeutschen Zeitung'.

STRAßBURG: Die EU-Kommission hat dem Europarat Unterstützung bei dessen Nachforschungen über angebliche geheime Flüge und Inhaftierungen des US-Geheimdienstes CIA in Europa zugesagt. Justizkommissar Franco Frattini sagte vor dem Europaparlament in Straßburg, er habe die Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol und das EU-Satellitenzentrum angewiesen, dem Europarat die gewünschten Unterlagen zu übergeben. Der Europarat erhofft sich von den Dokumenten Auskunft über verdächtige Flüge, mit denen die CIA gefangene Terrorverdächtige transportiert haben soll.

KABUL: Ein Erdbeben der Stärke 6,7 hat in der Nacht zum Dienstag die afghanisch-pakistanische Grenzregion erschüttert. Laut US-Geologen lag das Zentrum etwa 100 Kilometer südöstlich der afghanischen Stadt Feisabad, in der auch Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Auch in Kabul und in Islamabad waren starke Erschütterungen zu spüren. Nach offiziellen Angaben gab es aber keine Opfer oder größere Sachschäden. Zwei schwere Unterseebeben werden aus der Nähe der Fidschi-Inseln gemeldet. Die Behörden gaben eine lokale Tsunami-Warnung heraus.

JAKARTA: In Indonesien ist die Zahl der bestätigten Todesfälle durch die Vogelgrippe auf neun gestiegen. Tests in einem Labor der Weltgesundheitsorganisation WHO hätten die Infektion eines bereits im vorigen Monat gestorbenen 35-Jährigen mit dem aggressiven H5N1-Virustyp nachgewiesen, teilten die indonesischen Gesundheitsbehörden mit. In Asien sind seit dem Ausbruch der Krankheit Ende 2003 rund 70 Menschen an dem Erreger gestorben. Betroffen sind neben Indonesien auch Vietnam, China, Thailand und Kambodscha. Die meisten Todesfälle gibt es mit mehr als 40 bislang in Vietnam.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden dichte Wolken und später Regen. Im Süden teils trübe, teils freundlicher. Höchstwerte null bis acht Grad.

  • Datum 13.12.2005
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4rRF
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