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Nachrichten

Dienstag, 12. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

MÜNCHEN: Mit einem Festgottesdienst auf dem Islinger Feld bei Regensburg hat der Bayern-Besuch von Papst Benedikt XVI. einen weiteren Höhepunkt erreicht. Rund 300.000 Menschen nahmen an Messe unter freiem Himmel teil, darunter auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber. Zehntausende vor allem jugendliche Pilger hatten sich bereits um Mitternacht auf dem Islinger Feld versammelt, um sich mit Gebeten und Gesang auf den Gottesdienst vorzubereiten. Benedikt war am Montagabend in Regensburg angekommen. Tausende Schaulustige hatten sich entlang seiner Fahrtstrecke postiert. Joseph Ratzinger lehrte von 1969 bis 1977 an der Regensburger Universität. Sein Bruder Georg lebt noch heute in der Stadt an der Donau.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat einen Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus erneut mit einem Erfolg im Irak-Krieg verbunden. In einer Rede an die Nation anlässlich des fünften Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 sagte Bush, die Sicherheit des Landes hänge vom Ergebnis des Kampfes in den Straßen Bagdads ab. Er schwor die Amerikaner auf einen lang anhaltenden Krieg gegen den Terrorismus ein, der ein -so wörtlich- Kampf um die Zivilisation und den Bestand der freien Welt sei. Die oppositionellen Demokraten warfen Bush vor, er habe den nationalen Trauertag nicht zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vor fünf Jahren genutzt, sondern zum Werben für seinen Irak-Krieg.

WASHINGTON: Die USA machen eine Wiederaufnahme ihrer Hilfe für die Palästinenser weiter von einer Anerkennung Israels und einem Gewaltverzicht der Hamas abhängig. Außenamtssprecher Tom Casey sagte, jede palästinensische Regierung werde danach beurteilt, ob sie diese Forderungen des Nahost-Quartetts vom Jahresanfang befolge. Er bezog sich damit auf die Ankündigung der Palästinensergruppen Fatah und Hamas vom Montag, eine Regierung der nationalen Einheit bilden zu wollen. Israel reagierte vorsichtig optimistisch, verlangte aber auch die Anerkennung seines Existenzrechts und einen Gewaltverzicht der Hamas.

BRÜSSEL: Nach dem Gammelfleisch-Skandal ist in Deutschland nun auch eine Debatte um illegalen genmanipulierten Reis in Lebensmitteln entbrannt. Nach Angaben der EU-Kommission war bei Untersuchungen festgestellt worden, dass Reislieferungen aus den USA mit genmanipuliertem Reis verseucht waren. Die verunreinigte Ladung sei vom Markt genommen worden, hieß es. Bislang ist in der EU kein genmanipulierter Reis zum Import oder Verkauf zugelassen.

BERLIN: Der Streit um die geplante Gesundheitsreform schwelt weiter. Medienberichten zufolge mehren sich bei CDU und CSU Forderungen, den Reformentwurf nicht in der bislang vorliegenden Form umzusetzen. So hätten die Unions-Ministerpräsidenten aus Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gedroht, sie würden die Reform im Bundesrat notfalls scheitern lassen. Dagegen bekräftigte die sozialdemokratische Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, dass die Reform kommen und der besonders heftig kritisierte Gesundheitsfonds im Laufe des Jahres 2008 eingerichtet werde. Auch SPD-Chef Kurt Beck forderte die Union auf, nicht wieder vom vereinbarten Kompromiss abzurücken.

FRANKFURT AM MAIN: Der Publizist und Historiker Joachim Fest ist tot. Wie die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' berichtet, starb ihr langjähriger Herausgeber am Montagabend im Alter von 79 Jahren. Dem breiten Publikum wurde Fest vor allem durch seine 1973 erschienene Hitler-Biografie bekannt, für die er zahlreiche Preise erhielt.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat der sudanesischen Regierung vorgeworfen, das im Mai geschlossene Friedensabkommen für die Region Darfur zu verletzen. Dem Weltsicherheitsrat berichtete Annan von neuen Luftangriffen und neuen Kämpfen in dem Gebiet. Hilfsorganisationen würden massiv in ihrer Arbeit behindert. Mehrere Ratsmitglieder forderten die Führung in Khartum auf, ihren Widerstand gegen die Stationierung einer UN-Blauhelmtruppe in Darfur aufzugeben. US-Außenministerin Condoleezza Rice machte bei einem Treffen mit Sudans Außenminister Lam Akol in Washington eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen von der Zustimmung zu der UN-Truppe abhängig.

SANTIAGO DE CHILE: In der chilenischen Hauptstadt ist es auch am Montag wieder zu Ausschreitungen anlässlich des 33. Jahrestages des Militärputsches gekommen. Vor allem in und um Schulen und Universitäten lieferten sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Diese nahm mehr als 100 Menschen fest. General Augusto Pinochet hatte am 11. September 1973 die Regierung von Salvador Allende gestürzt und Chile bis 1990 mit harter Hand geführt.

HAVANNA: In der kubanischen Hauptstadt hat das Gipfeltreffen der Bewegung der blockfreien Staaten begonnen. Zum Auftakt forderte Kubas Außenminister Felipe Perez Roque die 116 Mitgliedstaaten auf, mehr Zusammenhalt zu demonstrieren. Er kritisierte das Vorgehen des Westens im Atomstreit mit dem Iran und im Nahost-Konflikt. Für Freitag haben sich rund 50 Staats- und Regierungschefs angesagt, darunter auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Ob der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro teilnimmt, ist weiter unklar. Die Bewegung der Blockfreien war 1961 von Staaten gegründet worden, die sich im Kalten Krieg weder mit den USA noch mit der Sowjetunion verbünden wollten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiterhin sonnig. Nur im Südwesten vereinzelt Schauer oder Gewitter. Temperaturen bis 29 Grad Celsius.

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