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Nachrichten

Dienstag, 12. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk ist aus den USA nach Deutschland ausgeliefert worden. Ein Charterflugzeug brachte den gebürtigen Ukrainer nach München, wo ihm der Prozess gemacht werden soll. Vom Flughafen aus wird Demjanjuk ins Gefängnis Stadelheim gebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft Demjanjuk vor, während des Zweiten Weltkrieges im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet zu haben. Bis zuletzt hatte der 89-Jährige versucht, eine Abschiebung mit juristischen Mitteln zu verhindern und dabei vor allem auf seinen schlechten Gesundheitszustand verwiesen. - Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem begrüßte die Auslieferung Demjanjuks nach Deutschland. Das sei ein wichtiger Tag für die Gerechtigkeit, hieß es.

BERLIN: Mit einem Festakt wird am ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof an das Ende der Luftbrücke vor 60 Jahren erinnert. Zum anschließenden Bürgerfest werden auf dem Gelände des stillgelegten Flughafens mehr als 100.000 Besucher erwartet. Ein historisches Transportflugzeug soll - wie vor 60 Jahren - an kleinen Fallschirmen 1.000 Pakete mit Schokoladenrosinen abwerfen. - In einer bis heute beispiellosen Hilfsaktion hatten US-Amerikaner und Briten vom Sommer 1948 bis zum Mai 1949 West-Berlin per Frachtflugzeug versorgt. Vor allem Nahrungsmittel und Kohle wurden mit den legendären Rosinenbombern zum Teil im Minutentakt in die damals eingeschlossene Stadt geschafft. Am 12. Mai 1949 brach die Sowjetunion die Blockade ab.

JERUSALEM: Papst Benedikt XVI. hat am zweiten Tag seines Besuchs in Israel an der Klagemauer gebetet, dem heiligsten Platz für Juden in aller Welt. Zuvor hatte er als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche den Felsendom in Jerusalem besucht. Am Eingang des muslimischen Heiligtums wurde der Papst vom Großmufti von Jerusalem, Mohammed Hussein, empfangen. Benedikt sagte, in einer von Spaltungen geprägten Welt rege dieser heilige Ort auf dem Tempelberg dazu an, Missverständnisse und Konflikte der Vergangenheit zu überwinden und den Weg eines ehrlichen Dialogs zu gehen. Der Papst hatte am Montag zu Beginn seiner fünftägigen Reise nach Israel und in das Palästinensergebiet die Gedenkstätte Jad Vaschem für die Opfer des Nationalsozialismus besucht. Zuvor hatte er Jordanien besucht.

NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat in einer einstimmig angenommenen Erklärung dazu aufgerufen, einen eigenen palästinensischen Staat zu bilden. Alle am Nahostprozess beteiligten Parteien und die internationale Gemeinschaft sollten nach einer Regelung streben, in der zwei demokratische Staaten, Israel und Palästina, Seite an Seite in Frieden leben könnten, hieß es in der Erklärung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach angesichts der israelischen Siedlungspolitik von einem inakzeptablen einseitigen Vorgehen Israels in Ost-Jerusalem und dem Rest des Westjordanlands.

ISLAMABAD: Im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind nach Militärangaben bei einem mutmaßlichen Raketenangriff der US-Armee mindestens acht Menschen getötet worden. Zwei von Drohnen abgefeuerte Raketen seien in einer Gebirgsregion in Süd-Waziristan eingeschlagen, wo die Rebellen der Taliban und der El Kaida besonders stark seien, sagte ein Militärvertreter. Die pakistanische Regierung hatte wiederholt Angriffe der US-Armee auf Ziele in Pakistan kritisiert. - Unterdessen richten die Vereinten Nationen im Nordwesten Pakistans eine Luftbrücke zur Versorgung von mehr als 360.000 Menschen ein, die aus den Distrikten Swat, Buner und Dir vor schweren Gefechten geflohen sind. Die pakistanische Armee setzte dort ihre Offensive gegen islamistische Aufständische mit Boden- und Luftangriffen fort.

COLOMBO: Im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka sind bei einem Artillerieangriff der Armee auf das einzige noch funktionierende Krankenhaus der Region etwa 50 Menschen getötet und weitere 50 verletzt worden. Mit einem Anstieg der Todsopfer werde gerechnet, sagte ein Beamter der Gesundheitsverwaltung. Der Beschuss auf das von den tamilischen Rebellen kontrollierte Gebiet habe mehrere Stunden angedauert. In New York forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Regierung Sri Lankas auf, im Kampf gegen die Rebellen weitere Opfer unter der Zivilbevölkerung zu verhindern. - Der Konflikt hat schon mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet. Die Regierungstruppen haben die Rebellen inzwischen auf einen nur wenige Kilometer langen Streifen an der Nordostküste Sri Lankas zurückgedrängt.

PEKING: China hat der mehr als 87.000 Toten des verheerenden Erdbebens in der Südwestprovinz Sichuan vor genau einem Jahr gedacht. An der zentralen Trauerfeier in der Stadt Yingxiu nahe dem damaligen Epizentrum nahmen auch Staats- und Parteichef Hu Jintao und andere Mitglieder der chinesischen Führung teil. An einer Mauer zur Erinnerung an die Opfer legte Hu ein Blumengesteck nieder. Er dankte auch für die internationale Unterstützung nach dem Erdbeben.

BAD KREUZNACH: Der Arbeitskreis Steuerschätzung ist zu Beratungen über eine neue Prognose zu den Steuereinnahmen zusammengekommen. Das Gremium aus Experten von Bund, Ländern und Kommunen berechnet im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach die voraussichtlichen Steuereinnahmen bis einschließlich 2013 neu. Es werden dramatische Einbrüche erwartet. Das Bundesfinanzministerium, das die Ergebnisse traditionell veröffentlicht, ging zuletzt davon aus, dass sich der Gesamtstaat auf Steuerausfälle von bis zu 350 Milliarden Euro gegenüber früheren Prognosen einstellen muss. Allein für dieses Jahr werden Mindereinnahmen von fast 50 Milliarden Euro befürchtet. Die endgültige Prognose gibt der Schätzerkreis am Donnerstag bekannt. - Die Vorhersage der Steuerschätzer ist Grundlage für die Haushalts- und Finanzplanung des Bundes und der Länder.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfähre "Atlantis" ist auf dem Weg zum Weltraumteleskop "Hubble". Der Space-Shuttle hob planmäßig mit sieben Astronauten in Cape Canaveral ab. Sie sollen das 19 Jahre alte Observatorium im All so gut in Schuss bringen, dass es mindestens bis zum Jahr 2014 einsatzfähig bleibt. In der Vergangenheit hatte das Teleskop immer wieder spektakuläre Daten zur Erde gesendet, aus denen Wissenschaftler Erkenntnisse über Alter und Herkunft des Universums gewinnen konnten.

Das Wetter in Deutschland: Im Süden und Südwesten teils kräftiger Regen, örtlich auch Hagel und Gewitter. Sonst überwiegend sonnig und trocken. Die Temperaturen liegen zwischen 12 und 22 Grad.

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