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Nachrichten

Dienstag, 12. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Bei einem Bombenanschlag in der iranischen Hauptstadt ist nach Angaben staatlicher Medien ein Atomwissenschaftler getötet worden. Der Nuklearphysiker Massud Mohammadi sei auf dem Weg zur Arbeit von einer ferngezündeten Bombe in den Tod gerissen worden, hieß es in den Berichten aus Teheran. Der Sprengsatz sei an einem Motorrad versteckt gewesen. - Ob der Wissenschaftler mit dem umstrittenen iranischen Atomprogramm in Verbindung stand, ist bislang unklar. Der staatliche Rundfunksender IRIB sprach vom einem Terrorakt und machte antirevolutionäre Kräfte - gemeint ist die Oppositionsbewegung - und indirekt den Westen für die Tat verantwortlich.

PEKING: China hat nach Angaben der Regierung erfolgreich ein neues Raketen-Abwehr-System getestet. Laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua betonte das Außenministerium in Peking, der Test sei rein defensiver Natur gewesen und gegen kein Land gerichtet. Details zu dem Test wurden nicht mitgeteilt. - In der vergangenen Woche hatten die USA angekündigt, verbesserte Luftabwehrraketen vom Typ "Patriot" an Taiwan zu liefern. China, das Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet, hatte gegen den Verkauf protestiert.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama erwägt die Einführung einer Abgabe, mit der der vom Staat gerettete Finanzsektor einen Beitrag zum Ausgleich des hohen Haushaltsdefizits leisten soll. Nach einem Bericht der Zeitung "Washington Post" bestätigte ein Regierungsvertreter entsprechende Überlegungen. - Der Bankenrettungsfonds der US-Regierung hat bislang 245 Milliarden Dollar für die Finanzbranche bereitgestellt. Davon zahlten die Geldhäuser inzwischen 162 Milliarden Dollar wieder zurück.

BERLIN: Deutschland hat sich angeblich nicht an abgemachte Zusagen gegenüber dem Globalen UN- Fonds zur Bekämpfung von Krankheiten gehalten. Die Bundesregierung hat nach Angaben eines Sprechers des Fonds für das Jahr 2010 statt der versprochenen 200 Millionen Euro lediglich 142 Millionen Euro überwiesen. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte der Sprecher, bislang habe kein G-8-Land seine Zusagen einfach gemindert. - Der Globale Fonds gilt als weltweite Finanzierungsquelle für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Der Haushalt des globalen Fonds, der 2001 von den Vereinten Nationen gegründet wurde, setzt sich aus freiwilligen Beiträgen der Geberländer und des privaten Sektors zusammen.

BERLIN: Bischöfin Margot Käßmann hält auch nach ihrem Treffen mit Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ihre Kritik an dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan aufrecht. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland betonte in der ARD, sie würde ihre umstrittene Neujahrspredigt wieder so halten. - Käßmann hatte darin den Bundeswehr-Einsatz kritisiert und einen Plan für den Abzug der deutschen Soldaten gefordert. - Bei einem Treffen der Bischöfin mit dem Minister vereinbarten beide einen regelmäßigen Dialog zwischen der Kirche und der Bundeswehr. Zudem nahm Käßmann das Angebot zu Guttenbergs an, sich selbst ein Bild von der Lage in Afghanistan zu machen.

KÖLN: Nach dem Luftangriff von Kundus hat die bislang große Popularität Deutschlands unter den Afghanen deutlich abgenommen. Das geht aus einer Umfrage von ARD, BBC und des US-Senders ABC hervor. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Afghanen mit einem positiven Deutschlandbild im Bundeswehr-Einsatzgebiet im Norden des Landes um elf Punkte auf 63 Prozent gesunken. Umgekehrt erhöhte sich die Zahl der Menschen mit einem negativen Bild um 17 auf 31 Prozent. Zugleich blickt trotz anhaltender Gewalt und Armut erstmals seit Jahren wieder eine große Mehrheit der afghanischen Bürger optimistisch in die Zukunft. Hier stieg der Vorjahreswert von 40 Prozent auf 70 in diesem Jahr. - Befragt wurden mehr 1500 Afghanen in allen 34 Provinzen.

SANAA: Über ein halbes Jahr nach der Entführung einer fünfköpfigen deutschen Familie im Jemen gibt es ein erstes Hoffnungszeichen. Präsident Ali Abdullah Saleh teilte Bundesaußenminister Guido Westerwelle bei einem Treffen in Sanaa mit, dass Jemens Behörden den Aufenthaltsort der Geiseln kennen würden. Westerwelle sprach von einer hoffnungsvollen Nachricht, sollten sich die Informationen bewahrheiten. Zugleich sagte der Minister der jemenitischen Führung die Hilfe Deutschlands beim Kampf gegen den Terror der El Kaida zu. Der Jemen ist nach dem vereitelten Flugzeuganschlag von Detroit in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt, weil der mutmaßliche Attentäter dort ausgebildet worden sein soll. Islamische Extremisten nutzen das Land zunehmend als Basis.

HAMBURG: Der angeschlagene Internet-Dienstleister AOL will weltweit massiv Stellen abbauen und sich ganz aus dem deutschen Markt zurückziehen. Ein Unternehmenssprecher sagte dem Norddeutschen Rundfunk, alle vier Standorte in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München würden geschlossen. 140 Mitarbeiter seien betroffen. Ein deutsches AOL-Internetportal soll in einer abgespeckten Form bestehen bleiben. - Weltweit will AOL sich von einem Drittel seiner 6900 Mitarbeiter trennen. AOL war ein Internet-Provider der ersten Stunde, der den Zugang zum weltweiten Computernetzwerk möglich machte. Dem Unternehmen gelang es jedoch nicht, sein Geschäftsmodell an die schnelle technische Entwicklung des Internets anzupassen.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will die Umsetzung der Millenniumsziele in den Mittelpunkt seiner Arbeit in diesem Jahr stellen. Er wolle für September einen Sondergipfel einberufen, auf dem über den Stand der Umsetzung der im Jahr 2000 beschlossenen Jahrtausendziele beraten werden solle, kündigte Ban in New York an. Die Ziele seien so wichtig, dass die UN nicht scheitern dürften. Zu den Zielen gehören unter anderen die Zahl der extrem Armen bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren, eine Grundbildung für alle und die Reduzierung der Säuglings- und Müttersterblichkeit. Unterdessen warnte die UNESCO in Paris vor einem Scheitern beim Millenniumsziel Bildung für alle. Durch die Finanzkrise und ihre Folgen könnte es in einigen der ärmsten Länder zu einem Stillstand der Entwicklung kommen.

NAIROBI: Der schwer erkrankte nigerianische Präsident Umara Yar'Adua hofft darauf, seine Amtsgeschäfte bald wieder aufnehmen zu können. Der 58-jährige, der seit 50 Tagen in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien behandelt wird, sagte dem Rundfunksender BBC, er hoffe auf erhebliche Fortschritte seiner Behandlung und auf eine baldige Rückkehr nach Hause. Es war das erste Interview seit seiner Erkrankung. Immer wieder gab es Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten. Zuletzt hieß es, Yar'Adua liege im Koma. An diesem Dienstag sind im nigerianischen Parlament und im Senat Debatten über die Folgen der langen Abwesenheit des Präsidenten angesetzt.

AMSTERDAM: Die Niederländerin Miep Gies, die geholfen hatte, die Familie von Anne Frank vor den Nationalsozialisten zu verstecken, ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Dies teilte das Anne-Frank-Museum in Amsterdam mit. - Gies hatte die jüdische Familie Frank, die sich im 2. Weltkrieg in einem Amsterdamer Hinterhaus vor den Nazis versteckt hatte, mit Lebensmitteln und anderen Gütern versorgt. Nach der Entdeckung des Verstecks rettete Gies das Tagebuch der Anne Frank. Das Mädchen starb im März 1945 im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen. - Nach dem Krieg wurden die Aufzeichnungen in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit berühmt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt bewölkt, doch die Temperaturen steigen auf minus vier bis null Grad Celsius am Oberrhein an. In den Mittelgebirgen bleibt es mit bis zu minus 6 Grad etwas kälter.

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