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Nachrichten

Dienstag, 12. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

BRÜSSEL: Nach harten Diskussionen haben die EU-Außenminister die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei in Teilen auf Eis gelegt. Betroffen sind vor allem Wirtschaftsthemen. Grund ist die Weigerung der Türkei, ihre Häfen und Flughäfen wie zugesagt für die Republik Zypern zu öffnen, die seit 2004 EU-Mitglied ist. Geht die Regierung in Ankara auf die EU zu, können die gesperrten Themenbereiche jederzeit wieder aktiviert werden. Einmal im Jahr will die Europäische Union die Fortschritte der Türkei überprüfen. Die Minister stellten bei ihrem Treffen in Brüssel aber kein Ultimatum. Die EU-Einigung wurde nach den Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier letztendlich auch durch Zusagen Zyperns möglich. So gab Zypern seine Zustimmung zur Freigabe von Finanzhilfen für den türkischen Norden der Insel.

BAGDAD: Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum Bagdads sind mindestens 50 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Nach Angaben der irakischen Polizei brachte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einer Menge wartender Gelegenheitsarbeiter zur Explosion. Es ist in diesem Jahr bereits der vierte Anschlag auf dem Platz, auf dem vor allem schiitische Tagelöhner Arbeit suchen. US-Präsident George W. Bush hatte zuvor die irakischen Nachbarländer aufgefordert, die Regierung in Bagdad zu unterstützen. Es gehe darum, zum Überleben einer jungen Demokratie beizutragen, sagte Bush.

SANTIAGO: Tausende von Anhängern haben dem im Alter von 91 Jahren verstorbenen chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet die letzte Ehre erwiesen. In der Militärakademie der Hauptstadt Santiago zogen sie am aufgebahrten Leichnam vorbei. Pinochet soll an diesem Dienstag mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Der General hatte 1973 mit Unterstützung der USA den gewählten Präsidenten Salvador Allende gestürzt. Während seiner Herrschaft wurden mehr als 3.000 Menschen ermordet; rund 28.000 Menschen wurden in geheimen Lagern von der Geheimpolizei gefoltert. Schätzungsweise 200.000 Chilenen gingen ins Exil.

BERLIN: Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert trifft an diesem Dienstag in Berlin zu Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler zusammen. Wichtigstes Thema der Gespräche dürfte die angespannte Lage im Nahen Osten sein. Merkel will die Gelegenheit nutzen, um vor Beginn der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands am 1. Januar die Chancen für neue Friedensinitiativen in der Krisenregion auszuloten. Im Vorfeld seines ersten Deutschlandbesuchs hatte Olmert in Israel für Empörung gesorgt, weil er in einem Interview sein Land erstmals in eine Reihe mit Atommächten wie die USA, Frankreich und Russland stellte. Bisher hatte es zu den Grundsätzen der israelischen Politik gehört, den Besitz von Atomwaffen nicht offiziell zu bestätigen.

HAMBURG: Die vier Menschen, die im Zusammenhang mit der Giftmordaffäre um den russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko in eine Hamburger Klinik gebracht wurden, sind angeblich doch nicht mit dem radioaktiven Stoff Polonium 210 verstrahlt worden. Es habe sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, sagte der Fachbereichsleiter des Bundesamtes für Strahlenschutz, Gerald Kirchner, dem Bayerischen Rundfunk. Bei den betroffenen Personen handelt es sich um die Ex-Ehefrau von Dimitrij Kowtun, einem Kontaktmann Litwinenkos, ihren Lebensgefährten sowie ihre zwei kleinen Kinder. Der russische Geschäftsmann Kowtun ist auf noch ungeklärte Weise in den Mordfall Litwinenko verstrickt.

MÜNCHEN: Angesichts der Schwarzgeldaffäre bei Siemens hat der Konzern seine Geschäftszahlen korrigiert. Wie es nach einer Aufsichtsratssitzung hieß, erwartet das Unternehmen eine zusätzliche steuerliche Belastung von knapp 170 Millionen Euro. Dadurch verringere sich der Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr um mehr als 70 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft München verdächtigt mehrere Beschuldigte, aus den Mitteln des Konzerns rund 200 Millionen Euro in schwarze Kassen abgezweigt und damit Schmiergelder für Auslandsaufträge bezahlt zu haben.

WASHINGTON: Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan hat unverhohlen Kritik an der Regierung von US-Präsident George W. Bush geübt. Annan sagte in der Bibliothek des früheren amerikanischen Präsidenten Harry Truman im Bundesstaat Missouri, die USA dürften im Kampf gegen den Terror nicht ihre demokratischen Ideale opfern. Er appellierte zudem an die US-Regierung, diplomatische Alleingänge zu unterlassen. Annan warb abermals für eine Reform des UN-Sicherheitsrates, dessen Zusammensetzung immer noch die Welt von 1945 widerspiegele.

CAPE CANAVERAL: Die US-Weltraumbehörde Nasa hat nach dem Andocken der 'Discovery' an die Internationale Raumstation ISS eine Untersuchung des linken Flügels der Raumfähre angeordnet. Zuvor hätten Sensoren Hinweise auf einen möglichen Objekt-Einschlag entdeckt, teilte die Nasa mit. Beim Rückflug soll die Fähre den deutschen Astronauten Thomas Reiter mit zur Erde zurücknehmen, der seit Juli an Bord der ISS ist. Am 21. Dezember wird die 'Discovery' auf der Erde erwartet.

CANBERRA: Im Süden Australiens versuchen mehrere tausend Feuerwehrleute, die seit Tagen wütenden Wald- und Flächenbrände einzudämmen. Die schlimmsten Feuer gibt es in den Staaten Victoria und Tasmanien. Dort wurden 14 Häuser zerstört. Eines der Feuer näherte sich der Stadt Perth im Staat Westaustralien. Die Behörden befürchten, dass mehrere hundertausend Hektar Land durch die Brände zerstört werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten zunehmende Auflockerungen und weitgehend trocken, sonst wolkig und von Westen nachlassender Regen. Höchsttemperaturen vier bis zehn Grad.

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