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Nachrichten

Dienstag, 11. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Am sechsten Jahrestag der Terroranschläge in den USA ist ein neues Video von El Kaida-Chef Osama bin Laden ins Internet gestellt worden. Nach ersten Angaben einer US-Terrorexpertin preist bin Laden in dem 47-minütigen Video, das ihn als Standbild zeigt, die Flugzeugattentäter des elften September. Außerdem enthalte es den letzten Willen eines der Attentäter. In New York findet an diesem Dienstag die Gedenkfeier erstmals nicht direkt am Ground Zero statt, dem Platz, an dem die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, sondern auf einem nahe gelegenen Platz. Grund sind die Bauarbeiten am Ground Zero.

ANKARA: Die türkische Polizei hat im Zentrum der Hauptstadt Ankara einen Bombenanschlag verhindert. Spürhunde entdeckten in einem mehrstöckigen Parkhaus im vielbesuchten Geschäftsviertel Kurtulus einen mit Natriumnitrat präparierten Kleinbus. Sprengstoffexperten entschärften die Bombe. Ankaras Gouverneuer Kemal Önal sagte, eine mögliche Katastrophe sei verhindert worden. Wegen des Jahrestages der Terroranschläge in den USA waren auch in der Türkei die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden. Im Jahr 2003 waren bei Bombenanschlägen von El-Kaida-Anhängern in Istanbul 58 Menschen ums Leben gekommen.

TRIER: Nach der Anschlagdrohung eines anonymen Anrufers gegen den US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in der Eifel ist dort Terroralarm ausgelöst worden. Laut Polizei hatte der Mann angekündigt, die US-Militärbasis mit mindestens vier Komplizen zu attackieren. In dem Telefonat war auch von "Bomben" die Rede. Die Polizei leitete einen Großeinsatz ein. Ein Sprecher erklärte, eine konkrete Gefährdung bestehe nicht. Es seien aber Präventivmaßnahmen ergriffen worden.

BERLIN: Das von der deutschen Geisel im Irak veröffentlichte Video ist nach Ansicht des Auswärtigen Amtes offensichtlich älteren Datums. Es sei möglicherweise schon länger auf einer einschlägigen Website eingestellt gewesen, teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit. Der Krisenstab bemühe sich weiter mit allem Nachdruck um die Freilassung des entführten Sinan Krause. In dem Video ist auch die inzwischen freigelassene Mutter der Geisel zu sehen. Gleichzeitig wurde mit der Ermordung des 20-Jährigen gedroht, solle Deutschland seine Soldaten nicht innerhalb von zehn Tagen aus Afghanistan abziehen. Sinan Krause und seine Mutter Hannelore waren Anfang Februar aus ihrem Haus in Bagdad verschleppt worden. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens "Pfeile der Rechtschaffenheit“.

BAGDAD: Der Irak hat den Lagebericht des Oberbefehlshabers der US-Armee im Land, David Petraeus, begrüßt. Ein Sprecher sagte auf einer Pressekonferenz, alle irakischen Sicherheitskräfte seien bis Mitte kommenden Jahres ausgerüstet und trainiert. In der nahen Zukunft seien zudem weniger ausländische Truppen für Kampfhandlungen notwendig. Petraeus hatte dem US-Kongress am Montag in seinem Lagebericht vorgeschlagen, bis Juli kommenden Jahres 30.000 US-Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Dann würden noch etwa 130.000 Mann verbleiben. Das ist in etwa die Zahl vor der erfolgten Truppenaufstockung zu Beginn dieses Jahres. Forderungen nach einem umfangreichen und schnelleren Abzug der US-Truppen wies Petraeus als katastrophal für den Irak zurück.

ISLAMABAD: In Pakistan zieht die gestrige Abschiebung des gerade heimgekehrten früheren Regierungschefs Nawaz Sharif weitere Kreise. Sharifs Partei, die Muslim Liga-Nawaz, reichte beim Obersten Gerichtshof eine Petition ein. Darin wird der Gerichtshof aufgerufen, gegen bestimmte Regierungsstellen tätig zu werden. Die Anwälte im Land kündigten an, sie würden an diesem Dienstag nicht bei Gericht erscheinen. Damit wollen sie ihren Unmut über die Entscheidung von Präsident Pervez Musharraf bekunden. Dieser hatte - unter Missachtung einer Rückkehrerlaubnis des Obersten Gerichtshofs vom August - Sharif am Montag kurz nach seiner Ankunft in Islamabad ins saudische Dschidda zurückreisen lassen. Sharif lebt seit 1999 in Saudi Arabien im Exil.

JERUSALEM: Bei einem Raketenangriff auf einen israelischen Armeestützpunkt sind fast 60 Soldaten verletzt worden. Nach Militär-Angaben wurde der Stützpunkt am frühen Dienstagmorgen von einer 'Kassam'-Rakete getroffen, die von militanten Palästinensern aus dem nahe gelegenen Gazastreifen abgefeuert wurde. Das Geschoss schlug in einem leeren Zelt ein. Trotz vorher gegebenen Luftalarms hatten viele Soldaten die Schutzräume jedoch nicht rechtzeitig erreicht. Zu dem Angriff bekannten sich die so genannten Saladin-Brigaden, der militante Arm der Palästinenser-Organisation 'Volkswiderstandskomitee'.

PJÖNGJANG: Ein US-Atomexpertenteam ist zu einem fünftägigen Besuch in Nordkorea eingetroffen. Überprüft werden soll, wie das Atomprogramm des kommunistischen Staates komplett beendet werden kann. Nordkorea hatte sich dazu in einem Abkommen im Februar bereiterklärt; im Gegenzug wurden vom Ausland eingefrorene Gelder wieder freigegeben und Öllieferungen zugesagt. Seine Atomanlage Yongbyon hat Nordkorea bereits stillgelegt. Das Atomprogramm soll auch ein Thema des für Anfang Oktober geplanten inner-koreanischen Gipfeltreffens in Pjöngjang sein. Laut Südkoreas Präsidenten Roh Moo-hyun will er sich hauptsächlich jedoch um einen Friedensvertrag mit Nordkorea bemühen. Beide Staaten befinden sich seit Ende des Korea-Krieges 1953 offiziell noch im Kriegszustand.

BERLIN: In der Debatte um schärfere Schuldenregeln für die öffentlichen Haushalte hat sich Finanzminister Peer Steinbrück gegen ein komplettes Verbot neuer Schulden ausgesprochen. Zum Auftakt der viertägigen Haushaltsberatungen des Bundestages plädierte er für Ausnahmen in wirtschaftlich schwächeren Phasen. Im Mittelpunkt der Debatte steht der Haushalt für das kommende Jahr. Der Etat sieht Ausgaben von 283,2 Milliarden Euro vor; 4,7 Prozent mehr als der laufende Bundeshaushalt. Dank sprudelnder Steuereinnahmen sinkt die Neuverschuldung auf den niedrigsten Stand seit 1974.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Regnerisch, nur nach Westen hin teils aufgelockert und heiter. Höchsttemperaturen zwischen 14 und 19 Grad.

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