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Nachrichten

Dienstag, 11. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine strategische Neuausrichtung der NATO gefordert. Angesichts neuer Herausforderungen und Gefahren sei Klarheit über die künftigen Aufgaben der Allianz nötig, sagte die Kanzlerin vor der Deutschen Atlantischen Gesellschaft in Berlin. Dazu gehöre der Umgang mit den Bedrohungen durch den Terrorismus und zerfallende Staaten ebenso wie die Rüstungskontrolle und die Sicherung wichtiger Transportwege. Der NATO-Jubiläumsgipfel im kommenden April müsse deshalb ein neues strategisches Konzept für das Bündnis in Auftrag geben. Merkel machte erneut deutlich, dass die Zeit für einen NATO-Beitritt Georgiens und der Ukraine noch nicht reif sei. - Zugleich erteilte sie einer zeitlichen Begrenzung des Afghanistan-Einsatzes eine Absage. Dessen Dauer richte sich nicht nach Jahren, sondern dem Erreichen des Ziels.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Ausdehnung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr auf den Süden des Landes erneut abgelehnt. Es sei und bleibe Aufgabe der Bundeswehr, den Norden des Landes zu stabilisieren, sagte Jung im deutschen Fernsehen. Außerdem seien deutsche Soldaten auch an der Luftaufklärung und Lufttransporten in ganz Afghanistan beteiligt. Zudem werde Deutschland seinen Beitrag zur Ausbildung der Streitkräfte Afghanistans verstärken. Mit diesem Engagement müsse sich Deutschland nicht verstecken, so der CDU-Politiker.

JAKARTA: Knapp vier Jahre nach der Tsunami-Katastrophe ist in Indonesien das Frühwarnsystem offiziell in Betrieb genommen worden. An der Feier in der Leitzentrale in der Hauptstadt Jakarta nahmen Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und der deutsche Staatssekretär Thomas Rachel teil. Die Bundesrepublik trägt mit 45 Millionen Euro den größten Teil der Kosten des Tsunami-Warnsystems und wird es in den ersten zwei Jahren gemeinsam mit Indonesien betreiben. Das System besteht aus zahlreichen Komponenten wie Seismometern, GPS-Stationen und Meeresbodensensoren. Bei einem Erdbeben werden die Daten über Satellit in die Leitzentrale geschickt, wo Computer innerhalb von Minuten das Gefahrenpotenzial errechnen können.

STUTTGART: Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie gehen die Verhandlungen an diesem Dienstag in die voraussichtlich entscheidende Runde. Beide Seiten erhoffen sich vom vierten Zusammentreffen im baden-württembergischen Sindelfingen einen Durchbruch und haben Kompromissbereitschaft signalisiert. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen. drohen ab kommender Woche bundesweite unbefristete Streiks, die ersten seit sechs Jahren. Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Lohn und Gehalt; die Arbeitgeber bieten bislang 2,1 Prozent für 2009 plus eine Einmalzahlung von 0.8 Prozent.

HANNOVER: Begleitet von den heftigsten Protesten seit Jahren hat der elfte Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll das Zwischenlager Gorleben im Bundesland Niedersachsen erreicht. Gesichert von einem Großaufgebot der Polizei passierten die elf Tieflader mit Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken am frühen Dienstagmorgen die Tore des Zwischenlagers und damit fast einen Tag später als geplant. Zuvor musste die Polizei mehrere Blockaden auflösen. Der Transport war am Freitag in der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague gestartet.

BERLIN: Die SPD-Bundestagsfraktion rückt vom Kompromiss der großen Koalition zum Bundeswehreinsatz im Inneren wieder ab. Nach einem Bericht der 'Osnabrücker Zeitung' einigte sich eine Arbeitsgruppe unter Fraktionschef Peter Struck darauf, dass es Bundeswehreinsätze im Inneren nur in zwei eng umrissenen Ausnahmefällen geben dürfe. Solche Einsätze könne es nur zur Abwehr unmittelbar drohender Gefahr aus der Luft oder von See geben, sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner dem Blatt. Anderenfalls würde die in Deutschland bewährte Trennung zwischen äußerer und innerer Sicherheit verwischt. Erst Anfang Oktober hatten Union und SPD beschlossen, dass die Bundeswehr zur Abwehr extremer Gewalt auch im Inland zur Waffengewalt greifen darf, wenn die Mittel der Polizei erschöpft sind.

JERUSALEM: In Israel sind an diesem Dienstag 4,7 Millionen Bürger zur Stimmabgabe bei landesweiten Kommunalwahlen aufgerufen. Besondere Bedeutung hat dabei die Bürgermeisterwahl in Jerusalem, weil der derzeitige Amtsinhaber, der ultra-orthodoxe Uri Lupolianski, nicht wieder antritt. Als Favorit für die Nachfolge gilt der Hi-Tech-Unternehmer Nir Barkat. Jerusalem hat etwa 730.000 Einwohner, darunter gut eine Viertelmillion Araber im Ostteil der Stadt. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat die arabischen Bewohner jedoch zu einem Wahlboykott aufgerufen, weil die Stadtverwaltung die israelische Besatzung repräsentiere. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Bereits im Februar folgen in Israel Parlamentswahlen.

BAGDAD: Bei neuen Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt sind drei Menschen getötet und 17 verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten detonierten auf einem Platz im Osten Bagdads mehrere Sprengsätze kurz hintereinander. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäter mindestens 28 Menschen mit in den Tod gerissen. Es war die folgenschwerste Bluttat in Bagdad seit fünf Monaten. Unterdessen wurde bekannt, dass die Kaukasus-Republik Aserbaidschan ihre 150 im Irak stationierten Soldaten abziehen will. Ein entsprechendes Gesetz habe Präsident Ilcham Alijew dem Parlament vorgelegt, berichteten Zeitungen in der Hauptstadt Baku. Bis auf die amerikanischen und britischen Truppen werden voraussichtlich alle ausländischen Soldaten den Irak verlassen, bevor das UN-Mandat für die dortige multinationale Truppe am 31. Dezember endet.

RANGUN: Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Militärjunta im vergangenen Jahr ist in Birma ein Internet-Blogger zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Dies teilte die Oppositionspartei Nationalen Liga für Demokratie mit. Der 28-jährige Nay Phone Latt hatte in seinem Blog die Hürden des Alltags in Birma wie die regelmäßigen Stromausfälle und die hohen Lebenshaltungskosten beschrieben. Zusammen mit Nay Phone Latt wurden vier Mitglieder der Oppositionspartei und ein Dichter verurteilt. Die Protestwelle in Birma hatte mit Demonstrationen gegen gestiegene Treibstoffpreise begonnen und sich dann unter der Führung buddhistischer Mönche zu Kundgebungen mit bis zu 100.000 Menschen ausgeweitet. Das Militärregime ließ die Demonstrationen blutig niederschlagen, wobei nach UN-Angaben mindestens 31 Menschen starben.

WELLINGTON: Nach ihrer Wahlniederlage hat die Labour-Partei in Neuseeland den ehemaligen Handels- und Verteidigungsminister Phil Goff zum neuen Vorsitzenden ernannt. Er löst die bisherige Labour-Chefin und noch amtierende Ministerpräsidentin Helen Clark ab. Sie hatte am Samstag ihren Rücktritt erklärt. Der Sieger der Parlamentswahl, John Key von der konservativen Nationalen Partei, will nach eigenen Angaben schon am Sonntag das neue Kabinett vorstellen, Key verfügt bereits über eine Mehrheit im neuseeländischen Parlament, weil ihm zwei weitere Parteien ihre Unterstützung zugesichert haben. Derzeit führt er noch Gespräche mit der Partei der Maori, der neuseeländischen Ureinwohner. Sie machen rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

KUALA LUMPUR: Vor der somalischen Küste haben Piraten erneut ein Frachtschiff entführt. Nach Mitteilung der Internationalen Seefahrtsbehörde kaperten die mit Schnellfeuerwaffen und Panzerfäusten ausgerüsteten Piraten im Golf von Aden einen philippinischen Tanker mit 23 Besatzungsmitgliedern. Das Schiff sei mit Chemikalien beladen. Die Piraten hätten auch einen unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Frachter attackiert. Das Schiff habe aber entkommen können, so die in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ansässige Behörde weiter. Die EU hatte erst am Montag beschlossen, zur Bekämpfung der Piraten bis zu sieben Kriegsschiffe in die Küstengewässer Somalias zu entsenden.

PARIS/WARSCHAU: Mit feierlichen Zeremonien wird an diesem Dienstag in Polen und Frankreich an die Opfer des vor 90 Jahren zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs erinnert. In Polen wird gleichzeitig auch der 90. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit begangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist dazu auf Einladung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski nach Warschau. - In Frankreich findet die Gedenkfeier in der Nähe von Verdun statt, wo im Ersten Weltkrieg blutige Kämpfe tobten. - In dem vierjährigen Krieg zwischen Deutschland und Österreich/Ungarn auf der einen und der siegreichen Allianz von Frankreich, Großbritannien und den USA auf der anderen Seite wurden rund 8,5 Millionen Soldaten getötet. Am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Russland war nach der Revolution 1917 aus dem Krieg ausgeschieden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Gebietsweise stark bewölkt und vor allem im Nordwesten gelegentlich Regen. Im Südosten und in Sachsen dagegen aufgelockert und meist trocken. Höchstwerte elf bis 17 Grad.

Hamburg: 16°, nach Regen;

Berlin: 12°, wolkenlos;

Dresden: 9°, wolkenlos;

Köln/Bonn. 9°, Regen;

Frankfurt am Main: 14°, Regen und

München: 6°, fast wolkenlos.

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