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Nachrichten

Dienstag, 11. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KARLSRUHE: Die automatisierte Massenkontrolle von Autokennzeichen in Hessen und Schleswig-Holstein durch die Polizei ist verfassungswidrig und damit nichtig. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts verletzen die Gesetze das Datenschutz-Grundrecht der Autofahrer. Zudem seien die Vorschriften zu unbestimmt. Es sei nicht geregelt, aus welchen Anlässen die Polizei per Videokamera Kfz-Kennzeichen mit den Fahndungsdaten abgleichen dürfe. Außerdem bleibe offen, zu welchem Zweck die Daten verwendet werden dürften. Dies verstoße gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Damit gab der Erste Senat drei Autofahrern Recht, die durch den elektronischen Abgleich ihrer Nummernschilder ihr Grundrecht auf 'informationelle Selbstbestimmung' verletzt sahen.

DÜSSELDORF: Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert vom finnischen Handyhersteller Nokia Subventionen plus Zinsen in Höhe von fast 60 Millionen Euro zurück. Das teilte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium mit. Nokia habe in seinem Bochumer Werk weniger Dauerarbeitsplätze geschaffen als vereinbart. Zudem habe das Unternehmen gegen vertraglich festgelegte Mitteilungspflichten verstoßen. Wenn Nokia die geforderte Summe nicht bis zum Monatsende zahle, werde das Land den Konzern verklagen. Nokia will sein Bochumer Werk mit 2.300 Festangestellten und 1.000 Leiharbeitern aus Kostengründen Ende Juni schließen. Der größte Teil der Produktion soll in ein neues Werk nach Rumänien verlagert werden.

WIESBADEN: Die Landtagsfraktion der hessischen SPD berät an diesem Dienstag in Wiesbaden über die politische Lage. Erwartet wird eine Erklärung der SPD-Abgeordneten Dagmar Metzger, die sich einer eventuellen Regierungsübernahme mit Hilfe der Linken widersetzt. Metzger war deshalb aufgefordert worden, entweder einzulenken oder ihr Mandat niederzulegen. Unabhängig davon ist Hessens SPD-Parteichefin Andrea Ypsilanti aber nicht mehr bereit, am 5. April als Ministerpräsidentin zu kandidieren. SPD-Chef Kurt Beck hatte am Montag den Kurs der SPD im Umgang mir der Partei 'Die Linke' verteidigt. Die SPD hätte auf die neue Präsenz der Linken reagieren müssen, nachdem diese in westdeutsche Landesparlamente gewählt worden seien. Dabei stellte er klar, dass die Landesverbände selbstständig über eine Zusammenarbeit entscheiden könnten. Auf Bundesebene schloss Beck eine Kooperation mit der Linken auch nach 2009 aus.

ISLAMABAD: Bei zwei Bombenanschlägen in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind nach Polizeiangaben mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Einer galt einer Polizeibehörde im Stadtzentrum. Das mehrstöckige Gebäude wurde durch die Detonation teilweise zerstört. Allein bei diesem Anschlag wurden 18 Menschen getötet. Die zweite Bombenexplosion ereignete sich in einem Wohnviertel. Zwei Kinder kamen ums Leben. Die Polizei geht von Selbstmordanschlägen aus.

PEKING: Die Volksrepublik China will erstmals ein Umweltministerium einrichten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Neues China meldet, solle dies im Rahmen einer allgemeinen Umstrukturierung der Regierungsarbeit geschehen. Nach Jahren starken Wirtschaftswachstums kämpft China derzeit mit massiven Umweltproblemen. Insbesondere mit Blick auf die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in Peking waren die chinesischen Umweltstandards international stark kritisiert worden. Am Dienstag hatte der äthiopische Weltrekordhalter Haile Gebreselassie als erster Athlet erklärt, wegen der schlechten Luft in Peking wolle er nicht am Marathon-Lauf teilnehmen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat Polen zusätzliche Militärhilfe im Gegenzug für die Erlaubnis zur Stationierung von Abwehrraketen zugesagt. Nach einem Treffen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk im Weißen Haus kündigte Bush an, die USA würden einen Modernisierungsplan für die polnischen Streitkräfte vorlegen. Auch auf die von Polen geforderten Sicherheitsgarantien ging Bush ein. Das Land werde durch die Stationierung von Teilen des US-Raketenschilds keine "unangemessenen Sicherheitsrisiken" tragen müssen, erklärte er. - Die USA wollen im Rahmen ihres Abwehrprogramms zehn Raketen in Polen und eine Radaranlage in Tschechien aufstellen. Begründet wird dies mit der möglichen Gefahr von Angriffen aus dem Iran. Russland hat die Pläne scharf kritisiert und für den Fall einer Umsetzung damit gedroht, Raketenstellungen gegen die beiden osteuropäischen Länder zu richten.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel ungewöhnlich deutlich wegen des geplanten Ausbaus einer Siedlung im Palästinensergebiet kritisiert. Jede Ausweitung des Siedlungsbaus verstoße gegen die Verpflichtungen Israels im Rahmen des internationalen Friedensplans Road Map und gegen internationales Recht, sagte Ban in New York. Er forderte die Regierung in Jerusalem zu einem Siedlungsstopp auf. Beide Seiten im Nahost-Konflikt müssten den Vorgaben der Road Map nachkommen. - Zuvor hatten die USA und unter anderen auch die Bundesregierung die Ankündigung Israels kritisiert, mehrere hundert neue Wohnungen im Westjordanland zu bauen.

CHICAGO: Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing will auch formell Protest gegen die Vergabe eines milliardenschweren Rüstungsauftrags an den europäischen Konkurrenten EADS einlegen. Die US-Rechenschaftsbehörde solle die Entscheidung der Luftwaffe überprüfen, teilte der Konzern in Chicago mit. Das US-Verteidigungsministerium hatte EADS und seinem amerikanischen Partner Northrop Grumman überraschend den Zuschlag für die Lieferung von 179 Tankflugzeugen erteilt. Es handelt sich um einen der bislang größten Aufträge der Luftwaffe mit einem Volumen von umgerechnet knapp 23 Milliarden Euro. Boeing hatte seit fast 50 Jahren ein Monopol auf die Ausrüstung der US-Streitkräfte.

WASHINGTON: Die US-Weltraumfähre 'Endeavour' ist mit sieben Astronauten an Bord zur Internationalen Weltraumstation ISS gestartet. Der Shuttle hob vom amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida ab. Bei der 16-tägigen Mission sollen Teile eines japanischen Forschungslabors zur ISS gebracht werden. Sechs amerikanische Astronauten werden von einem japanischen Kollegen begleitet. Er wird das Forschungslabor bei mehreren Außeneinsätzen installieren. Damit bekommt Japan nach Europa, den USA und Russland ebenfall ein eigenes Forschungslabor auf der Internationalen Raumstation.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Westen Regen und Schauer, dabei stürmischer Wind. Im Osten zunächst noch freundlich. Höchstwerte sieben bis 14 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg, Dresden

und Frankfurt am Main: 8 Grad, stark bewölkt;

Berlin: 9 Grad, leicht bewölkt und

Köln/Bonn und München: 7 Grad, stark bewölkt.

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