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Nachrichten

Dienstag, 11. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JAKRATA: Die UN-Klimakonferenz auf Bali hat sich darauf verständigt, einen so genannten Anpassungsfonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels einzurichten. Damit wurde ein erster wichtiger Beschluss gefasst, der vor allem im Interesse ärmerer Länder liegt. In den Fonds sollen bis 2012 rund 500 Millionen Dollar fließen. Er soll von einer Institution der Industrieländer verwaltet, aber von den Entwicklungsländern kontrolliert werden. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul begrüßte die Einigung als 'wichtigen Schritt'. Umweltorganisationen kritisierten das Volumen des Fonds hingegen als zu gering. Es seien nicht Hunderte Millionen sondern Hunderte Milliarden Dollar nötig.

ALGIER: Die algerische Hauptstadt ist von zwei schweren Explosionen erschüttert worden. Zunächst explodierte vor dem Obersten Gerichtshof ein Schulbus, wenig später wurde eine Explosion aus der nahe gelegenen Wohngegend Hydra gemeldet. Es soll mindestens 20 Tote und mehr als 40 Verletzte geben. Die Menschen rannten in Panik durch die Straßen. Die Telefonverbindungen in der Stadt brachen zusammen. In diesem Jahr haben dem Terrornetzwerk El Kaida nahestehende Gruppen bereits mehrere Anschläge in Algerien verübt.

BERLIN: Die Bundesregierung hat positiv auf die Nominierung des russischen Vize-Regierungschefs Dmitri Medwedew als Nachfolger von Präsident Wladimir Putin reagiert. Staatsminister Gernot Erler bezeichnete die Nominierung des 42-Jährigen als Stärkung der zivilen Kräfte in Russland, da er weder aus dem Militär noch aus dem Geheimdienst komme. Medwedew habe ein politisches Eigengewicht, das nicht zu unterschätzen sei, meinte Erler. Die Präsidentschaftskandidatur des Vize-Regierungschefs wird sowohl von der künftig mit Zwei-Drittel-Mehrheit regierenden Kreml-Partei 'Einiges Russland' als auch von mehreren kleineren Parteien getragen.

BERLIN: Vor seinem Antrittsbesuch in Deutschland hat Polens neuer Ministerpräsident Donald Tusk die Bundesregierung aufgefordert, ihre umstrittenen Pläne für ein Vertriebenenzentrum in Berlin endgültig aufzugeben. Als Alternative wolle er für ein 'Museum des Zweiten Weltkriegs' als gemeinsames europäisches Projekt werben, sagte Tusk. Als Ort für ein solches Museum schlug er Danzig vor. Tusk wird an diesem Dienstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin empfangen. Gesprächsthema dürfte auch die geplante deutsch-russische Gaspipeline durch die Ostsee sein. Auch seine Regierung werde das Projekt nicht unterstützen, betonte der polnische Ministerpräsident.

BEIRUT: Im Libanon ist die Wahl eines neues Präsidenten im Parlament erneut verschoben worden. Parlamentspräsident Nabih Berri setzte den kommenden Montag als neuen Termin fest. Der anti-syrischen Mehrheitsfraktion von Regierungschef Fuad Siniora und der pro-syrischen Opposition unter Führung der Hisbollah soll so weitere Zeit für eine Einigung gegeben werden. Nachdem inzwischen mit Armeechef Michel Suleiman ein Kompromisskandidat für den Posten gefunden wurde, geht es jetzt darum, wie die Verfassung für seine Wahl entsprechend geändert werden soll. Nach geltendem Recht dürfte Suleiman erst zwei Jahre nach seinem Ausscheiden als Armeechef für das Präsidentenamt kandidieren. Der Libanon ist seit dem Ausscheiden von Präsident Emile Lahoud Ende November ohne Staatsoberhaupt.

ISLAMABAD: Das pakistanische Militär hat eine selbst hergestellte Rakete getestet, die in der Lage ist, Nuklearsprengköpfe zu transportieren. Der dritte Test in diesem Jahr sei erfolgreich verlaufen. Die Rakete habe eine Reichweite von 700 Kilometern, sei schwer zu orten und könne in niedriger Höhe fliegen. Trotz ihrer Friedensgespräche testen Indien und Pakistan regelmäßig atomwaffentaugliche Raketen, informieren sich darüber aber gegenseitig im voraus.

WASHINGTON: Die USA haben das zwischen Frankreich und Libyen geschlossene Atomabkommen begrüßt. Ein Regierungssprecher sagte, man hoffe, dass sich Libyen an seine historische Zusage von 2003 halte, alle Massenvernichtungswaffen zu zerstören und die Atomenergie zivil zu nutzen. Frankreich will Libyen einen oder mehrere Reaktoren liefern, mit denen Energie für die Meerwasserentsalzung erzeugt werden soll. Das wurde beim Besuch des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi in Paris vereinbart. Beide Seiten schlossen zudem weitere Wirtschaftsverträge, darunter den Kauf von 21 Airbus-Maschinen durch Libyen. Die Verträge haben ein Gesamtvolumen von zehn Milliarden Euro.

PEKING: China hat einen zunehmenden Protektionismus durch die USA beklagt. Dieser schade den beiderseitigen Beziehungen, sagte Vize-Regierungschefin Wu Yi zum Auftakt eintägiger Handelsgespräche in Peking. Sie kritisierte zudem, das Ansehen Chinas sei durch US-Medienberichte über die mangelnde Qualitätsfrage chinesischer Spielwaren beschädigt worden. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um den Schutz des geistigen Eigentums sowie das zunehmende Handelsbilanzdefizit zwischen beiden Staaten gehen.

SEOUL: Die südkoreanische Regierung hat den durch die Tanker-Havarie Öl-verseuchten Küstenabschnitt in der Region Taesan zum Katastrophengebiet erklärt. Ein Sprecher sagte, durch staatliche Hilfen könnten die Auswirkungen der Ölpest für Fischer und die Betreiber von Muschelfarmen gemindert werden. Innenminister Park Myung Jae versprach, dass alles für eine schnelle Säuberung der Küste getan werde. Nach der Havarie des Tankers 'Hebei Spirit' waren mehr als zehn Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Umweltschützer warnten bereits vor verheerenden Folgen für die Tierwelt. Die Küstenregion ist eines der größten Feuchtgebiete Asiens und ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel.

WASHINGTON: Ausländer müssen künftig bei der Einreise in die USA die Abdrücke aller zehn Finger elektronisch erfassen lassen. US-Heimatschutzminister Michael Chertoff nahm auf dem Washingtoner Flughafen Dulles das neue Sicherheitssystem in Betrieb. Es soll bis Ende 2008 an allen Einreisepunkten in den USA installiert sein. Die zehn eingescannten Fingerabdrücke sollen dann 75 Jahre lang gespeichert bleiben. Bislang wurden bei der Einreise in die USA nur die Abdrücke der beiden Zeigefinger verlangt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, örtlich Regen. Im Nordwesten einzelne Auflockerungen. Tageshöchstwerte zwei bis sieben Grad.

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