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Nachrichten

Dienstag, 11. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: Drei Monate nach ihrer Festnahme ist die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi von einem Sondergericht zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt worden. Die Richter befanden sie für schuldig, gegen Auflagen ihres bereits seit Jahren bestehenden Hausarrests verstoßen zu haben. Eine zunächst ausgesprochene Strafe von drei Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit war umgehend abgeändert worden. In dem vom Westen als Schauprozess kritisierten Verfahren ging es darum, dass ein US-Bürger die 64-jährige Friedensnobelpreisträgerin unerlaubt in ihrem Haus besucht hatte. Der Mann wurde zu sieben Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt.

BRÜSSEL: Aus Protest gegen die neue Verurteilung von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi will die Europäische Union ihre Sanktionen gegen das Militärregime des südostasiatischen Landes verschärfen. Zugleich verurteilte die schwedische Ratspräsidentschaft das Urteil als 'ungerechtfertigt' und verlangte die unverzügliche und bedingungslose Freilassung Suu Kyis. Der britische Premierminister Gordon Brown forderte ein weltweites Verbot von Waffenverkäufen an das Militärregime.

GROSNY: In Tschetschenien sind zwei weitere Menschenrechtler ermordet worden. Die Leiterin der Hilfsorganisation "Save the Generations", Sarema Sadulajewa, und ihr Ehemann waren am Montag von Bewaffneten aus ihrem Büro in der Hauptstadt Grosny verschleppt worden. Die Leichen des Ehepaars wurden in einem Vorort von Grosny im Kofferraum eines Autos entdeckt. Sie wiesen Schusswunden in Kopf und Brust auf, wie die Polizei mitteilte. Sadulajewas regierungsunabhängige Organisation setzt sich für notleidende Kinder und Jugendliche in Tschetschenien ein. - Vor knapp einem Monat war in der russischen Kaukasusrepublik die Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa verschleppt und erschossen aufgefunden worden.

MÜNCHEN: In einem der letzten NS-Kriegsverbrecherprozesse hat das Landgericht München einen 90-jährigen früheren Wehrmachtsoffizier zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Josef Scheungraber wurde für schuldig befunden, 1944 in der Toskana als Vergeltung für den Tod zweier Soldaten den Befehl zur Ermordung von 14 italienischen Zivilisten gegeben zu haben. Der Rentner bestritt die Tat. Das Strafmaß entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft, die ihre Anklage auf Dokumente und Zeugenaussagen stützte.

BERLIN: Eine Dokumentation mit dem Schicksal von 136 Todesopfern an der Berliner Mauer wird an diesem Dienstag in der Gedenkstätte Bernauer Straße vorgestellt. Das mehrjährige Projekt wurde von Kulturstaatsminister Bernd Neumann unterstützt. Die Studie ist das Ergebnis gemeinsamer Forschungen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer. Nach Angaben der Potsdamer Forschungseinrichtung liegen nach jahrelangem Streit über die Zahl der Opfer jetzt erstmals quellengestützte und überprüfbare Angaben zu den Mauertoten in Berlin vor.

WUPPERTAL: Zu Ehren der kürzlich verstorbenen international bekannten Choreografin Pina Bausch ist eine Stiftung gegründet worden. Diese wurde von ihrem Lebensgefährten Ronald Kay und Sohn Salomon Bausch ins Leben gerufen. Ihr Anliegen sei es, das künstlerische Vermächtnis der langjährigen Leiterin des Tanztheaters Wuppertal zu bewahren und zu verbreiten. Pina Bausch war vor sechs Wochen im Alter von 68 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

JERUSALEM: Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat eine seit langem geforderte Verjüngung eingeleitet. Zum Abschluss ihres Parteitags in Bethlehem wurden rund zwei Drittel neue Politiker in das 21-köpfige Zentralkomitee gewählt, das für die tägliche politische Arbeit der Organisation zuständig ist. Einer von ihnen ist der 50-jährige Marwan Barghuti, der in Israel inhaftiert ist und für die Abbas-Nachfolge als Präsident des palästinensischen Autonomierats im Gespräch ist.

QUITO: Die Länder Südamerikas haben bei ihrem Gipfel in Ecuador keine gemeinsame Linie im Streit über das geplante Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien gefunden. Der linksgerichtete Staatschef Venezuelas, Hugo Chávez, bekräftigte bei dem Treffen der Union Südamerikanischer Staaten seine harsche Kritik und warnte vor einem kriegerischen Konflikt. Kolumbien verteidigte das Vorhaben. Das Land will 800 US-Soldaten Zugang zu sieben Stützpunkten gewähren. Sie sollen beim Kampf gegen die Drogenkriminalität und die FARC-Rebellen helfen.

TAIPEH: Erdrutsche nach massiven Regenfällen haben in Taiwan und China zahlreiche Menschen unter sich begraben und Häuser mitgerissen. In der Bergregion von Taiwan wurden über 100 Dorfbewohner mit Militärhubschraubern gerettet, weitere 2000 warteten auf Hilfe. Ein Suchteam fand 26 Menschen, die von abrutschenden Felsbrocken erschlagen wurden. Die Behörden befürchten, dass bis zu 1000 Menschen von Erdrutschen verschüttet wurden.

BOULDER: Der Sommer wirkt sich auch in diesem Jahr verheerend auf die Arktis aus: Alleine im Monat Juli schmolzen dort täglich 106.000 Quadratkilometer Eis. Das berichtet das Institut für Schnee- und Eisdaten in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Das bedeutet, dass jeden dritten Tag ungefähr eine Fläche von der Größe Deutschlands im Meer versinkt. Als Hauptgrund für den aktuellen Verlust nennen die Experten ein starkes Hochdruckgebiet, das für warme Winde über der westlichen Arktis sorgt.

ZUM RENNSPORT: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hat seine Rückkehr in die Formel 1 für Ferrari aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Auf seiner Internetseite verweist der 40-Jährige auf die Folgen einer Nackenverletzung, die er sich im Februar bei einem Motorrad-Unfall zugezogen hatte. Bei dem Unfall habe er Brüche im Kopf- und Halsbereich erlitten. Schumacher sollte beim großen Preis von Europa in Valencia am 23. August für den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa einspringen. Anstelle von Schumacher wird nun Ferrari-Testpilot Luca Badoer an den Start gehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Richtung Alpenrand und im norddeutschen Tiefland wolkig und etwas Regen. Sonst auch längere Aufheiterungen. Tagestemperaturen 19 bis 25 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 17 Grad, Regen;

Berlin: 18 Grad, nach Regen;

Dresden: 18 Grad, dunstig;

Köln/Bonn: 18 Grad, nach Nieselregen;

Frankfurt am Main: 19 Grad, wolkig und

München: 17 Grad, nach Schauer.

Audio und Video zum Thema