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Nachrichten

Dienstag, 10. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LJUBLJANA: Die Europäische Union und die USA haben in Slowenien ihre alljährlichen Gipfelberatungen aufgenommen. Diesmal steht im Mittelpunkt des Treffens im Ferienort Brdo der Abschiedsbesuch von Präsident George W. Bush in Europa. Zu den zahlreichen Gesprächsthemen der Delegationen gehören der Konflikt um das iranische Atomprogramm, die Kriege in Afghanistan und Irak, der Friedensprozess im Nahen Osten, der Klimawandel sowie der hohe Ölpreis. Die Erwartungen auf Ergebnisse sind gering. Durchbrüche in zentralen Fragen seien nicht zu erwarten, hatte Bushs Sicherheitsberater Stephen Hadley bereits im Vorfeld gesagt. Hoffnung besteht auf Lösung einiger Handelskonflikte. Von Slowenien aus reist Bush nach Brandenburg, wo er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentrifft.

LUXEMBURG: Die EU-Staaten haben eine Einigung über die seit Jahren umstrittenen Richtlinien zu Arbeitszeit und Leiharbeit erzielt. Das teilte die Ratsvorsitzende und slowenische Ressortchefin Marjeta Cotman nach einem Treffen der 27 Sozial- und Arbeitsminister in Luxemburg mit. Demnach dürfen Beschäftigte künftig mehr als 48 Wochenstunden arbeiten, unter bestimmten Bedingungen sogar 65 Stunden pro Woche. Bisher liegt die Höchstgrenze in der EU bei 48 Stunden. Vereinbart wurde zudem, Zeitarbeiter Festangestellten rechtlich weitgehend gleichzustellen. Nach Angaben von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz wird sich in Deutschland durch das neue Regelwerk voraussichtlich nicht viel ändern.

PARIS: Die Weltbank hat eine mangelnde Abstimmung von Entwicklungshilfe und Regierungsarbeit in Afghanistan beklagt. Zwei Drittel der Milliarden-Hilfe gingen am Regierungsbudget vorbei und unterhöhlten so die staatliche Autorität, heißt es in einem in Paris veröffentlichten Bericht. Die staatlichen Institutionen in dem Land am Hindukusch müssten schrittweise mehr Verantwortung übernehmen, sagte der zuständige Weltbankdirektor Alastair McKechnie. In Afghanistan gebe es eine Art "zweiten" öffentlichen Dienst, der aus Beratern bestehe, die mit internationaler Hilfe bezahlt werden. Auf viele von ihnen habe die Regierung in Kabul keinen Einfluss. Zudem gelten der öffentliche Dienst in Afghanistan wie auch das Justizsystem als bürokratisch und korrupt.

WASHINGTON: US-Notenbankchef Ben Bernanke hat davor gewarnt, dass die zuletzt rasant steigenden Energiepreise die Inflations-Gefahr anheizten. Sein Institut werde sich dagegen aber mit Kraft zu Wehr setzen, sagte er bei einer Veranstaltung in Chatam im US-Bundesstaat Massachusetts. Sonst entwickelten sich Wirtschaftswachstum und Inflation destabilisierend. Die Äußerungen Bernankes deuten nach Ansicht von Finanz-Fachleuten darauf hin, dass die US-Notenbank inzwischen der Inflation eine wichtigere Rolle bei ihrer Zinspolitik einräumt. Zuletzt hatte sie mit niedrigen Zinsen die Probleme an den Finanzmärkten zu lösen versucht.

RIAD: Wegen des hohen Ölpreises will Saudi-Arabien ein Krisentreffen von Förder- und Verbraucherländern des Rohstoffs einberufen. Auf dem Treffen solle über Strategien gegen den rapiden Preisanstieg gesprochen werden, erklärte das saudiarabische Kabinett. Es sei genügend Öl auf dem Markt, sagte Informationsminister Ijad Madani. Daher gebe es keine Rechtfertigung für den jüngsten "unnatürlichen" Preisanstieg auf dem Weltmarkt. Der hohe Ölpreis könne die Entwicklungsländer und die Weltwirtschaft bedrohen. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Erdölproduzent. Der Ölpreis war am Freitag um mehr als zehn Dollar auf die Rekordhöhe von 139 Dollar je Fass gestiegen. Inzwischen sank der Preis für US-Leichtöl auf 135 Dollar je Fass.

SEOUL: Die Regierung von Südkorea hat geschlossen ihren Rücktritt angeboten. Sie reagierte damit auf die massiven Proteste in der Bevölkerung gegen die Wiederaufnahme von US-Rindfleischimporten. Die Nachrichtenagentur Yonhap meldet, Regierungschef Han Seung Soo und sein gesamtes Kabinett hätten ihr Rücktrittsangebot bei Präsident Lee Myung Bak eingereicht. In den vergangenen Wochen hatten zehntausende Südkoreaner gegen die Aufhebung des 2003 verhängten Einfuhrverbots für US-Rindfleisch protestiert. Dabei kam es auch zu Straßenschlachten zwischen Polizisten und Demonstranten. Die Regierung hatte das aus Furcht vor Rinderwahnsinn erlassene Verbot im April wieder aufgehoben. Kritiker bemängeln, dass es keine ausreichenden Sicherheitskontrollen für das importierte Rindfleisch gebe.

RANGUN: Die Opposition in Birma will die jüngste Verlängerung des Hausarrests ihrer Anführerin Aung San Suu Kyi rechtlich anfechten. Der Arrest sei illegal und unfair, heißt es in einer Erklärung der Nationalen Liga für Demokratie. Allerdings blieb unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage die Opposition gegen den von der Militärjunta verhängten Hausarrest vorgehen wollte. Diese hatte den Hausarrest für die Friedensnobelpreisträgerin, die seit 18 Jahren mit Unterbrechungen unter Arrest steht, Ende Mai um ein weiteres Jahr verlängert. Aus der Haft entlassen wurden 15 Anhänger der Oppositionsführerin, die bei einem Protestmarsch gegen den Hausarrest festgenommen worden waren.

WASHINGTON: In einem US-Rüstungslabor haben Wissenschaftler den schnellsten Computer der Welt entwickelt. Nach Angaben des Energieministeriums und des IBM-Konzerns kann der Rechner mit dem Namen "Roadrunner" eine Billiarde Berechnungen pro Sekunde ausführen. Der Computer soll zur Wartung der amerikanischen Atomwaffen und für Simulationen eingesetzt werden. Energieminister Samuel Bodman sagte, "Roadrunner" solle auch helfen, globale Energieprobleme zu lösen. Der Rechner ist doppelt so schnell wie der bisherige Spitzenreiter in der Liste der Supercomputer. Das Los Alamos National Laboratory hatte sechs Jahre an der Entwicklung der Maschine gearbeitet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach heiter und trocken. Im Tagesverlauf vor allem im Süden Quellwolken, örtlich Schauer oder Gewitter. Temperaturen im Nordwesten 19 bis 24 Grad Celsius, sonst auch darüber.

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