1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 10. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

TEHERAN: Der Iran hat mit eintägiger Verspätung sein Atomforschungsprogramm wieder aufgenommen. Nach Angaben des Vizechefs der iranischen Atomenergiekommission, Mohammad Saidi, wurden unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO die Siegel an mehreren Anlagen entfernt. Die IAEO bestätigte die Entfernung des Siegels an der Forschungsanlage von Natans im Landesinneren. Zuvor hatten die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates den Iran schriftlich aufgerufen, den Streit nicht eskalieren zu lassen und wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

ANKARA: In der Türkei ist die Vogelgrippe bei einem weiteren Patienten nachgewiesen worden. Das meldet ein türkischer Fernsehsender. Damit steigt die Zahl der mit dem H5N1-Virus Infizierten auf 15. Drei von ihnen sind an dem Virus gestorben. Derweil verlangte der UN-Koordinator für Vogelgrippe, David Nabarro, die Bevölkerung umfassend aufzuklären, um eine weitere Ausbreitung der Viruserkrankung zu verhindern. Am Montag hatte die EU-Kommission ein Importverbot für Geflügelfedern aus sechs Nachbarstaaten der Türkei beschlossen. Reisende in die Türkei wurden aufgerufen, Geflügelmärkte zu meiden.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat seine zweitägige Klausur in Genshagen bei Berlin fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Bundeshaushalte für die Jahre 2006 und 2007, die Energiepolitik sowie das Thema Kombi- und Mindestlöhne. Am ersten Tag hatte sich die große Koalition auf Einzelheiten für das 25-Milliarden-Euro- Paket zur Ankurbelung der Wirtschaft geeinigt. Investitionen vor allem in Forschung und Verkehr sollen Impulse für Wachstum und Beschäftigung geben.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos rechnet mit einer Einigung in der großen Koalition auf ein Kombi-Lohnmodell bis Jahresende. Auf jeden Fall müsse die Einführung von Kombilöhnen im überschaubaren Maß geschehen und dürfe nicht dazu führen, dass der Staat für Lohndrückerei der Wirtschaft einspringe, sagte Glos am Rande der Kabinettsklausur in Genshagen bei Berlin. Finanzminister Peer Steinbrück sprach sich gegen zusätzliche Belastungen des Haushalts durch Kombilöhne aus. Dann müssten an anderer Stelle Entlastungen entstehen, so Steinbrück. - Bei Kombilöhnen werden Niedriglöhne unter bestimmten Voraussetzungen durch staatliche Zuschüsse aufgestockt.

BERLIN: Der Koalitionsstreit über eine Verschiebung des Atomausstiegs wird schärfer. Die Störmanover aus der Union seien ungehörig, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und SPD-Vize Kurt Beck. Politiker aus CSU und CDU versuchten sich auf Kosten von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu profilieren. Zuvor hatte der saarländische CDU-Ministerpräsident Peter Müller vorgeschlagen, entgegen den Koalitionsvereinbarungen bis zum Ende der Legislaturperiode kein Atomkraftwerk vom Netz zu nehmen. Auch Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber forderte eine neue Debatte ohne ideologische Festlegungen.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat dem Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo Bay eine Absage erteilt. Jeder hoffe, dass solche Einrichtungen ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr nötig seien. Dieser Punkt sei aber noch nicht erreicht, betonte US-Außenamtssprecher Sean McCormack.--Merkel trifft am Freitag in Washington US-Präsident George Bush. Sie will nach eigener Aussage mit Bush auch über Guantanamo Bay sprechen. Zu diesem Lager müsse es eine Alternative geben, so Merkel im Vorfeld ihres Antrittsbesuches in den USA.

WASHINGTON: An diesem Dienstag werden zwei US-Vermittler im Nahen Osten erwartet, die ihre vor einer Woche geplante Reise wegen des Schlaganfalls von Israels Premier Ariel Scharon verschoben hatten. Vorrangig sollten sie im Streit darüber vermitteln, dass auch die in Ost-Jerusalem lebenden Palästinenser zur Parlamentswahl gehen dürfen. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hatte am Montag vor der Presse mitgeteilt, er habe inzwischen Signale aus den USA erhalten, dass auch in Ost-Jerusalem gewählt werden dürfe. Deshalb werde die Wahl wie geplant am 25. Januar stattfinden. Abbas hatte damit gedroht, diese andernfalls abzusagen.

JERUSALEM: Am Gesundheitszustand von Israels Regierungschef Ariel Scharon hat sich nach Angaben der Ärzte nicht viel verändert. Weiterhin befinde er sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Die am Montag begonnene langsame Reduzierung der Narkosemittel werde fortgesetzt. Der 77-Jährige kann selbstständig atmen, ist zur Sicherheit aber weiter an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Erst nach dem Aufwachen aus dem künstlichen Koma können die Ärzte mögliche Hirnschäden nach seinem schweren Schlaganfall vor knapp einer Woche feststellen.

SEOUL: Der umstrittene südkoreanische Genforscher Hwang Woo hat nachweislich keine menschlichen Stammzellen geklont. Das stellte ein Untersuchungsausschuss der Universität Seoul fest. Hwangs Team habe keine Belege dafür vorlegen können, dass jemals menschliche Stammzellen hergestellt worden seien. Einzig seine Behauptung, einen Hund geklont zu haben, sei richtig. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, gegen den Wissenschaftler wegen Betrugsverdachts zu ermitteln. Hwang war Ende Dezember nach dem Auftauchen erster Betrugsvorwürfe als Professor der Universität Seoul zurückgetreten. Seine Forschungen hatten Hoffnungen darauf geweckt, zahlreiche bisher unheilbare Krankheiten zu heilen.

BERLIN: Fünf Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland hat die Stiftung Warentest Sicherheitsmängel in allen zwölf Stadien festgestellt. Vier von ihnen weisen nach einer in Berlin vorgestellten Studie sogar erhebliche Sicherheitsmängel auf. Dabei handelt es sich bei den Stadien in Berlin, Gelsenkirchen und Leipzig um Bau-Mängel, bei dem Stadion in Kaiserslautern um Mängel beim Brandschutz.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonne, gebietsweise neblig, nur im äußersten Nordwesten dichtere Wolken. Tagestemperaturen minus zwei bis plus fünf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 3 Grad, dunstig Berlin: minus 7 Grad, fast wolkenlos Dresden: minus 4 Grad, fast wolkenlos Köln/Bonn: minus 3 Grad, wolkig Frankfurt am Main: minus 2 Grad, dunstig und München: minus 8 Grad, fast wolkenlos.