1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 1. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August leicht um 9000 auf 3,472 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies allerdings einen Anstieg um 276.000 Menschen. Nach Angaben der Bundesagentur zeigen sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erneut auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings wirke sich die Krise bisher vergleichsweise moderat aus. Vor allem die Kurzarbeit stabilisiere den Arbeitsmarkt, erklärte Agenturchef Frank-Jürgen Weise. Ende Juni habe es rund 1,4 Millionen Kurzarbeiter gegeben, so Weise.

WARSCHAU: Auf der polnischen Halbinsel Westerplatte bei Danzig wird an den 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs erinnert. Zum Auftakt der Gedenkfeiern warnte die polnische Führung vor einem Vergessen und einer Fälschung der Geschichte und erinnerte an die Verantwortung Deutschlands und der damaligen Sowjetunion für das Geschehene. Mit Ehrenwachen verschiedener Waffengattungen und Kranzniederlegungen begannen gegen 4 Uhr 45 Uhr, dem Zeitpunkt des ersten Beschusses, die Feierlichkeiten. Zu der Hauptzeremonie am Nachmittag werden zahlreiche ausländische Regierungschefs erwartet. Geplant sind Reden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin. - Am 1. September 1939 begann mit dem Beschuss der Westerplatte vom deutschen Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" aus der Überfall auf Polen und damit der Zweite Weltkrieg.

MOSKAU: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat am Vortag des Weltkriegsgedenkens den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939, auch als Hitler-Stalin-Pakt bekannt, als "unmoralisch" bezeichnet. In einem Beitrag für die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" warf Putin zugleich Frankreich und Großbritannien vor, damals ebenfalls Vereinbarungen mit den deutschen Nationalsozialisten unter Adolf Hitler getroffen zu haben. In dem im August 1939 zwischen Berlin und Moskau geschlossenen Pakt einigten sich beide Seiten auf die gewaltsame Aufteilung Osteuropas, darunter Polens. Der Beitrag Putins wurde von Beobachtern als Versuch gewertet, die Beziehungen zwischen Moskau und Warschau zu entspannen. Zuletzt hatten russische Medienberichte, in denen Polen eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegeben wurde, in Warschau für Aufregung gesorgt.

MOSKAU: Fünf Jahre nach dem Geiseldrama von Beslan haben mehrere tausend Menschen in der nordkaukasischen Stadt der Opfer gedacht. Die Gedenkfeier fand in den Trümmern der Schul-Turnhalle statt, bei deren Erstürmung 334 Menschen getötet wurden. In Beslan hatten bewaffnete Täter mehr als 1.100 Kinder, Angehörige und Lehrer zwei Tage lang als Geiseln genommen. Mehr als die Hälfte der Opfer des Terroranschlags waren Kinder. Die russische Regierung war wegen der missglückten Rettungsaktion, deren Hintergründe nur teilweise geklärt wurden, heftig kritisiert worden.

ANKARA/ ERIWAN: Die seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten Türkei und Armenien wollen diplomatische Beziehungen aufnehmen. Dies bestätigten die Außenministerien beider Staaten und die vermittelnde Schweiz. Für eine vollständige Normalisierung ihres Verhältnisses zu Armenien macht die Türkei nach Medienberichten jedoch eine Lösung des Streits um die Region Berg-Karabach zur Bedingung. Ohne einen Abzug der armenischen Truppen aus dem zu Aserbaidschan gehörenden Gebiet werde es keine Öffnung der Grenzen geben, berichten türkische Zeitungen. Die Wurzeln des Konflikts liegen im frühen 20. Jahrhundert. In der Endphase des 1. Weltkriegs wurden zahllose Armenier im damaligen Osmanischen Reich vertrieben und bei Massakern getötet. Nach armenischer Darstellung verloren 1,5 Millionen Menschen ihr Leben. Während Armenien und viele westeuropäische Länder von einem Völkermord sprechen, weist die Türkei dies zurück.

SEOUL: Als weiteres Zeichen einer vorsichtigen Annäherung an Südkorea hat Nordkorea den Grenzverkehr am Übergang Kaesong erleichtert. Nach monatelangen Beschränkungen verlaufe die Einreise für Südkoreaner zum Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt wieder störungsfrei, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. Der schwer bewachte Übergang ist demnach wieder zwölfmal am Tag für den Zugang zu dem von Südkorea finanzierten Gewerbekomplex und elfmal für die Rückkehrer geöffnet. - Nordkorea hatte Ende vergangenen Jahres den Pendelverkehr in die Sonderwirtschaftszone stark eingeschränkt und damit auf die härtere Gangart der konservativen Regierung in Seoul gegenüber Pjöngjang reagiert.

TRIPOLIS: Der libysche Staatschef Muammar el Gaddafi hat außerafrikanische Staaten für die meisten Konflikte auf dem Kontinent verantwortlich gemacht. Bei einem Sondergipfel der Afrikanischen Union -AU- in Tripolis sprach Gaddafi von ausländischen Mächten, die sich einmischten, um die Ressourcen Afrikas zu plündern. In diesem Zusammenhang rief der derzeitige AU-Präsident dazu auf, alle israelischen Botschaften in Afrika zu schließen. Der als Gast geladene venezolanische Präsident Hugo Chávez sprach sich in einer Rede zum Abschluss des Gipfeltreffens gegen den "westlichen Imperialismus" und für die "afrikanische Einheit" aus. - An diesem Dienstag feiert Gaddafi den 40. Jahrestag seiner Regierungsübernahme. Er hatte nach einem Staatsstreich am 1. September 1969 im Alter von 27 Jahren die Macht in Libyen übernommen.

DRESDEN: CDU und FDP wollen in Sachsen eine Koalition eingehen. Die Gespräche werden bereits an diesem Dienstag aufgenommen. CDU- Ministerpräsident Stanislaw Tillich entschied sich für die Liberalen als Regierungspartner, weil es aus seiner Sicht die größten politischen Übereinstimmungen mit der FDP gibt. CDU und FDP hatten ohnehin lange vor der Landtagswahl erklärt, bei einem passenden Ergebnis künftig zusammenzuarbeiten. Bisher regierte in Sachsen die Union mit der SPD. - Die CDU war bei der Wahl am Sonntag bei leichten Einbußen mit rund 40 Prozent erneut stärkste Kraft geworden. Die FDP mit Spitzenkandidat und Parteichef Holger Zastrow konnte von 5,9 auf zehn Prozent zulegen.

LOS ANGELES: Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben sich trotz des großangelegten Einsatzes der Feuerwehr weiter ausgebreitet. Eines der Feuer erstreckt sich über 30 Kilometer und ist in einer dicht bewohnten Gegend nördlich von Los Angeles außer Kontrolle geraten. Fast 6.500 Feuerwehrleute sind im Einsatz, zwei von ihnen kamen bisher in den Flammen ums Leben. Die Brände haben sich inzwischen auf weniger als einen Kilometer an den Mount Wilson herangefressen, wo ein historisches Observatorium und mehrere Radio- und Fernsehsender stehen. 4.000 Wohnhäuser wurden bisher evakuiert.

DAS WETTER in DEUTSCHLAND: Zunächst viel Sonne, im Tagesverlauf vom Niederrhein her dichtere Wolken und nachfolgend teils kräftige Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 24 bis 31 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten bei zumeist fast wolkenlosem Himmel:

Hamburg: 16 Grad;

Berlin, Dresden und Frankfurt am Main: 17 Grad

Köln/Bonn: 19 Grad und

München: 15 Grad.

Audio und Video zum Thema