1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 1. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist weiter gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren im Juni rund drei Millionen 160.000 Erwerbslose registriert. Das sind 123.000 weniger als im Vormonat und sogar 528.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging auf 7,5 Prozent zurück. Damit habe sich die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt fortgesetzt, sagte der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. Auch die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern sei unverändert hoch.

BONN: Die Deutsche Post kann nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes rund eine Milliarde Euro vom Bund zurückfordern. Die Luxemburger Richter kippten eine Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2002, wonach die Post unzulässige Beihilfen in Höhe von 572 Millionen an den Bund zurückzahlen musste. Durch Zinsen stieg der Betrag mittlerweile deutlich an. Die EU-Kommission kann innerhalb von zwei Monaten Berufung gegen das Urteil einlegen.

WARSCHAU/BERLIN: Nach dem 'Nein' der Iren zum EU-Reformvertrag wird es immer fraglicher, ob das Vertragswerk in absehbarer Zeit in Kraft treten kann. Polens Präsident Lech Kaczynski kündigte an, er werde die Ratifizierungsurkunde nicht unterzeichnen. Nach der gescheiterten Volksabstimmung in Irland sei der Vertrag 'gegenstandslos', sagte Kaczynski. - Auch in Deutschland liegt der EU-Reformvertrag vorerst auf Eis. Bundespräsident Horst Köhler erklärte, vor einer Unterzeichnung der Ratifizierungsurkunde wolle er zunächst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Vertrag von Lissabon abwarten. Die Karlsruher Richter prüfen derzeit Klagen der Partei 'Die Linke' und des CSU-Politikers Peter Gauweiler gegen den Reformvertrag. Bundestag und Bundesrat haben das Vertragswerk bereits gebilligt.

PARIS: Mitten in der Reform-Krise der EU hat Frankreich turnusgemäß den EU-Ratsvorsitz von Slowenien für ein halbes Jahr übernommen. Angesichts des Neins der Iren zum Vertrag von Lissabon kündigte der französische Präsident Nicolas Sarkozy an, er werde dafür eintreten, Europa eine Schutzfunktion gegen die Risiken der Globalisierung zu geben und es bürgernäher zu machen. Ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel will Sarkozy neue Erweiterungsrunden der EU mit einem Veto blockieren, sollte der Vertrag nicht doch noch in Kraft treten. Davon wäre in erster Linie Kroatien betroffen, das einen Beitritt 2010 anstrebt. Sarkozy kündigte an, wichtig sei für ihn auch der Kampf gegen die illegale Einwanderung und die hohen Energiepreise sowie der Klimaschutz. So werde er sich für einen ermäßigten Mehrwertssteuersatz für umweltfreundliche Produkte einsetzen. Auch wolle er die Gründung einer Mittelmeerunion vorantreiben.

KABUL: Im Osten Afghanistans haben US-geführte Koalitionstruppen in der Provinz Chost nach eigenen Angaben mehr als 30 radikalislamische Aufständische getötet. Ein Militärsprecher erklärte, die Milizionäre seien mit Kampfhubschraubern angegriffen und bombardiert worden. Zuvor hätten Luftaufklärer die schwer bewaffneten Rebellen identifiziert. Im Norden Afghanistans ist die Bundeswehr seit Mitternacht Ortszeit mit ihrem ersten Kampfverband für die internationale Schutztruppe ISAF einsatzbereit. Die 200 Mann starke Bundeswehreinheit hatte am Montag die Aufgaben von einem norwegischen Kontingent übernommen.

JERUSALEM: Wegen eines neuerlichen Raketenangriffs militanter Palästinenser hat Israel die Warenlieferungen in den Gazastreifen wieder gestoppt. Nach Angaben des israelischen Rundfunks sollen die Grenzübergänge für Handelswaren vorerst geschlossen bleiben. Erst am Sonntag hatte die Regierung in Jerusalem für einige Transporte die Übergänge wieder geöffnet, die als Reaktion auf vorherige Angriffe mehrere Tage lang geschlossen waren.

KAIRO/ROM: Nach der von vielen Ländern als Farce verurteilten Wiederwahl von Präsident Robert Mugabe in Simbabwe hat Italien aus Protest seinen Botschafter in Harare zu Konsultationen zurückberufen. Außenminister Franco Frattini sprach von einem politischen Signal, das alle EU-Staaten geben sollten. Mugabe, der am Sonntag für fünf weitere Jahre im Amt vereidigt worden war, ist derzeit Teilnehmer des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union im ägyptischen Scharm el Scheich. Dort ignorierten die Staats- und Regierungschefs des Kontinents die Appelle der internationalen Gemeinschaft, das gewaltsame Vorgehen Mugabes gegen die Opposition in seinem Land zu verurteilen. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel forderte die Konferenzteilnehmer auf, eine Lösung für die Krise in Simbabwe zu finden.

FRANKFURT AM MAIN: Ein Warnstreik bei der Deutschen Lufthansa hat den Flugverkehr in Deutschland beeinträchtigt. Etliche Lufthansa-Flüge mussten am Dienstagmorgen annulliert werden, andere Maschinen konnten erst mit Verspätung starten. Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen, die damit den Druck auf die Unternehmensführung in den laufenden Tarifverhandlungen verstärken will. Verdi fordert für die rund 60.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent höhere Einkommen. Das Unternehmen hatte zuletzt deutlich weniger geboten.

BERLIN: In Deutschland ist das Rauchen in Gaststätten von diesem Dienstag an bundesweit verboten. Zum 1. Juli sind entsprechende Gesetze nun auch in Nordrhein-Westfalen und Thüringen in Kraft getreten. Geraucht werden darf vielerorts nur noch in abgetrennten Räumen. Zahlreiche Gastwirte haben gegen die neuen Regelungen Klagen eingereicht. Das Bundesverfassungsgericht hat ein Grundsatzurteil angekündigt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall viel Sonnenschein. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 19 Grad an der Ostsee und bis zu 32 Grad am Oberrhein.

Audio und Video zum Thema