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Sport

Die zweite Überraschung: Australien im Achtelfinale

In einem packenden Spiel hat Australien mit einem 2:2 (1:1) gegen Kroatien überraschend die nächste Runde erreicht. Brasilien schlug Japan mit 4:1 (1:1).

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Viel Spaß im Achtelfinale

Bei leichter Brise und angenehmen 22 Grad machten sich die wie erwartet im Angriff mit Ivica Olic anstelle des Bremer Bundesliga-Profis Ivan Klasnic und ohne Abwehrchef Robert Kovac (Gelbsperre) angetretenen Kroaten anfangs daran, den dringend benötigten Sieg einzufahren. Trainer Krancjar hatte auf ein 4-4-2- Sytem umgestellt, um nach den ersten beiden WM-Spielen ohne eigenen Torerfolg mehr Offensivkraft zu entwickeln. Und die Kroaten erwischten vor 52.000 Zuschauern im Stuttgarter Stadion einen Auftakt nach Maß: Aus 23 Metern traf Mittelfeldspieler Darijo Srna per Freistoß in den linken Winkel des Tores, das erstmals bei dieser Endrunde Zeljko Kalac für den deutschstämmigen Mark Schwarzer hütete.

Schock zu Beginn

Australien brauchte einige Minuten, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen - kam dann aber. Und wie: Mit der Zeit spielte der Außenseiter immer erfrischender auf und kam gegen die fast nur noch defensiven Kroaten zu besten Chancen. Die Mannschaft des niederländischen Trainers Guus Hiddink tat deutlich mehr fürs Spiel und bot überraschender weise auch schönen Kombinationsfußball. Schon früh hätten sie einen Foulelfmeter bekommen müssen, als Simunic Viduka niederrang. Doch den hoch verdienten Ausgleich besorgte erst Craig Moore vom Elfmeter-Punkt, nachdem Tomas im Strafraum ein Handspiel unterlaufen war (38.).

WM 2006 - Australien- Spieler - Craig Moore

Craig Moore bejubelt seinen Ausgleich

Die Kroaten wussten natürlich, dass ihnen ein Unentschieden nicht reichen würde und machten nach der Halbzeitpause etwas mehr nach vorne. Trainer-Sohn Niko Kranjcar (50.) eröffnete mit einem Fernschuss die neue Offensive - sie brauchten aber einen Aussetzer von Schwarzer-Ersatz Kalac zur erneuten Führung: Dem australischen Torhüter unterlief ein katastrophaler Anfängerfehler, als er ein Schüsschen von Niko Kovac über den Körper ins Tor rutschen ließ. Die Kroaten begingen nun aber wie schon nach dem ersten Treffer wieder den Fehler, den knappen Vorsprung verwalten zu wollen.

WM 2006 - Kroatien - Australien

Niko Kovac trifft

Wende durch die Wechsel

Mit der Einwechslung von John Aloisi (63.) und Marco Bresciano (72.) brachte Australiens Trainer Hiddink frische Kräfte für die Offensive - und hatte Erfolg. Im kroatischen Strafraum brannte es lichterloh. Bei einem Tumult im Strafraum konnte Torwart Pletikosa den Ball gerade noch auf der Linie stoppen. Die Kroaten bekamen in den nächsten Minuten den Ball kaum noch aus dem eigenen Strafraum weg.

WM 2006 - Kroatien - Australien

Harry Kewell nach seinem 2:1

Nachdem die Kroaten erst großes Glück hatten, dass der schwache Referee Graham Poll (England) bei einem Handspiel von Tomas nicht erneut auf den Punkt zeigte, fiel doch noch der verdiente Ausgleich. Die Kroaten brachten nach einer Flanke den Ball nicht vom Tor weg, Aloisi verlängerte auf Kewell und der schoss aus fünf Metern ins Tor (79.). In einer turbulenten Schlussphase mit drei Platzverweisen retteten das Unentschieden trotz tumultöser Szenen über die Zeit. Nach dem Schlusspfiff kannte der gelb-grüne Jubel im Stuttgarter Stadion auf dem Rasen und den Rängen keine Grenzen mehr.

Die "Socceroos", die sich das Unentschieden dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung redlich verdient haben, treffen nun im Achtelfinale auf die Italiener. "Für Australien ist das ein historischer Tag", freute sich der Mittelfeldspieler Tim Cahill. "Wir hatten den langen Atem. Wir haben gekämpft bis zum Ende."

"Großer Tag"

"Das ist ein großer Tag für den australischen Fußball", jubelte Guus Hiddink, der nach dem Erfolg mit Südkorea bei der Heim-WM vor vier Jahren nun mit dem großen Außenseiter auf dem besten Weg ist, einen neuen WM-Coup zu landen. Dagegen dürfte sein Kollege Zlatko Kranjcar nach der WM-Pleite vor einer unsicheren Zukunft stehen. Dennoch war er nicht unzufrieden: "Wir brauchen uns für unsere Leistung bei dieser WM nicht zu schämen. Das Achtelfinale haben wir beim 0:0 gegen Japan verspielt."

Brasilien erstmals überzeugend

Ausgerechnet Stürmerstar Ronaldo hat den schlafenden Fußball-Riesen Brasilien wachgeküsst. Das übergewichtige Sorgenkind war der überragende Mann beim 4:1 (1:1)-Sieg des Titelverteidigers am Donnerstag im letzten Gruppenspiel gegen Japan. Der Asienmeister mit seinem brasilianischen Trainer Zico muss nach drei sieglosen Begegnungen bei der WM die Koffer packen.


WM 2006 - Brasilien - Spieler - Ronaldo

Dick? Gefährlich!

In einem mitreißenden Spiel vor 65.000 Zuschauern in Dortmund glich der zuletzt heftig kritisierte Ronaldo (45.+1) zunächst die überraschende Führung der Japaner durch Keiji Tamada (34.) aus und sorgte schließlich mit seinem 14. WM-Tor (81.) für den krönenden Abschluss einer überzeugenden Darbietung der Brasilianer. Damit überholte Ronaldo in der ewigen WM-Torschützenliste seinen Landsmann Pele und den Franzosen Just Fontaine und zog mit Rekord-Torjäger Gerd Müller gleich.

Die weiteren Treffer steuerten Juninho (53.) in seinem ersten WM-Einsatz und der Berliner Bundesliga-Profi Gilberto (59.) mit seinem ersten Treffer im Nationaltrikot bei.

"Ich werde langsam wieder der Alte", sagte Ronaldo. Auch Trainer Carlos Alberto Parreira lobte den zweifachen Torschützen: "Ronaldo ist zurück. Wir haben immer an ihn geglaubt. Wir verbessern uns von Spiel zu Spiel. Jetzt haben wir viel Selbstvertrauen."

Nun gegen Ghana

Im Achtelfinale trifft der wieder erstarkte fünfmalige Champion am Dienstag erneut in Dortmund auf WM-Neuling Ghana. Die «Black Stars» hatten am Nachmittag für die erste große Überraschung des Turniers gesorgt und durch ein 2:1 gegen die USA den Sprung in die K.o.-Runde geschafft. Japan - Brasilien 1:4 (1:1)

Japan: Kawaguchi - Alex, Nakazawa, Tsuboi, Kaji - Ogasawara (56. Koji Nakata), Hidetoshi Nakata, Inamoto, Nakamura - Maki (60. Takahara/66. Oguro), Tamada
Brasilien: Dida (82. Rogerio Ceni) - Cicinho, Lucio, Juan, Gilberto - Kaka (71. Ze Roberto), Gilberto Silva, Juninho, Ronaldinho (71. Ricardinho) - Ronaldo, Robinho
Schiedsrichter: Poulat (Frankreich) - Zuschauer: 65 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Tamada (34.), 1:1 Ronaldo (45.+1), 1:2 Juninho (53.), 1:3 Gilberto (59.), 1:4 Ronaldo (81.)


Kroatien - Australien 2:2 (1:1)

Kroatien: Pletikosa - Tomas (83. Klasnic), Simic, Simunic, Babic - Srna, Tudor, Niko Kovac, Kranjcar (65. Jerko Leko) - Prso, Olic (74. Modric)
Australien: Kalac - Emerton, Neill, Moore - Sterjovski (71. Bresciano), Culina, Grella (63. Aloisi), Chipperfield (75. Kennedy) - Cahill, Kewell - Viduka
Schiedsrichter: Poll (England) - Zuschauer: 52 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Srna (3.), 1:1 Moore (39./Handelfmeter), 2:1 Niko Kovac (56.), 2:2 Kewell (79.)
Gelb-Rote Karten: Simic (85./wiederholtes Foulspiel), Simunic (90./wiederholtes Foulspiel) / Emerton (87./Handspiel)

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