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Kultur

Die Zukunft spricht Chinesisch

Wer über Chinesischkenntnisse verfügt, brauche sich keine Sorgen um einen Arbeitsplatz zu machen, so heißt es. Deshalb bieten in Europa neben den Universitäten jetzt auch immer mehr Schulen Chinesischunterricht an.

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Chinesischunterricht an der Gesamtschule Bonn-Beuel

Jessica: "Ni hao, wo jiao Jessica, wo xuexi hanyu. Das bedeutet: Guten Tag, ich heiße Jessica. Ich lerne Chinesisch."

Jessica ist Schülerin an der Integrierenden Gesamtschule Bonn-Beuel. Die Schule bietet seit 2004 Chinesisch als Abiturfach an. Insgesamt 33 Schüler lernen hier die Sprache aus dem Reich der Mitte. Unterrichtet werden sie von Frau Dr. Huang: "Chinesisch gewinnt im Laufe der Zeit immer mehr an Interesse. Unsere Schule hatte das sehr schnell erkannt und daher haben wir Chinesisch im Programm."

Weiping Huang hat in Deutschland Germanistik und Sinologie studiert. Seit acht Jahren ist sie Lehrbeauftragte für Sinologie am Ostasien-Institut der Universität Bonn. Als sie erfuhr, dass ihre Muttersprache an der Gesamtschule Bonn-Beuel als Schulfach eingeführt werden sollte, hat sie sich dort als Lehrerin beworben. Jetzt unterricht sie an zwei Tagen in der Woche Putonghùa (Mandarin), die im öffentlichen Leben Chinas verbindliche Standardsprache. Mit ihren Schülern aus der Jahrgangsstufe elf und zwölf übt sie die Aussprache, malt Schriftzeichen an die Tafel und erklärt, wie diese sich zusammensetzen.

Chinesischunterricht in Europa

China Schule

Lehrerin Weiping Huang ...

Die Gesamtschule, an der sie unterrichtet, ist eine von 80 Schulen in Deutschland, die Chinesischunterricht anbieten. Zählt man die an Universitäten und Fachhochschulen Studierenden hinzu, lernen nach Schätzungen des Fachverbands Chinesisch im deutschsprachigen Raum heute etwa 10.000 Menschen Chinesisch.

Noch beliebter ist die Fremdsprache in Frankreich. Hier gibt es schon 200 Sekundarschulen, die regulären, abiturrelevanten Chinesischunterricht mit entsprechend ausgebildeten Lehrern anbieten. Chinesisch nimmt dort bereits den fünften Platz der unterrichteten Fremdsprachen ein.

Mandarin als Pflichtfach

Und auch in Großbritannien wird Chinesisch als Fremdsprache immer wichtiger. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa will jetzt eine britische Privatschule Chinesisch zum Pflichtfach erklären. Ab September 2006 müssten alle Schüler am Brighton College die chinesische Hochsprache Mandarin lernen, so Rektor Richard Cairns am 17. Januar 2006. Damit sollten die 1200 Schüler auf "die Realitäten des 21. Jahrhunderts" vorbereitet werden. "Eine dieser Realitäten ist, dass China die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt ist", sagte Cairns.

Ein Fünftel der Weltbevölkerung spricht Chinesisch

China Schule

... und ihre fleißigen Schülerinnen

In den USA ist Chinesisch nach Englisch und Spanisch die am dritthäufigsten gesprochene Sprache. Deshalb wollen ab 2007 2400 Schulen Chinesisch als so genannten "AP-Kurs" anbieten. Das ist eine Art amerikanischer Leistungskurs an der High School. Doch bis jetzt hat sich das Unterrichtsfach noch nicht richtig etabliert. Laut dem US State Department lernen die Sprache zur Zeit etwa 24.000 amerikanische Schüler. Im Vergleich zu anderen Fremdsprachen ist das relativ wenig: Französisch zum Beispiel lernen in den USA etwa eine Million Schüler - obwohl das weltweit nur etwa 150 Millionen Menschen sprechen.

Fast doppelt so viele Menschen sprechen Chinesisch. Nicht nur in China. In zahlreichen Ländern Asiens gibt es größere chinesische Volksgruppen. Auch in Kanada, Australien und den USA sprechen viele Menschen Chinesisch als Muttersprache. Insgesamt wird die Sprache aus dem Reich der Mitte von etwa 1,2 Milliarden Muttersprachlern gesprochen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Weltbevölkerung.

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