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Wissen & Umwelt

Die Zahl fettleibiger Kinder und Jugendliche steigt immer schneller

Die Zahl extrem dicker Kinder und Jugendlicher hat sich in den vergangenen 40 Jahren verzehnfacht. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in der Südsee und in einigen angelsächsischen Ländern.

Während vor 40 Jahren eines von hundert Kindern fettleibig war, sind es inzwischen sechs von hundert Mädchen und acht von hundert Jungen.

Das sei "eine erschütternde Veränderungsrate", kommentiert Fiona Bull von der WHO diesen Trend. Forscher der Weltgesundheitsorganisation und des Imperial College London präsentieren ihre Ergebnisse im britischen Journal "The Lancet". 

BMI als entscheidendes Kriterium

Für die Studie haben die Wissenschaftler Gewicht und Größe von fast 130 Millionen Menschen analysiert, darunter 31,5 Millionen zwischen fünf und 19 Jahren. Als Kriterium für das Übergewicht nutzten sie den sogenannten Body-Mass-Index. Er ergibt sich so: das Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. 25 gilt als normal, 25 bis 30 als übergewichtig, 30 und mehr als fettleibig. Dieser Wert ist zwar teilweise umstritten, zeigt aber das Verhältnis von Muskeln, Fett und Knochen zueinander.

Laut der Studie ist der Anstieg der Fettleibigen in einigen Ländern besonders bedenklich - auch in besonders bevölkerungsreichen Staaten wie China und Indien.

Übergewichtige Insel-Bewohner

Den höchsten Anteil von fettleibigen Kindern und Jugendlichen fanden die Forscher in einigen Ländern der Südsee sowie in wohlhabenden angelsächsischen Ländern, darunter die USA und Australien. Kinder und Jugendliche auf den Cookinseln und der Insel Niue im Südpazifik haben den höchsten BMI-Wert.

Die Wissenschaftler betonen in ihrer Studie jedoch nicht nur das Problem des Übergewichts, sondern auch das des Untergewichts. Mehr als 192 Millionen fünf bis 19-Jährige seien untergewichtig. 2016 hatte Äthiopien laut WHO den geringsten BMI-Wert, das bedeutet, dort leben die meisten untergewichtigen Kinder und Jugendliche. Andere Länder, die ebenfalls einen niedrigeren BMI-Wert aufweisen, sind Niger, Senegal, Bangladesch, Myanmar und Kolumbien.

Laut WHO müssen Familien besser über gesunde Ernährung aufgeklärt werden. Junge Mütter sollten ermutigt werden, mindestens sechs Monate lang zu stillen. Mehr gesundes Essen in den Schulkantinen und auch mehr Sportmöglichkeiten für Kinder seien entscheidend im Kampf gegen Fettleibigkeit.  

Mehr Gewicht, mehr Gesundheitsprobleme

"Je länger die Menschen ein zu hohes Gewicht haben, desto mehr Gesundheitsprobleme haben sie", erklärt Majid Ezzati von Imperial College London. Ein höheres Risiko für Diabetes, Krebs oder Schlaganfälle - bei Kindern auch Mobbing in der Schule - sind die Folgen, sagen die Forscher.

In etwa fünf Jahren werde es mehr fettleibige Kinder geben als Untergewichtige, wenn die Entwicklung so weitergehe wie bisher, warnen die Wissenschaftler.

 

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