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"Die Zahl der Beobachter wird erhöht"

Die Arbeit der OSZE-Beobachter in der Ukraine ist schwierig. Im DW-Interview spricht Alexander Hug, Vize-Chef der OSZE-Beobachtermission über Risiken und Chancen der Mission im ukrainischen Krisengebiet.

Deutsche Welle: Vergangene Woche wurden drei Ihrer Beobachter beschossen. Bedeutet dies, dass auch Sie mittlerweile Ziel dieses Konfliktes sind?

Alexander Hug: Die OSZE-Spezialmission bewegt sich in einem Konfliktgebiet. Wir versuchen, die Risiken abzuschätzen und machen ein Assessment der Situation auf täglicher Basis. Diese Basis führt uns danach dazu, unsere Patrouillen dementsprechend zu orientieren. Es bleibt natürlich ein gewisses Restrisiko, das wir nicht mit einkalkulieren können. Jedoch versuchen wir dieses Restrisiko mit Maßnahmen zu betiteln, so dass die Risiken wirklich reduziert werden, dass da keine Vorfälle passieren können - und wenn sie passieren, dass niemand zuschaden kommt.

Die Mission hat jetzt 300 Beobachter im Feld. Wie soll das denn weiter gehen? Werden das noch mehr werden?

Das Mandat der Mission, das uns von 57 Mitgliedsstaaten der OSZE gegeben wurde sieht vor, dass wir bis 500 Beobachter einstellen können hier in der Ukraine. Und wir werden das tun. Wir werden vorsichtig weiter expandieren und die Nummer und die Anzahl der Beobachter erhöhen.

Nun gab es diesen Beschuss vergangene Woche, gleichzeitig gab es aktuelle Meldungen, dass es zu einem Waffenstillstand in Lugansk kommen könnte - wie geht beides zusammen?

Der Vorfall, den wir miterlebt haben letzte Woche steht natürlich nicht im direkten Zusammenhang mit Verhandlungen über einen eventuellen Waffenstillstand. Die Verhandlungen auf die Sie Bezug nehmen sind Verhandlungen, die weiter gehen, die sind noch nicht abgeschlossen. Und die Mission hat da eine Rolle, die eine Beobachterrolle ist und nicht eine Rolle als Partei des Waffenstillstandes. Das ist sehr wichtig hervorzuheben. Die OSZE überwacht keinen Waffenstillstand als solches. Sie beobachtet den Waffenstillstand und die Einhaltung der Abmachungen, die getroffen werden.

Am Donnerstag und am Freitag treffen sich die Außenminister der OSZE in der Schweiz. Was ist denn Ihr Signal an diese Runde?

Die Mission wird vertreten sein durch den Chef-Beobachter, Herrn Botschafter Apakan. Er wird klarstellen, dass die Mission ziemlich große Risiken eingeht, die wir versuchen zu minimieren aber, dass wir als zivile unbewaffnete Beobachtermission klarstellen, dass uns auch klare Grenzen gesetzt sind - im Osten.

Der Schweizer Alexander Hug ist Vize-Chef der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine mit Erfahrung auf Krisenposten in Bosnien oder dem Kosovo. Erstmals seitdem ist die OSZE wieder in einem Kriegsgebiet.

Das Interview führte Frank Hofmann.