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Aktuell Nahost

Die Wut der Mursi-Anhänger

Es ist wie befürchtet: Zwei Tage nach dem Sturz von Staatschef Mohammed Mursi gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Mursi-Anhängern. Landesweit starben mindestens sechs Menschen.

Die tödlichen Schüsse fielen vor dem Hauptquartier der Republikanischen Garde, in der Mursi unter Arrest steht. Einer seiner Anhänger habe trotz zweifacher Warnung der Sicherheitskräfte ein Foto des aus dem Amt gejagten Präsidenten am Stacheldraht befestigen wollen, berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Anschließend sei von beiden Seiten geschossen worden. Es habe drei Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. Die Armee bestreitet, scharfe Munition eingesetzt zu haben. Kurz darauf riefen die Muslimbrüder ihre Unterstützer auf, die Streitkräfte nicht anzugreifen.

Mehrere Kampfflugzeuge schossen im Tiefflug über Kairo, Panzer rollen durch die Straßen der Hauptstadt. Die ägyptische Armee hat in den Provinzen Süd-Sinai und Suez den Notstand ausgerufen. Die Soldaten seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtet die staatliche Zeitung "Al Ahram". In den Regionen hatte es zuvor Attacken auf Kontrollposten von Polizei und Militär gegeben. In der Nacht hatte das Militär noch zu nationaler Einheit und Versöhnung aufgerufen. Die Ägypter sollten auf Racheakte verzichten, hieß es darin.

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Blutiger Freitag in Ägypten

"Freitag des Zorns"

Auch der Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badia, ist auf der Demonstration in Kairo erschienen. Tags zuvor hatten die Sicherheitsbehörden noch behauptet, Badia sei verhaftet worden.

Auch in anderen Städten folgten Tausende Islamisten dem Aufruf zu einem "Freitag des Zorns". In Ismailia trieben Soldaten mit Warnschüssen eine Menschenmenge auseinander, die den Palast des Gouverneurs stürmen wollte. In Damanhur im Nildelta kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis. Dabei sollen 21 Menschen verletzt worden sein.

Ägypten fliegt aus dem Staatenbund

Die Afrikanische Union (AU) hat Ägypten wegen des Umsturzes aus ihren Reihen ausgeschlossen. Der Machtwechsel in Kairo "entspreche nicht der Verfassung Ägyptens", lautete die Begründung des AU-Sicherheitsrates in Addis Abeba.

Das Militär hatte Mursi am Mittwoch gestürzt, nachdem er tagelange, zum Teil blutige Massenproteste gegen seine Herrschaft nicht hatte beruhigen können. Auch gegen die Muslimbruderschaft, aus der Mursi stammt, ging die Armee scharf vor. Verfassungsgerichtspräsident Adli Mansur trat die vorübergehende Nachfolge an. Er kündigte an, die Islamisten an der Regierung beteiligen zu wollen. Dies schlossen die religiösen Kräfte jedoch kategorisch aus. Mursi selbst bezeichnete seine Entmachtung als "klaren Militärputsch".

rb/jc (afp, ape, dpa, rtr)

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